Drei gegen eins

Brutale Schlägerei in Dossenheim: Trio geht auf Teenager los – Kieferbruch!

Dossenheim - Sie sind zu dritt und sie suchen Gewalt. Am Samstagabend wird ein 17-Jähriger von drei Jugendlichen zur Herausgabe von Bargeld aufgefordert. Sie schlagen ihn zusammen und flüchten dann in die Nacht.

  • Am Abend des 4. Juli kommt es an der Haltestelle „Dossenheim Nord“ zu einem gewalttätigen Raub.
  • Die Täter gehen drei gegen eins auf das 17-Jährige Opfer los.
  • Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Es ist Samstagabend, der 4. Juli, 22:00 Uhr. An der OEG-Haltestelle „Dossenheim Nord“ ist gerade die Line 5 nach Schriesheim abgefahren. Über den Abendhimmel leuchten die letzten Strahlen Sonnenlicht für diesen Tag. Der 17-Jährige, der sich an der Haltestelle aufhält, ahnt noch nicht wie dieser Tag für ihn enden wird...

Der Tatort: Die OEG-Haltestelle „Dossenheim-Nord“.

Gewalt in Dossenheim: Feige Täter greifen zu dritt an

Sie sind zu dritt. Sie sprechen ihn an und fordern ihn zur Herausgabe von Bargeld auf. Dann schlagen sie dem 17-Jährigen ins Gesicht. Dieser wird schwer verletzt und erleidet einen beidseitigen Kieferbruch. Nach der Tat flüchten die Tatverdächtigen mit einer Beute von etwa 45 Euro.

Gewalt in Dossenheim: Polizei bittet im Hilfe

Die Polizei schätzt die drei männlichen Täter auf etwa 16 Jahre. Der 17-Jährige erlitt durch den Schlag einen beidseitigen Kieferbruch und konnte den Ermittlern der Kriminalpolizei bislang nur wenig Informationen zum Tathergang liefern. Es werden daher dringend Zeugen gesucht, die den Vorfall beobachtet haben oder sachdienliche Hinweise geben können. Diese Hinweise werden unter der Rufnummer 0621/174-4444 entgegengenommen.

Körperverletzung in Dossenheim: Steigt die Jugendkriminalität?

Bei Taten wie dieser werden typischerweise Rufe für härtere Jugend-Strafen laut. Es herrscht der Eindruck, dass Jugendliche Kriminelle brutaler geworden sind. Experten wie der Kriminologe und Rechtswissenschaftler Wolfgang Heinz analysieren die Jugendkriminalität in Deutschland. Die Datenlage überrascht: Die deutsche Jugend ist nicht brutaler geworden und auch die Zahlen der Delikte sind rückläufig. Was nicht überrascht: Jugendkriminalität ist meist männlich. Und sie ist nicht den Minderheiten zuzuschreiben. Mit dem Erwachsenwerden stellt die Mehrheit der Jugendlichen ihr kriminelles Verhalten von ganz von alleine ein.

Die Gesellschaft ist sensibel für das Thema „Jugendkriminalität“. Schon vor 400 Jahren schrieb Shakespeare: „Ich wollte, es gäbe gar kein Alter zwischen zehn und dreiundzwanzig, oder die jungen Leute verschliefen die ganze Zeit: Denn dazwischen ist nichts, als den Dirnen Kinder schaffen, die Alten ärgern, stehlen, balgen.

Doch man muss unterscheiden zwischen Jugendkriminalität und „gefühlter“ Jugendkriminalität. Denn diese „gefühlte“ Kriminalität passt nur begrenzt zur faktischen Realität. Bei Befragungen zur persönlichen Straffälligkeit von Jugendlichen, zeigt sich dass Jugendkriminalität im „statistischen Sinne“ (wie zum Beispiel Karies) „normal“ ist. Das heißt, dass viele Jugendliche Straftaten begangen haben. Nicht normal ist es, dabei erwischt oder bestraft zu werden.

Am Abend des 7. Juli kommt es im 50 Kilometer weiter südlich gelegenen Karlsruhe zu einem tödlichen Streit, der bei den ermittelnden Beamten Fragen aufwirft. (lpb)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa/Archivbild

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare