Anklage geändert

Nach BASF-Unglück: Verfahren gegen Verursacher (64) startet am Landgericht!

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Zwei Jahre nach einem tragischen Unglück auf dem BASF Gelände wird ein Prozess gegen den mutmaßlichen Verursacher eröffnet. (Archivfoto)

Ludwigshafen/Frankenthal - Zwei Jahre nach der tragischen Explosion auf dem BASF-Gelände startet der Prozess gegen den heute 64-Jährigen Angeklagten. Alles zum Verfahren:

+++ UPDATE (11. Januar, 12:40 Uhr):

Die Termine für das Verfahren am Landgericht Frankenthal stehen fest! Der Prozess vor der 3. Strafkammer beginnt am 5. Februar, 9:30 Uhr, Saal 20). 

Allerdings wurde die Anklage geändert: Der inzwischen 64-jährige Arbeiter muss sich jetzt wegen des „Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“ verantworten. Als Schweißer habe er an einer Rohrleitung, die mit einem leicht entzündlichen Gasabfallgemisch aus Buten befüllt gewesen sei, gearbeitet. 

Entgegen vorheriger Anweisungen habe mit einem Trennschleifer in die Leitung geschnitten. Durch die Funkenbildung kam es zur Explosion, in deren Folge 5 Menschen starben und 44 zum Teil schwer verletzt wurden. 

Der Angeklagte wurde bei dem Vorfall ebenfalls erheblich verletzt und sei aufgrund durch den Vorfall herbeigerufener psychischer Beeinträchtigungen nicht mehr arbeitsfähig. Im Ermittlungsverfahren hatte der Angeklagte deutlich gemacht, dass er den Unfall außerordentlich bedauere. Er könne sich an den genauen Hergang nicht erinnern und sich nicht erklären, wie es zu dem Unfall gekommen sei.

Fortsetzungstermine: 6.2., 12.2., 13.2., 19.2., 20.2., 26.2., 27.2., 12.3., 13.3., 19.3., 20.3., 26.3., jeweils 9:30 Uhr

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Ein 63-jähriger Arbeiter soll Schuld an der Explosion am 17. Oktober 2016 auf dem BASF-Gelände sein. 

Bei dem Unglück kommen fünf Menschen ums Leben, 44 werden verletzt! Die Staatsanwaltschaft Frankenthal sammelt Beweise und erhebt Anklage wegen fahrlässiger Tötung – zwei Jahre nach dem tragischen Ereignis. Jetzt fehlt nur noch die Entscheidung des Gerichts.

Die fällt am Donnerstag (1. November). Das Landgericht Frankenthal hat aufgrund des Antrags ein Verfahren eröffnet. Die genauen Termine der Verhandlungstage stehen bisher aber noch nicht fest. Klar ist aber, dass 42 Zeugen und 10 Sachverständige zu Wort kommen sollen.

>>> Themenseite zum BASF-Unglück!

Laut der Staatsanwaltschaft liegt der unmittelbare Sachschaden bei zwei bis drei Millionen Euro – die Folgeschäden sogar bei mindestens 500 Millionen Euro! Der Angeklagte, der nach seinen schweren Verletzungen dauerhaft arbeitsunfähig ist, kann sich bis heute nicht erklären, wie der Unfall passieren konnte.

Explosion erschüttert BASF-Gelände

Rückblick

Am 17. Oktober 2016 sollte der heute 63-Jährige bei Bauarbeiten mit einem Trennschleifer ein Rohr angeschnitten haben, das Gas enthielt. Eigentlich hätte er an einem Rohr direkt daneben schneiden sollen. Durch den Fehler gab es eine massive Explosion, bei der mehrere Menschen starben oder verletzt wurden. Erst vor kurzem gab es eine Gedenkfeier zum zweiten Jahrestag des Unglücks.

pm/dh/rmx

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