Nach Tchibo

Rhein-Galerie Ludwigshafen: Auch Görtz macht Filiale dicht!

Ludwigshafen – Die Wiedereröffnung des Tchibo-Shops in der Rhein-Galerie nach dem Corona-Lockdown ist lediglich ein kurzes Intermezzo gewesen. Der Einzelhandel in der Chemiestadt blutet weiter aus.

  • Ludwigshafen: Der Einzelhandel in der Chemiestadt ist durch die Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen worden.
  • Konsum-Giganten wie Tchibo verlagern ihren Fokus auf den Onlinehandel.
  • Ankündigung des Handelsriesen betrübt die Tchibo-Fans in Ludwigshafen.
  • Auch die Bäckerei-Kette Görtz will ihre Filile in der Rhein-Galerie schließen

Im Jahr 1955 eröffnet in Hamburg die erste Tchibo-Filiale. Dort können Kunden den Kaffee vor dem Kauf direkt probieren. In der Folge wächst das Filialnetz schnell und dehnt sich auf ganz West-Deutschland aus. In der Corona-Krise spitzt sich nun ein umgekehrter Trend immer weiter zu: Der Onlinehandel verdrängt den Einzelhandel in den deutschen Innenstädten zusehends. Als Ende März 2020 der bundesweite Shutdown beschlossen worden ist, hat Tchibo bereits vollendete Tatsachen geschaffen und alle seine Läden in Deutschland bis auf Weiteres geschlossen. Gleichzeitig fokussiert der Händler seine Tätigkeit auf den eigenen Online-Kanal. Das neue Motto lautet: „Entdecken Sie unsere vielfältigen Kaffeewelten auch von zu Hause aus“.

Ludwigshafen: Tchibo in der Rhein-Galerie schließt für immer

Obgleich die Geschäfte in der Rhein-Galerie bereits seit Ende April wieder geöffnet haben, wird den Tchibo-Fans in Ludwigshafen zukünftig nichts anderes übrig bleiben, als auf tchibo.de zurückzugreifen. Denn der Kaffee-Anbieter hat nun angekündigt die Rhein-Galerie in Ludwigshafen nach zehn Jahren zu verlassen. Das Geschäft wird am 12. September zum letzen Mal öffnen.

Ludwigshafen: Nie wieder Tchibo – Shop in Rhein-Galerie macht dicht (Fotomontage/Archivbild).

Bereits durch den Umzug aus der Bismarckstraße in die Rhein-Galerie ist mit der Tchibo-Filiale ein beliebter Anlaufpunkt aus der Ludwigshafener Innenstadt verschwunden. Und damit auch ein urbaner Anziehungspunkt für Senioren oder Berufstätige, die in der Mittagspause zu einem heißen Kaffee die ausgestellten „Schnäppchen" begutachten wollen.

Ludwigshafen: Kein alternativer Standort in der Chemiestadt in Planung

Die Verlagerung der Tchibo-Shops in das Einkaufszentrum im Jahr 2010 hat die Innenstadt um eine Einkaufsalternative ärmer gemacht. So wäre eine Rückkehr in die ohnehin gebeutelte Fußgängerzone mit Hinblick auf die Konsumvielfalt in Ludwigshafen wünschenswert. Doch diese Möglichkeit zieht das Unternehmen gegenwärtig nicht in Betracht: „Derzeit haben wir keine konkreten Pläne für einen alternativen Standort in der Innenstadt“, so ein Sprecher auf Anfrage der Rheinpfalz.

Neben sterbenden Innenstädten verheißt der scheinbare Siegeszug des Onlinehandels auch für den Arbeitsmarkt nichts Gutes. Auf die insgesamt 7.400 Tchibo-Mitarbeiter in Deutschland werden in den kommenden Jahren unsichere Zeiten zu kommen.

Einzig die Tschibo-Fans aus der Chemiestadt können sich auf eine Gewissheit einstellen: Wenn sie die Produktvielfalt von Tschibo nicht nur auf den Bildschirm erkunden wollen, müssen sie auf die andere Rheinseite in die Quadratestadt pilgern.

Ludwigshafen: Auch Bäckerei Görtz verlässt die Rhein-Galerie

Doch nicht nur tchibo verlässt die Rhein-Galerie, auch die Bäckerei-Kette Görtz will ihre Filiale aufgeben. Grund sei die zu geringe Frequenz, gibt Geschäftsführer Peter Görtz gegenüber dem Mannheimer Morgen als Grund für die Schließung an. Hinzu kämen die zu hohen Miet-und Nebenkosten. Die Bäckerei-Kette will im Gegensatz zu Tchibo weiter in der Innenstadt präsent bleiben und kündigt gleich die Eröffnung von zwei weiteren Filialen an. Ein Standort soll im Oktober am Berliner Platz und einer Mitte 2021 in der Bismarckstraße eröffnet werden.

Als neuer Mieter wird ein Saturn und die Drogerie Müller in die Rhein-Galerie ziehen. Die Leitung der Rhein-Galerie betrachtet die Schließungen laut Mannheimer Morgen als normalen Vorgang einer Umstrukturierung. (esk)

Rubriklistenbild: © Ronald Wittek dpa/lrs & Patrick Seeger/dpa

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