Rettet die Clubkultur!

Müssen Clubs in Heidelberg bald keine Miete zahlen? Gemeinderat entscheidet

Wegen des Coronavirus sind alle Bars, Clubs und sonstigen öffentlichen Orte geschlossen. Viele Betriebe stehen vor dem Ruin – und fordern nun einen Rettungsschirm!

  • Wegen der Corona-Maßnahmen sind alle Clubs in der Metropolregion Rhein-Neckar geschlossen.
  • Die Clubs und Veranstalter stehen teilweise vor dem finanziellen Ruin. 
  • Der EventKultur Rhein-Neckar e.V. fordert daher Rettungsschirme.

Update vom 8. Mai, 19:36 Uhr: In der Gemeinderatssitzung der Stadt Heidelberg am 7. Mai hat die Clubszene Unterstützung erhalten. Parteiübergreifend sprachen sich mehrere Stadträte für die kommunale Unterstützung der Heidelberger Clubkultur aus und forderten den Erlass der Mietzahlungen für städtische Liegenschaften. „Clubs ging es schon vor Corona schlecht. Jetzt haben sie überhaupt keine Einnahmen mehr. Sie brauchen unbedingt untere [sic] Unterstützung“, so Grünen-Stadträtin Marilena Geugjes.

Oberbürgermeister Würzner betonte, dass der Gemeinderat in der Tat über einen Mieterlass für Heidelberger Clubs entscheiden könnte. Daher wird die Stadt dies im nächsten Haupt- und Finanzausschuss vorschlagen. „Damit würde auch in Heidelberg endlich ein richtiger und wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Stützung der Livemusikclubs getätigt”, so Zora Brändle, erste Vorsitzende des Clubverbands EventKultur Rhein-Neckar. „Unsere Clubs halten sich mit aller Kraft über Wasser – aber die Mittel reichen nicht mehr“, so Brändle. Für den Kultschuppen „Ziegler" in der Bergheimer Straße wird die Hilfe jedoch zu spät kommen.

Übrigens: Auch Kinos haben seit Wochen geschlossen. Der Luxor-Filmpalast hat deshalb mit den Betreibern vom Heidelgarden ein Autokino in Heidelberg ins Leben gerufen.

Wegen Corona-Maßnahmen: Clubverband fordert Rettungsmaßnahmen

Seit einem Monat steht die Clubkultur in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar still. Dadurch sind die Einnahmen der ganzen Branche sofort um 100% eingebrochen. Damit sind Mitarbeiter*innen, sowie Freiberufler*innen und Kunstschaffende schlagartig ohne Beschäftigung und viele Clubs und Veranstaltungsorte stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin.“ Mit diesen dramatischen Worten beginnt ein Schreiben des „EventKultur Rhein-Neckar e. V.“, das am Donnerstag (16. April) auf deren Internetseite veröffentlicht worden ist. Wegen der Covid-19-Pandemie ist das soziale Leben in Deutschland seit mehreren Wochen fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die Corona-Maßnahmen sehen vor, dass der Großteil der Geschäfte plötzlich schließen müssen, um eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Dadurch bleiben natürlich die dringend benötigten Einnahmen aus.

Rhein-Neckar-Kreis: EventKultur Rhein-Neckar e. V. sieht Läden in Gefahr

Die betroffenen Clubs und Veranstalter versuchen, kreativ gegen das Problem vorzugehen, und nutzen Crowdfunding, Geistertickets, Merchandising und Streaming-Formate. Auch unter dem Programm „Mannheim.help“ können Kunden für die Erhaltung ihres Lieblingsladens spenden. Zudem haben Bund und Ländern Programme aufgestellt, um die unmittelbaren Ausfälle abzufangen – doch die reichen nur für eine bestimmte Zeit. So geht es den Mannheimer Betrieben derzeit. 

Seit einer Pressekonferenz am Mittwoch (15. April) ist klar, dass (Groß-)Veranstaltungen wegen SARS-CoV-2 noch bis zum 31. August verboten bleiben. Doch trotz der bislang umgesetzten Maßnahmen würden, laut „EventKultur Rhein-Neckar e. V.“, die meisten Clubs und Veranstalter nicht bis dahin durchhalten. Dadurch würden ein wichtiger Bestandteil der hiesigen Wirtschaft und wichtige soziale und demokratische Begegnungsorte wegfallen!

EventKultur Rhein-Neckar e. V. fordert Rettungsschirme

Um die lebendige und vielfältige Club- und Veranstaltungsszene der Metropolregion zu erhalten, brauchen wir jetzt kommunale Rettungsschirme“, schreibt der EventKultur Rhein-Neckar e. V.. Als Vorbild nennen sie Berlin, Köln und Hamburg, wo es solche Hilfsmaßnahmen bereits gibt. 

In der Hauptstadt werden Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige mit insgesamt 30 Millionen Euro an Soforthilfen unterstützt. Die Stadt Köln hat einen Nothilfefonds in Höhe von 700.000 Euro gestartet. Und in Hamburg soll ein Corona-Rettungsschirm von über 1.5 Millionen Euro den Clubs helfen. Eine solche Soforthilfe der Kommunen wünschen sich auch die Mitglieder des EventKultur Rhein-Neckar e.V..

Wegen der Corona-Krise und der damit verbundenen Maßnahmen sind alle Kinos im Land geschlossen. Viele stehen daher vor dem Ruin. Droht das große Kinosterben?

Das Cave54 ist sowohl bei Nachtschwärmern als auch bei Jazz-Fans beliebt. Doch wegen der Corona-Krise fehlt jetzt das Geld und der Club steht vor dem Aus. Jetzt wendet sich der Betreiber an die Heidelberger mit einem ganz besonderen Angebot. Seit 14 Jahren feierten Nachtschwärmer unvergessliche Partys im Playa Del MA in Mannheim. Jetzt soll der Club schließen – doch der Grund ist nicht das Coronavirus. Im Juli wollen Kulturschaffende in Mannheim demonstrieren, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.

pm/dh

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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