Geplanter Weihnachtsmarktanschlag 

Mutmaßlicher Bombenbauer (12) hatte Hausverbot an Ex-Schule

+
Der mutmaßliche Bombenbauer (12) hatte in seinem ehemaligen Gymnasium wegen Störaktionen Hausverbot. (Symbolbild)

Ludwigshafen/Trier – Über den zwölfjährigen mutmaßlichen Bombenbauer, der einen Anschlag auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt plante, werden immer mehr Details bekannt. 

Der zwölfjährige Junge, der einen Bombenanschlag auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt geplant haben soll, (WIR BERICHTETEN) hatte in seinem ehemaligen Gymnasium wegen Störaktionen Hausverbot. Das teilte eine Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Dienstag in Trier mit.

Darüber hatte zuvor das ARD-Magazin „Report Mainz“ berichtet. Keine Bestätigung gab es für Informationen des Magazins, wonach der vermutlich religiös radikalisierte Zwölfjährige sich auf einem Schulausflug in Speyer antisemitisch geäußert habe - und die Behörden deshalb Kenntnis von seiner Einstellung hätten haben können. 

„Weder den Schulleitungen noch uns sind diesbezügliche Vorfälle bekannt geworden“, sagte die ADD-Sprecherin. Nach Angaben von „Report Mainz“ ist die Beratung wegen islamistischer Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen keine Ausnahme.

Entsprechende Beratungsstellen hätten bundesweit bislang in mehr als 110 Fällen beraten, in denen Kinder bis 14 Jahre betroffen gewesen seien. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und das nordrhein-westfälische Innenministerium bestätigten die Zahlen, auf die das Magazin sich im einzelnen stützt. 

Für Informationen von „Report Mainz“, der Zwölfjährige habe in mehreren Moscheen in Ludwigshafen Hausverbot gehabt, gab es zunächst keine Bestätigung. 

Der in Ludwigshafen geborene Junge ist wegen seines Alters strafunmündig und derzeit in einer geschlossenen Einrichtung. Er habe auch nach dem Wechsel auf eine Realschule plus immer wieder das Gelände des Gymnasiums betreten und den Schul- und Unterrichtsbetrieb gestört, teilte die ADD-Sprecherin mit.

„Daher wurde zum Beginn des Schuljahres 2016/2017 ein Hausverbot erteilt.“ Laut ADD war es dem Schüler auch schwergefallen, sich an Regeln zu halten und sich in die Klassen- und Schulgemeinschaft zu integrieren. Die Schule habe immer wieder das Gespräch mit ihm und seinen Eltern gesucht. Als das nicht wirkte, habe die Schule pädagogisch-erzieherische Maßnahmen sowie Ordnungsmaßnahmen ergriffen. Im Herbst 2014 sei das Jugendamt eingeschaltet worden.

Hintergrund

Der Deutsch-Iraker soll am 26. November auf dem Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen vergeblich versucht haben, ein mit Sprengpulver gefülltes Konservenglas zu zünden. Am 5. Dezember soll er das Glas in einer Tasche nahe dem Rathaus deponiert haben, wo es entdeckt wurde. Dabei wurde er gefasst.

----

Mehr zum Thema: 

>>>Zwölfjähriger hatte Kontakt zu Islamist

>>>Zwölfjähriger Bombenbauer vermutlich „ferngesteuert“

>>>Mutmaßlicher Anschlagsversuch durch Kind: „Einzelfall“

Quelle: Ludwigshafen24

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare