Neue Details aus Prozess

Horror-Eltern misshandeln eigenes Baby: Hebamme hatte „Bauchgefühl“ bei Ismail I.

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Symbolfoto

Ludwigshafen/Frankenthal - Der Prozess um die grausame Misshandlung eines Babys startet neu: Zwei Zeugen beschreiben das Paar und ihren Alltag komplett unterschiedlich!

  • Ein Paar aus Ludwigshafen soll sein nur wenige Wochen altes Baby missbraucht und misshandelt haben.
  • Nur durch eine Not-OP kann das Neugeborene gerettet werden.
  • Am 8. August wird Prozess gegen das Horror-Paar aus Ludwigshafen neu aufgerollt.
  • Seit der erste Prozess wegen einer Erkrankung platzte, sind Nina R. und Ismail I. auf freiem Fuß.
  • Zwei Zeugen machen komplett unterschiedliche Aussagen

Update vom 13. August: Am Morgen geht der Prozess gegen Nina R. (26) und Ismail I. (24) aus Ludwigshafen weiter. Beiden wird vorgeworfen, ihr eigenes Kind sexuell missbraucht und schwer misshandelt zu haben. Wie das Morgenweb berichtet, seien am Dienstag zwei Zeugen zu Wort gekommen – eine Hebamme und eine langjährige Freundin von Nina R.. Beide haben vor dem Landgericht Frankenthal Aussagen gemacht, die verschiedener nicht sein könnten.

Ludwigshafen: Hebamme der Familie verdächtigt Ismail I.

So habe die 63-jährige Hebamme ganz klar den Vater, Ismail I., als Hauptschuldigen der Taten in Ludwigshafen ausgemacht. Laut eigener Aussage habe sie die Familie acht Mal zu Hause besucht, dabei habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Dem Kind sei es gut gegangen und die Wohnung in Ludwigshafen sei aufgeräumt gewesen. Auch habe das Baby ausreichend Erstausstattung gehabt. Der Hebamme sei nur Ismail I. negativ aufgefallen. In der mutmaßlichen Tatnacht habe die Mutter aus Ludwigshafen die Hebamme angerufen und um Rat gefragt, da der Säugling unruhig gewesen sei und nicht getrunken habe. Als kurz darauf die Missbrauchsvorwürfe aufkamen, habe die Hebamme erst einmal gefragt, ob das Baby mit dem Vater alleine gewesen wäre.

Ludwigshafen: Zeugin belastet Nina R. schwer – und zweifelt an Geschichte

Wie das Morgenweb weiter berichtet, habe die zweite Zeugin ein völlig anderes Bild der Situation wiedergegeben. Bei ihr handele es sich um eine 24-Jährige, die schon seit mehreren Jahren mit Nina R. befreundet sei. Diese habe vor dem Landgericht Frankenthal erklärt, dass das junge Paar aus Ludwigshafen nicht bereit für ein eigenes Kind gewesen sei. Zuvor habe Nina R. sogar erklärt, dass sie keine Kinder haben wolle – doch plötzlich habe es einen Sinneswandel gegeben. 

Die Zeugin habe erzählt, dass es immer wieder zu Streit zwischen Nina R. und Ismail I. gekommen sei. Zudem hätte das junge Paar lieber Geld für einen teuren Urlaub ausgegeben, als ihrem Baby eine anständige Erstausstattung zu besorgen. Auch die Wohnung sei sehr unordentlich gewesen. „Überall lagen dreckige und saubere Kleidung durcheinander, die Meerschweinchen standen in ihrer eigenen Siffe und deren Köttel flogen überall in der Wohnung herum“, erzählt die 24-Jährige.

Die Zeugin zweifele auch daran, dass ein Fieberthermometer an den Verletzungen im Analbereich des Babys schuld sei. Zum Schluss sei sie von der Staatsanwältin gefragt worden, ob sie sich beiden zutraue, ihr Baby misshandelt zu haben. Bei Nina R. habe es ein klares „Ja“ gegeben, bei Ismail I. ein „Jein“ gegeben!

Ludwigshafen: Prozess gegen Horror-Eltern – Baby erleidet zahlreiche Verletzungen

Update von 12:45 Uhr: Eine Schädelfraktur, Hirnblutungen, schwerste Darmverletzungen, mehrere Rippenbrüche, gebrochene Schienbeine, Blutungen im Auge, Blutergüsse und Schnittwunden am Penis sowie viele weitere Blessuren – allein die Liste der schlimmen Verletzungen, mit denen ein wenige Wochen altes Baby aus Ludwigshafen Mitte Oktober 2018 in lebensbedrohlichem Zustand notoperiert werden muss, ist schockierend. Schlimmer noch: Die Verletzungen wurden dem hilflosen Kleinen von den eigenen Eltern beigebracht!

Ludwigshafen: Nina R. und Ismail I. sollen eigenes Baby brutal missbraucht haben

Am Donnerstag (8. August) beschäftigt der Fall der beiden Horror-Eltern aus Ludwigshafen wieder das Landgericht Frankenthal. Staatsanwältin Esther Bechert wirft Nina R. (26) und Ismail I. (24) vor, ihr eigenes Kind sexuell missbraucht und schwerst misshandelt zu haben. Trotz offensichtlich massivster Verletzungen sollen die Eltern aus Ludwigshafen den in Lebensgefahr schwebenden Säugling erst verspätet zum Arzt gebracht haben. Der Vorwurf der Anklage: sexueller Missbrauch und Misshandlung von Schutzbefohlenen, schwere Körperverletzung. 

Die Eltern aus Ludwigshafen sind seit Ende Juni wieder auf freiem Fuß. Das OLG Zweibrücken hatte die U-Haft „außer Vollzug gesetzt“, weil bei beiden keine Fluchtgefahr bestehe, erklärt Vorsitzender Richter Uwe Gau zu Prozessbeginn.  

Ludwigshafen: Mutter schiebt bei Gericht die Schuld wieder dem Vater zu

Wie auch bei der ersten Auflage des Verfahrens, das wegen einer schweren Krankheit des Anwalts der angeklagten Mutter neu aufgerollt werden musste, gibt der Verteidiger eine schriftliche Einlassung seiner Mandantin ab: Darin räumt Nina R. zwar eine Mitverantwortung für das Leid ihres Kindes ein – habe es aber „keinesfalls willentlich verletzt.“ Sie sei „mit der Kindererziehung völlig überfordert“ gewesen. Dabei habe die Angeklagte sich nichts sehnlicher gewünscht, als „eine funktionierende Familie zu gründen.“ Dieser Wunsch sei „kläglich gescheitert“. Das Ausmaß der Verletzungen des kleinen Kindes seien der 26-Jährigen „keinesfalls bewusst oder bekannt gewesen“.  

Erneute Strategie der Verteidigung von Nina R.: Der mitangeklagte Vater aus Ludwigshafen habe dem Baby die schlimmen Verletzungen beigebracht. Schon zuvor sei der junge Vater jähzornig gewesen, habe sogar ein Meerschweinchen der Angeklagten mit der bloßen Hand erdrückt, so der Anwalt von R. In der Tatnacht vom 13. auf den 14. Oktober habe I. seinen Geburtstag gefeiert und sei stark alkoholisiert in die gemeinsame Wohnung in Ludwigshafen zurückgekehrt. 

Nachdem sie sich tagsüber um das bereits fiebernde Kind gekümmert hatte, habe sie I. aufgefordert, das Baby zu wickeln und die Temperatur zu messen, da sie zu müde war. Aus Ärger darüber, dass sie sich zuvor geweigert habe, mit ihm Sex zu haben, soll I. seinen Zorn dann an dem hilf- und wehrlosen Kind ausgelassen haben. Dabei habe I. auch versucht, den Säugling zu beschneiden, behauptet R. Der Angeklagte I. will im Gericht erneut nichts zu den Vorkommnissen sagen, macht von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Ludwigshafen: Mutter brach Kinderpflege-Ausbildung ab

Nur zu seiner Lebensgeschichte gibt I. dem Gericht einen kurzen Einblick. Er spricht leise und undeutlich, als er von seiner Jugend erzählt. Mit sieben Jahren sei der gebürtige Bensheimer in ein Kinderheim in Landau gekommen. Warum, will er nicht sagen. Dort sei er mit Drogen in Berührung gekommen, habe auch Cannabis geraucht. Dann habe er einen freiwilligen Entzug gemacht und eine Malerausbildung abgeschlossen. Als Maler gearbeitet hat I. indes nicht. Nachdem er R. kennengelernt hatte, habe er wieder „zwei, dreimal Cannabis geraucht“ – damit hätten beide aber schon vor der Schwangerschaft aufgehört. Zu seinen vier Geschwistern habe er „guten Kontakt“, berichtet R. 

Nachdem sie im ersten Verfahren noch unnahbar gewirkt hatte, gibt die angeklagte Mutter am Donnerstag teilweise unter Tränen einen tieferen Einblick in ihre Lebensgeschichte. In Haft habe sie psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen, sagt R. – dort habe man eine Persönlichkeitsstörung festgestellt. Auch sie sei in ein Kinderheim gekommen, als sie elf oder zwölf Jahre alt war. Zuvor habe sie bei ihrer Mutter gelebt, die als Prostituierte arbeitete. „Bei uns sind immer Männer nackt herumgelaufen“, sagt R. mit gebrochener Stimme, „da hat man immer alles gesehen – auch mit dem Sex.“ Ihre ältere Stiefschwester habe dann dafür gesorgt, dass R. ins Heim kommt.   

Mit 18 Jahren schloss R. eine Ausbildung zur Verkäuferin ab, arbeitet einige Jahre ehe sie sich eine „berufliche Neuorientierung“ suchte: Eine Ausbildung in der Kinderpflege brach die Angeklagte schon nach wenigen Wochen ab. In der Praxis sei sie unsicher gewesen, gibt R. zu. Die 26-jährige aus Ludwigshafen habe Probleme mit Berührungen gehabt, habe sich im Umgang mit Kindern „unbeholfen und unsicher“ gefühlt.

Ludwigshafen: Baby grausam misshandelt: Ab heute stehen Nina R. und Ismail I. wieder vor Gericht!

Grundtext von 8. August, 6:52 Uhr: Der Prozess um die lebensgefährlichen Verletzungen eines Säuglings in Ludwigshafen wird am Donnerstag (8. Juli) vor dem Landgericht Frankenthal erneut gestartet. Auf der Anklagebank sitzt ein Paar aus Ludwigshafen, dem schreckliche Taten vorgeworfen werden: Nina R. (26) und Ismail I. (24) sollen im Oktober 2018 in Ludwigshafen ihren damals sieben Wochen alten Sohn schwer misshandelt haben. Der Prozess gegen das Horror-Paar aus Ludwigshafen hatte bereits am 30. April 2019 begonnen – doch durch die schwere Erkrankung des Anwalts von Nina R. muss der Prozess am Landgericht Frankenthal nun neu aufgerollt werden. 

Ludwigshafen: Horror-Eltern missbrauchen eigenes Baby – seit Juli auf freiem Fuß

Seit die schrecklichen Misshandlungen in Ludwigshafen ans Licht kamen, saßen Nina R. und Ismail I. in Untersuchungshaft. Im Juli dann die überraschende Wende: Weil der Prozess geplatzt war, setzte das Oberlandesgericht Zweibrücken den Haftbefehl gegen Auflage außer Vollzug. Das Paar aus Ludwigshafen musste sich seitdem lediglich einmal die Woche bei der Polizei melden. 

Ludwigshafen: Horror-Eltern wegen Missbrauchs vor Gericht – grausame Details der Misshandlungen

Nina R. und Ismael I. wird vorgeworfen, ihren sieben Wochen alten Sohn zwischen dem 14. und 15. Oktober 2018 in der gemeinsamen Wohnung in Ludwigshafen grausam misshandelt zu haben. Wie aus der Anklageverlesung des ersten Prozesstages im April 2019 hervorgeht, habe die Mutter aus Ludwigshafen dem Säugling in der gemeinsamen Wohnung in Ludwigshafen einen Gegenstand mindestens 10 Zentimeter tief anal eingeführt – das Baby habe dadurch eine lebensbedrohliche Bauchverletzung erlitten. Nina R. habe sich durch ihr Tun sexuelle Erregung verschaffen wollen, so die Oberstaatsanwältin im April zu dem Fall in Ludwigshafen. Ebenfalls zwischen dem 14. und 15. Oktober habe der kleine Junge noch weitere Qualen ertragen müssen: Sein Vater soll ihm erst den Penis abgebunden und diesem dann mit einem scharfen oder halbscharfen Gegenstand Verletzungen zugefügt haben. 

Ludwigshafen: Misshandeltes Baby konnte nur durch Not-OP gerettet werden

Erst am Tag nach den Misshandlungen sei das Horror-Paar aus Ludwigshafen laut Anklage mit dem lebensgefährlich verletzten Baby beim Arzt erschienen. Der Säugling musste sofort notoperiert werden. Im Krankenhaus stellen die Ärzte auch weitere Verletzungen fest: Der kleine Junge hat einen Schädelbruch, Rippenbrüche, eine Lungen- und Herzprellung, Einblutungen in das Auge und unzählige Verletzungen am ganzen Körper. 

Laut Staatsanwaltschaft seien dem Baby auch diese Verletzungen von seinen eigenen Eltern zugefügt worden. Von wem der beiden genau sei nicht mehr nachvollziehbar. „Das hat sogar erfahrene Ermittler erschüttert“, sagte ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft im April 2019: „Zum Glück kommt eine solche Kindesmisshandlung nur sehr selten vor.“ 

Ludwigshafen: Prozess gegen Horror-Eltern – weitere Termine bis Mitte September

Das Landgericht Frankenthal hat im Prozess gegen das Paar aus Ludwigshafen neben dem Termin am Donnerstag noch vier weitere Termine angesetzt:

  • 13. August
  • 26. August
  • 16. September
  • 19. September

Beim Prozessauftakt im April 2019 hatte die angeklagte Mutter die schweren Vorwürfe zurückgewiesen und den mitangeklagten Vater für die Misshandlungen in Ludwigshafen verantwortlich gemacht. Ismail I. hatte von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch gemacht und sich nicht zu den Taten geäußert.

Unglaublich ist auch dieser Fall aus Stuttgart: Als eine Mitarbeiterin eines Ladens aus dem Fenster schaut, traut sie ihren Augen kaum. Dort sitzt ein Mann vor seinem PC, und schaut Kinderpornos! 

kab/rmx/dh

Quelle: Ludwigshafen24

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