Haus des Jugendrechts in Ludwigshafen

Individuelle Maßnahmen für kriminelle Jugendgruppen

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Das Haus des Jugendrechts (JuReLu) in Ludwigshafen

Ludwigshafen - Einbruch, Diebstahl, Drogen - viele Jugendliche kommen aus diesem „Teufelskreis" nicht mehr heraus. Für solche Fälle gibt es seit 10 Jahren das Haus des Jugendrechts in Ludwigshafen.

Seit 2005 existiert das Haus des Jugendrechts schon in Ludwigshafen. Eine Vereinigung aus Kooperationspartnern arbeitet hier für ein gemeinsames Ziel: Der Jugendkriminalität in Ludwigshafen mit schnellen Reaktionen entgegenzuwirken. Hier arbeiten öffentliche und freie Jugendhilfe, Staatsanwaltschaft und Polizei zusammen. 

Am Donnerstag versammeln sich die Kooperationspartner vor Ort und informieren über die Arbeit des JuReLu in einem aktuellen Fall:

Fahndungserfolg durch Ermittlungsgruppe RUBIKON

Seit Januar fanden umfangreiche Ermittlungen wegen schweren Bandendiebstahls statt. Bereits zwischen Weihnachten und Neujahr 2014 passierten innerhalb weniger Tage mehrere Einbrüche.

Auffällig hierbei ist, dass immer die gleichen Personen in unterschiedlicher Zusammensetzung in Nähe der Tatorte gesichtet werden – jedoch wird keiner auf frischer Tat ertappt.

Einige innerhalb der verdächtigen Gruppe sind bereits als Intensivtäter aufgetreten und haben trotz eventueller Haftstrafen nichts aus ihren Taten gelernt. 

Aus diesem Grund beschließt die Polizei die Ermittlungsgruppe RUBIKON ins Leben zu rufen. Viele Nacht- und Wochenenddienste sind nötig, um die Täter auf frischer Tat zu ertappen, denn ein Einbruch passiert selten tagsüber. 

Und tatsächlich: Dank intensiver und koordinierter Arbeit kann bereits am 15. Februar die erste Person der Gruppe festgenommen werden. Auch die restlichen sechs Täter werden dingfest gemacht. Es handelt sich um fünf Jugendliche und zwei Heranwachsende im Alter zwischen 16 und 19 Jahren. Zwei der Gruppe befinden sich in Untersuchungshaft.

Schnelle Hilfe für die kriminellen Jugendlichen

Nach den Verhören gilt es nun, eine „möglichst schnelle und passgenaue Reaktion herbeizuführen“, betont Hubert Ströber, leitender Oberstaatsanwalt Frankenthal. 

Es geht darum, die Zeit, in der den Jugendlichen der Schreck der Festnahme noch in den Knochen sitzt, zu nutzen. Eine direkte Reaktion ist wichtig, um die oft lange Zeit bis zur Hauptverhandlung sinnvoll zu überbrücken.

Deshalb erstellte der Pfälzische Verein für Soziale Rechtspflege in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Ludwigshafen ein Konzept, das den sieben Jugendlichen ermöglicht, wieder auf den rechten Weg zu kommen – und dies noch nicht einmal einen Monat nach der ersten Festnahme.

Das Konzept: Die jugendlichen Straftäter nehmen gemeinsam an einer Maßnahme teil, auch die Eltern sollen mit einbezogen werden. Ziel ist es, den jungen Leuten neue Perspektiven aufzuzeigen und diese auch mit ihnen gemeinsam zu entwickeln. Weitere Straftaten sollen dadurch vermieden werden.

Nächste Woche soll das erste Treffen stattfinden, an dem auch Staatsanwaltschaft und Polizei teilnehmen werden. Dann wird einmal pro Woche mit der Gruppe gearbeitet.

Kernpunkte der Treffen sind zum Beispiel das Erlernen sozialer Interaktion, aber auch die Auseinandersetzung mit den Opfern

Das Konzept ist, wie jedes andere im JuReLu, auf genau diese Tätergruppe maßgeschneidert!

Der Anreiz für die Jugendlichen: Sie sammeln mit der Teilnahme positive Punkte für die jeweilige Hauptverhandlung und haben die Möglichkeit ihr Leben wieder auf die rechte Bahn zu rücken. 

Erfolg nur durch gute Zusammenarbeit

Eine schnelle und erfolgreiche Arbeit im Bereich der Jugendkriminalität kann nur optimal gelingen, wenn alle Instanzen gut zusammenarbeiten – und das ist der Vorteil des Haus des Jugendrechts.

Jörg Haßler, Leiter des Sachgebiet Jugendkriminalität bei der Polizeidirektion Ludwigshafen, lobt die hervorragende Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, die dieses Kompliment nur zurückgeben kann. In einem Fall wie dem der siebenköpfigen Gruppe reden die Kooperationspartner täglich miteinander und tauschen tagesaktuelle Infos aus.

Auch Prof. Dr. Cornelia Reifenberg, Dezernentin für Kultur, Schulen, Jugend und Familie, beschreibt die gemeinsame Arbeit von Anfang an als „Agieren auf Augenhöhe mit gegenseitigem Respekt und Anerkennung“.

Mit dem neuen Haus des Jugendrechts, dass am kommenden Montag in Mannheim eröffnet wird, ist auch ein neuer Ansprechpartner für das Ludwigshafener JuReLu gefunden. So können bald beide Städte im Kampf gegen die Jugendkriminalität zusammenarbeiten und die Erfolgsgeschichte gemeinsam weiterführen.

>>>"Haus des Jugendrechts" bald auch in Mannheim!

>>>Haus des Jugendrechts - „Grundstein“ gelegt!

kab

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