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Corona in Ludwighafen: Inzidenz stagniert – Schul- und Kitaöffnungen vorerst vom Tisch

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Von: Eliran Kendi

Ludwigshafen - Die aktuellen Fallzahlen, Entwicklungen und Inzidenzen während der Corona-Pandemie in der Chemiestadt findest Du hier in unserem News-Ticker:

Update vom 8. Mai: „Es geht um Leben und Tod!“, mit diesen eindringlichen Worten richtet sich eine sichtlich alarmierte Oberbürgermeisterin an die Einwohner Ludwigshafens. Es ist der 14. April und die Corona-Fallzahlen steigen wieder dramatisch an. Für Jutta Steinruck steht damals fest: „Jeder ist verantwortlich: für sich selbst und seine Mitmenschen“. Die emotionale Botschaft zeigt offenbar Wirkung: Nachdem die 7-Tage-Inzidenz am 20. April mit 273,4 einen vorläufigen Höchstwert erreicht, sinkt sie bis zum 3. Mai auf 160,8. Hoffnungen auf die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas machen sich breit.

Doch derlei Überlegungen sind jetzt vorerst vom Tisch: Bereits am Folgetag springt der Wert wieder über die kritische Marke von 165 - damit greifen die verschärften Regelungen bezüglich Schul- und Kitaschließungen der sogenannten Bundesnotbremse. Am Samstag (8. Mai) hat die Inzidenz, laut Angaben des RKI, mit 173,6 einen neuen Wochenhöchstwert erreicht.

NameLudwigshafen am Rhein
BundeslandRheinland-Pfalz
Einwohnerzahl166.621 (Stand: 2016)
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Alarm in Ludwighafen: „Es geht um Leben und Tod“! Diese Knallhart-Regeln kommen

Erstmeldung vom 14. April: Aufgrund anhaltend hoher Corona-Fallzahlen und überfüllter Intensivstationen im Klinikum verschärft die Stadt Ludwigshafen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. So erlässt die Stadtverwaltung eine überarbeitete Allgemeinverfügung mit neuen Regeln: An weiterführenden sowie Berufsbildenden Schulen wird es ab der kommenden Woche ausschließlich Fernunterricht geben; Kindertagesstätte gehen in den Notbetrieb über. Für den Besuch von Friseur*innen, Fahrschulen und außerschulischen Musikunterricht muss ein negativer Corona-Test verpflichtend vorgelegt werden. Buchhandlungen, Baumärkte, Blumenläden und Gärtnereien werden für den Kundenverkehr bis auf weiteres dicht gemacht!

Auf dieses Vorgehen haben sich die Stadt und das Land Rheinland-Pfalz verständigt. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen bleiben weiter bestehen, die Verweilverbote am Wochenende entfallen. Die neue Allgemeinverfügung tritt ab Donnerstag, 15. April 2021, 0 Uhr, in Kraft und gilt zunächst bis 25. April 2021.

Corona in Ludwigshafen: OB Steinruck erneuert dringlichen Appell an die Bevölkerung

Mit den getroffenen Regelungen reagiert die Stadtverwaltung auf die Sieben-Tage-Inzidenz von Corona-Infektionen, welche zuletzt deutlich den Wert von 200 überschritten hat. „Die Zahlen sind alarmierend, und wir gehen nicht davon aus, dass die Inzidenzwerte in den kommenden Tagen sinken. Unsere Krankenhäuser sind am Rand ihrer Belastbarkeit. Darauf hat gerade erst Prof. Layer von unserem Klinikum öffentlich sehr eindringlich aufmerksam gemacht. Es gibt keinen Spielraum mehr, und es gibt keine Zeit mehr für endlose Diskussionen, Nachlässigkeit oder Ignoranz“, erklärt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck.

Es ist bitter ernst!

Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, Ludwigshafen

Es geht um Leben und Tod! Ich appelliere an alle hier in unserer Stadt: Halten Sie sich an die Regeln! Jeder ist verantwortlich: für sich selbst und seine Mitmenschen. Nutzen Sie die Testangebote! Und: Lassen sie sich impfen!

Steinruck kritisiert auch scharf, dass die Ludwigshafener ihre Impftermine nicht wahrnehmen ohne diese im Vorfeld zu stornieren. Im schlimmsten Fall soll dabei der Impfstoff nicht verimpft werden können, da Termine reserviert und nicht neu vergeben werden können. „Das kann und darf nicht sein“, betont die Oberbürgermeisterin.

Wir wollen hier keine Szene erleben, wie wir sie vor einem Jahr im Fernsehen aus Norditalien gesehen haben. Das zu verhindern, liegt nicht alleine in den Händen der Stadtverwaltung. Es liegt an jedem hier. Wir in der Verwaltung, in den Kliniken, in den Impf- und Testzentren tun alles, was möglich ist. Aber da, wo wir die Bekämpfung der Pandemie nicht als gemeinsamen und gesellschaftlichen Kraftakt verstehen, bei dem alle ihren Teil beizutragen haben, stoßen wir an unsere Grenzen. Da stehen wir heute. Es ist bitter ernst“, ergänzt sie.

Corona in Ludwigshafen: Regelungen zu Schulen und Kitas

Die Kindertagesstätten in Ludwigshafen bleiben wegen der steigenden Infektionszahlen ab Montag, 19. April 2021, geschlossen. In allen Einrichtungen wird eine Notbetreuung eingerichtet für Kinder berufstätiger Eltern beziehungsweise berufstätiger Alleinerziehender, denen keine andere Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht.

Die Notbetreuung ist auch für Kinder geöffnet, bei denen dies aus sozialpädagogischen Gründen angezeigt ist. Die Notbetreuung wird außerdem für Kinder angeboten, die aufgrund der bevorstehenden Einschulung im Sommer 2021 weitere Unterstützung benötigen. Die genannte Regelung gilt sowohl für die Kindertagesstätten der Stadt als auch der Freien Träger. Die Stadtverwaltung appelliert an Eltern und Sorgeberechtigte, soweit es ihnen möglich ist, eine häusliche Betreuung sicherzustellen.

In Abstimmung mit dem Land wechseln die weiterführenden Schulen ab der 5. Klasse und die Berufsbildenden Schulen in Ludwigshafen ebenfalls ab Montag, 19. April 2021, wieder komplett in den so genannten Fernunterricht. Prüfungen können wie vorgesehen im Präsenzunterricht stattfinden.

An den Grund- und Förderschulen bleiben die Schüler*innen wie bisher im so genannten Wechselunterricht. Diese Entscheidung beruht auf der Tatsache, dass die Lehrkräfte an den Grundschulen ein Impfangebot erhalten haben und hier ein kompletter Fernunterricht pädagogisch insgesamt problematischer ist als bei anderen Schulformen.

Der Notbetrieb der Kindertagesstätten und der Fernunterricht für die weiterführenden und Berufsbildenden Schulen dient ebenfalls vorrangig der Reduzierung von Kontakten und damit des Ansteckungsrisikos.

Corona in Ludwigshafen: Testpflicht bei Friseurbesuchen, Fahrschulstunden und Musikunterricht

Buchhandlungen, Baumärkte, Blumenläden und Gärtnereien werden für den Kundenverkehr geschlossen. Die Geschäfte dürfen Abhol-, Liefer- und Bringdienste nach vorheriger Bestellung unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen betreiben. Den Läden ist es gestattet, für zuvor vergebene Einzeltermine – bei denen ausschließlich Personen, die demselben Hausstand angehören, zeitgleich Zutritt zu der Einrichtung gewährt wird – zu öffnen. Bei den Einzelterminen gilt die Pflicht zur Kontakterfassung.

Friseurbesuche, Fahrschulstunden und außerschulischer Einzel-Musikunterricht sind nur bei Vorlage eines negativen Corona-Tests zulässig. Um die Angebot zu nutzen, ist ein zuvor durchgeführter Antigentest mit entsprechendem Ergebnis vorzuweisen. Sport im Amateur- und Freizeitbereich ist nur im Freien und nur alleine oder mit Personen, die dem eigenen Hausstand angehören, zulässig.

Befinden sich bei Fahrten in privaten Kraftfahrzeugen darin Personen aus verschiedenen Haushalten, müssen die Mitfahrer*innen medizinische Gesichtsmasken (OP-Maske) oder KN95/N95-,FFP2-Masken oder Masken eines vergleichbaren Standards tragen. Die Maskenpflicht gilt nicht für die Fahrer*innen. (PM/esk)

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