Im Annastiftskrankenhaus

Mit den Klinik-Clowns auf Achse

+
Die Clowns Anton und Pauso werden von den kleinen Patienten schon sehnsüchtig erwartet. 

Ludwigshafen-Mundenheim – Lachen ist die beste Medizin! Das beweisen die Klinik-Clowns Pauso und Anton jede Woche. Wir haben sie bei ihrer Tour durch die Kinderstationen begleitet:  

Humor ist aber überraschenderweise nicht die wichtigste Eigenschaft, die ein Klinik-Clown mitbringen muss, erklärt Anton. Er ist im ‚richtigen‘ Leben Mathematiker bei SAP. Es geht nicht um Lustigsein, sondern um einen authentischen Kontakt. Ob gelacht oder gespielt wird, spielt dabei keine Rolle.“ Sein Clownspartner Pauso ergänzt: „Viel wichtiger ist Feingefühl – Empathie, um zu wissen, was das Gegenüber gerade braucht.“

Mit den Klinik-Clowns auf der Kinderstation

Jeden Donnerstag sind sie im Annastiftskrankenhaus auf den Kinderstationen unterwegs. Dort werden sie auch schon sehnsüchtig erwartet. So erzählt uns Natascha, dass ihr Sohn Taylor (7) schon am Mittwoch fragt: „Mama, morgen ist Donnerstag, oder? Dann kommen doch die Clowns!“ 

Die Kinder sind nicht die einzigen, die sich über den Besuch der Klinik-Clowns vom „xundlachen“-Verein, freuen. Auch das Klinikpersonal lebt spürbar auf. „Ja, ist denn schon Donnerstag?“, fragt die Empfangsdame mit einem Lächeln. 

Und auch im Schwesternzimmer ist die Stimmung ausgelassen. Gute-Laune-Musik tönt aus dem Trolley, der mit allem ausgestattet ist, was ein Clown so braucht: bunte Tücher, Luftballons, Handpuppen, Seifenblasen und magisches Equipment.

Übergabe im Schwesternzimmer 

Die bekittelten Clowns gehen mit den Pflegerinnen den Übergabeplan durch. Genau wie bei einer richtigen Arztvisite. Sie erfahren, welcher der kleinen Patienten eine ansteckende Krankheit hat, ob jemand Geburtstag hat und wie die Stimmung der Kinder ist. Für die Clowns ist jedes Zimmer „wie eine Premiere“. Schon das Betreten des Krankenzimmers erfordert besonders viel Feingefühl. „Es ist ja so als würden wir das Schlafzimmer von jemandem betreten“, erklärt Anton.

Die erste Patientin: Lilith 

Und schon geht es los! Die erste kleine ‚Patientin‘ ist Lilith. Vorsichtig kommen die Clowns in das Zimmer. Doch Lilith ist gleich von ihnen begeistert. Im Handumdrehen hat sie selbst eine Clownsnase und ein glückliches Lächeln im Gesicht. Ihr Stofftier wird verarztet, sie bekommt ein kleines Liedchen geträllert. Ihre Mütter filmt das ganze Spektakel. Doch wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um das Zimmer wieder zu verlassen? 

„Also am besten auf dem Höhepunkt der Ausgelassenheit“, sagt Pauso. „Die positive Energie sollte im Raum bleiben, während wir uns zurückziehen.“

(Fast) untröstlich 

Doch nicht alle Kinder sind so gut drauf. Das ist nicht verwunderlich, denn viele von ihnen haben starke Schmerzen oder wenig geschlafen. 

So zum Beispiel die kleine Mariella. Als sie nach den Seifenblasen greifen will, schlägt sie sich ihre Hand mitsamt Infusionsnadel am Bettrand an. Das Resultat: Tränen und steinerweichendes Geschrei.

Hier zeigt die Empathie der Clowns ihre Wirkung. Sie ziehen sich körperlich zurück, spielen aber weiter miteinander. Mit beruhigender Stimme versuchen sie die Kleine, von ihren Schmerzen abzulenken. Und tatsächlich! Es klappt! Kurze Zeit später lacht Mariella wieder über die piepsige Stimme der Handpuppe. 

Der Zauberer und die Prinzessin

Die Besuche bei den älteren Kindern sind besonders actiongeladen. Taylor ist sieben Jahre alt und hat schon sehnsüchtig auf die Clowns gewartet. Er bekommt eine Zauberfeder und darf bestimmen, in welches Tier sich Anton verwandelt. Erst ist er eine kleine Schmusekatze, dann mutiert er zum bellenden Hund. Phantasievoll und rasend schnell springen die Clowns mit Tylor und seiner Zimmernachbarin von einem Szenario ins nächste.

Als sie die neu gekürte Prinzessin fragen, was sie sich wünscht, bekommen sie eine rührende Antwort: „Ich wünsche mir, dass ihr noch 1.000 Jahre hier bleibt.“ 

Da müssen sogar die Profis kurz schlucken. Doch schnell lösen sie spielend den Kloß im Hals und begeben sich auf eine rasante Zeitreise.

Die Geburtsstunde der „Unterirdischen“ 

In einem anderen Zimmer passen sich die Clowns den Interessen eines Jugendlichen an und performen kurzerhand einen phantasievollen Rap. Die „Jury“ lässt sie nach einer zusätzlichen Performance mit der Ukulele und mit gesanglicher Unterstützung der Autorin, eine Runde weiterkommen. Welch ein Erfolg! Die Band „Die Unterirdischen“ ist geboren!

Gute Laune auf dem Flur

Doch auch zwischen den Stationen bricht die gute Stimmung nicht ab. So wird der Fahrstuhl kurzerhand in eine „Aufzugs-Disko“ verwandelt. Da muss sogar der Fensterputzer mit seinem Fuß mitwippen. Auf dem Flur muss eine Gruppe von jungen Mädchen ganz schon kichern, als sie von Pauso und Anton nach einem Autogramm gefragt werden. „Ihr seid meine Lieblingsstars! Ich habe einen Bravo-Startschnitt von euch!“, schwärmt Anton und wirft sich vor Ehrfurcht fast auf die Knie. 

Auch die Schwestern lassen sich anstecken. Schwester Daniela tanzt mit Pauso sogar einen schnellen Tango auf dem Flur. 

Nase ab

Nach zweieinhalb Stunden ist Schluss. Der Job ist kräftezehrend. Beim Umziehen im verlassenen Spielzimmer werden Anton und Pauso ganz ruhig und schlüpfen wieder in ihre Alltagsrollen. Doch nicht für lange: Denn schon am Nachmittag geht es weiter nach Wiesloch. Dieses Mal ins Altersheim, wo es etwas ruhiger zugeht. „Da geht es eher um Liebe, Zuwendung. Da muss man sein eigenes Ego viel mehr rausnehmen.“

Einzelschicksale 

Wie gehen die Klinik-Clowns eigentlich mit tragischen Einzelschicksalen um? Besonders wenn es um Kinder geht?

Pauso lächelt: „Also als Mensch kann mich das schon treffen. Aber als Clown ziehe ich einfach das Positive raus.“

kp

Quelle: Ludwigshafen24

Mehr zum Thema

Die 12. Heidelberger Drachenboot-Regatta

Die 12. Heidelberger Drachenboot-Regatta

William & Kate beim Besuch im DKFZ!

William & Kate beim Besuch im DKFZ!

William und Kate spazieren auf der Alten Brücke!

William und Kate spazieren auf der Alten Brücke!

Kommentare