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Aus dem Jahr 1851: Brief aus Mannheim für Hammer-Preis versteigert

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Von: Marten Kopf

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Mannheim/Wiesbaden - Ein Brief aus Mannheim aus dem Jahr 1851 erlöst bei einer Auktion in Wiesbaden einen unglaublichen Preis: Der Hammer fällt erst beim Achtfachen des Startwerts.

Ein Brief aus Mannheim vom ersten Ausgabetag badischer Briefmarken ist am Samstag (26. März) im Heinrich-Köhler-Auktionshaus in Wiesbaden versteigert worden. Der Startpreis lag bei 25.000 Euro – am Ende fand das begehrte Sammlerstück für 210.000 Euro einen neuen Besitzer, erlöste also mehr als achtmal so viel.

StadtMannheim (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl309.721 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz

Mannheim: 210.000 Euro für falsch beklebten Brief

Die Postsendung war am 1. Mai 1851 in der Quadratestadt mit Ziel Schönwald bei Triberg im Schwarzwald aufgegeben worden. Der Brief gehörte zur Sammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub und ist Teil des Sammelgebiets Baden. Die angebotenen Marken und Briefe der Sammlung Erivan sind nicht nur wertvolle Schätze, sie zeigen auch Geschichte.

Der Wert des badischen Briefes ergibt sich aus seinem „Geburtstag“: Am 1. Mai 1851 kamen erstmals Briefmarken an die Postschalter im Großherzogtum Baden. Durch seine Unerfahrenheit am ersten Ausgabetag klebte der verantwortliche Postbeamte die niedrigste und höchste Wertstufe des ersten Markensatzes auf die Vorderseite des Briefes, die Marke mit dem niedrigeren Wert hätte jedoch auf die Rückseite gehört.

Ersttagsbrief mit Farbfrankatur 1851
Dieser Brief aus Baden vom ersten Ausgabetag badischer Briefmarken aus dem Jahr 1851 brachte 210.000 Euro © picture alliance/dpa/Heinrich Köhler Auktionshaus

Mannheim: „Baden Nr. 1“ – Briefmarken aus dem Großherzogtum

So entstand einer der ungewöhnlichsten Ersttagsbriefe der Altdeutschland-Philatelie. Auf dem Brief kleben die seinerzeit eingeführten Freimarken zu einem und zu neun Kreuzern; außerdem gab es seit 1851 auch Marken zu drei und sechs Kreuzern. Mit diesen Varianten war es möglich, alle Posttarife hinsichtlich Entfernung und Gewicht der Sendungen abzudecken.

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„Dies ist der einzige bekannte Ersttagsbrief einer ‚Baden Nr. 1‘ und der einzig registrierte Ersttagsbrief Badens mit einer Farbfrankatur“ schreibt das Auktionshaus in seinem Katalog zur Versteigerung. Das aufgeklebte Porto setze sich zusammen „aus 9 Kreuzern Porto für die 3. Entfernungszone und 1 Kreuzer vorausbezahltem Bestellgeld, welches hier entgegen der Vorschrift vorderseitig verklebt wurde“. 

Sammlung Erivan: 4.000 Auktionslose

Die Sammlung Erivan umfasst im Gebiet „Altdeutsche Staaten“ rund 4.000 Auktionslose. Haubs langjähriger Wunsch war es, die bedeutendsten Stücke seiner Sammelgebiete wieder in den Markt zurückzugeben, statt sie im Museum – außer Reichweite für Sammler – zu verwahren. (mko/dpa)

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