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Mannheim/Heidelberg: Polizei stürmt Wohnungen – Schlag gegen Impfpassfälscher

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Von: Marten Kopf

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Impfbetrug
Bei der Kriminalpolizeiinspektion liegen Impfpässe unter einer Lupe. (Symbolbild) © Stefan Puchner/dpa/Archivbild

Mannheim/Heidelberg - Nach Hinweisen aus Apotheken durchsucht die Polizei am Mittwoch mehrere Wohnungen in der Region. Es gelingt ein Schlag gegen organisierte Impfpassfälschungen.

Polizisten durchsuchen am Mittwoch (26. Januar) Wohnungen von zehn mutmaßlichen Impfpassfälschern in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Verdächtigen sollen teilweise in Apotheken falsche Impfnachweise vorgelegt haben, um so an ein Impfzertifikat zu kommen, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Die Ermittler durchsuchten dazu Wohnungen in Mannheim, Heidelberg, im Rhein-Neckar-Kreis, außerdem ein Objekt im benachbarten Rheinland-Pfalz. Bei den Verdächtigen im Alter von 20 bis 55 Jahren findet die Polizei gefälschte Impfausweise, Blankozertifikate für Schnelltests und gefälschte Blankoimpfausweise.

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Die Ermittler waren den Verdächtigen zuvor durch Meldungen der Apotheken und durch Kontrollen von Impfnachweisen auf die Spur gekommen. Die Untersuchungen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse dauern den Angaben zufolge an. Allein beim Polizeipräsidium Mannheim sind derzeit mehr als 200 Ermittlungsverfahren etwa wegen gefälschter Impfnachweise anhängig. Das Präsidium hat dazu die Ermittlungsgruppe „Zertifikat“ gegründet.

Impfpassfälschungen: Fälle häufen sich

Spezialisierte Ermittlungsgruppen wie in Mannheim gibt es inzwischen vielerorts, auch bei der Heidelberger Kriminalpolizei arbeitet ein neunköpfiges Team allein Delikte im Zusammenhang mit Impfpassfälschungen ab. Erst vor Kurzem geraten mehrere Personen aus Baden-Württemberg wegen der Herstellung und dem Verkauf solcher gefälschten Dokumente ins Visier der Polizei: Bei einer Razzia am 17. November in Heidelberg, Karlsruhe, Südhessen und dem Rhein-Main-Gebiet nehmen Ermittler zwölf Verdächtige fest. Zwei von ihnen sollen mindestens 300 nachgemachte Impfpässe für jeweils 400 Euro das Stück verkauft haben.

Impfpässe
Bei den Razzien werden gefälschte Blanko-Impfpässe gefunden. (Symbolfoto) © Bernd Wüstneck/dpa

Delikte im Zusammenhang mit gefälschten Gesundheitszeugnissen häufen sich während der Corona-Pandemie zunehmend, seit für viele Aktivitäten das Vorweisen eines gültigen Impfzertifikats nötig ist. Zwar werden die gelben Impfpässe offiziell schon seit dem 1. Dezember vergangenen Jahres nicht mehr als Nachweis anerkannt, für den Erhalt eines digitalen Zertifikats in Form eines QR-Codes in Apotheken – einsetzbar dann etwa über Corona-Warn-App – muss er aber notwendigerweise vorgelegt werden. (mko/dpa)

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