TTIP

Rheinland-pfälzischer Wein bald "made in USA"?

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Rheinland-pfälzischer Wein bald "made in USA"?

Mainz/Region - Ändert sich durch das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP der Schutz regionaler Spezialitäten? Die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Ulrike Höfken (Grüne) warnt.

„Moselwein made in USA“? Vor den möglichen Folgen des geplanten USA-Freihandelsabkommens TTIP hat die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Ulrike Höfken (Grüne) heute gewarnt. „Die Bundesregierung muss unsere deutschen regionalen Weine vor unlauterem Wettbewerb und die Verbraucher vor irreführenden Bezeichnungen schützen“, teilte Höfken in Mainz mit. Sie verschärfte damit ihre Kritik und reagierte auf Aussagen von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU). Er hatte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gesagt, der Schutz regionaler Spezialitäten könne sich mit TTIP ändern.

Andere Lebensmittel, als Wein, mit "geschützter geografischer Herkunft" gebe es in Rheinland-Pfalz nicht. Im Moment gewährleisten Gütezeichen der EU-Kommission, dass zum Beispiel Nürnberger Lebkuchen in Nürnberg hergestellt wird und die Zutaten für Allgäuer Emmentaler aus dem Allgäu kommen. Ernährungsexperten fürchteten, dass zum Beispiel europäische Hygiene-Standards aufgeweicht würden.

dpa/tin

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Mit dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) zwischen Europa und den USA sollen durch gemeinsame Standards und den Wegfall von Zöllen viele neue Jobs entstehen - so die Befürworter. Kritiker dagegen befürchten, europäische Standards könnten fallen und etwa Hormonfleisch nach Europa gelangen. Heftig umstritten ist auch der Investorenschutz: Schiedsgerichte, vor denen Konzerne Schadenersatz von Staaten einklagen könnten. Die Verhandlungen sollen bis Ende 2015 abgeschlossen werden.

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