Lage spitzt sich zu

Corona Ludwigshafen: Alarm in Kliniken – Intensivpatienten immer jünger, Familienvater (†39) tot

Ludwigshafen - Die Corona-Lage spitzt sich wieder zu. Mit der dritte Welle wüten diesmal die Corona-Mutanten. Das macht sich auf den Intensivstationen bemerkbar: Covid-Patienten werden immer jünger.

  • Coronavirus in Ludwigshafen: Die Zahl der Infizierten ist auf 8.713 (+38) angestiegen. (Stand: 18. April, 3:09 Uhr, RKI)
  • Seit Beginn der Corona-Pandemie sind 312 Menschen (+/-0) im Zusammenhang mit dem Virus verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Ludwigshafen bei 246,1 (-7,6). (Stand: 18. April, 3:09 Uhr, RKI)

Insgesamt 312 Menschen sind seit Beginn der Pandemie an oder mit dem Coronavirus verstorben – somit ist ein Todesfall mehr als am Vortag zu beklagen. Die meisten Opfer sind Covid-19-Patienten über 80 Jahre. Doch mit der ungebremsten Ausbreitung der gefährlichen Virusmutanten im Zuge der dritten Welle landen auch vermehrt jüngere Menschen auf den Intensivstationen in Ludwigshafen.

NameLudwigshafen am Rhein
BundeslandRheinland-Pfalz
Einwohnerzahl166.621 (Stand: 2016)
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Corona in Ludwigshafen: Lage in der Chemiestadt spitzt sich dramatisch zu

Zu Beginn der Woche schlägt der ärztliche Direktor des zweitgrößten Krankenhauses in Rheinland-Pfalz Alarm! Professor Dr. Günter Layer gibt bekannt, dass die Intensivstationen im Klinikum Ludwigshafen, trotz Erweiterung, voll sind. Während vor wenigen Tagen noch über mögliche Lockerungen in Ludwigshafen debattiert worden ist, rückt diese Perspektive wieder in weite Ferne. Denn am Mittwoch wendet sich Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck mit einem emotionalen Appell an die Bürger: „Es geht um Leben und Tod“, warnt die SPD-Frau und kündigt für Montag (19. April) verschärfte Corona-Regeln für Ludwigshafen an.

Städtisches Klinikum Ludwigshafen wird in der Corona-Krise zum Koordinator in der Region. (Archivbild)

Unterdessen steigt die 7-Tage-Inzidenz in der Chemiestadt immer weiter an. Am Freitag macht der Wert einen erneuten Sprung um genau 18 Punkte auf nunmehr 253,7. Vor allem junge Menschen wiegen sich nach über einem Jahr Corona-Pandemie in vermeintlicher Sicherheit. Doch der Schein trügt, wie der tragische Fall eines Covid-19-Opfers in Ludwigshafen zeigt.

Corona in Ludwigshafen: Familienvater stirbt im Klinikum nach schwerer Covid-19-Erkrankung

Nach Angaben von Layer sind die Covid-19-Patienten im Klinikum Ludwigshafen im Schnitt zehn Jahre jünger als in den bisherigen beiden Corona-Wellen. Gegenüber dem SWR berichtet Dr. Florentina Kosely, Oberärztin der Intensivstation, dass die jüngste Intensiv-Patientin im Klinikum sogar erst 21 Jahre gewesen ist.

Intensivmediziner am Limit: Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen nimmt kontinuierlich zu (Symbolbild).

Zuletzt ist ein 39-jähriger Familienvater im Klinikum an Covid-19 gestorben. Als der junge Mann bereits schwer krank eingeliefert wird, muss er direkt künstlich beatmet werden.

Das hat am Anfang gereicht, aber dann hat der Patient - und das sehen wir vermehrt in der dritten Welle mit den Mutationen - ein schweres Multiorganversagen entwickelt, bei dem die Niere und die Leber betroffen waren. Und dann ist er schlussendlich trotz maximaler Therapie verstorben. Das ist natürlich sehr dramatisch: Der Patient hatte kleine Kinder zu Hause, keinerlei Vorerkrankungen.“, berichtet Dr. Kosely.

Klinikum Ludwigshafen: Umdenken bei Corona-Leugner auf der Intensivstation

„Querdenker“-Demonstrationen, stumpfsinnige Corona-Leugnung in sozialen Netzwerken oder auch einfach nur Sorglosigkeit – diese Haltungen haben mit zunehmender Pandemiedauer weiterhin Zulauf.

Wir haben auch einige der jungen Patienten, die ganz ehrlich sagen, sie waren eigentlich vorher Corona-Leugner und, haben das jetzt durchgemacht und haben auch gesehen, wie schwer man daran erkrankt. Sie sagen dann: ‚Sie krempeln das Leben nun um‘“ , so Dr. Kosely – für einige wird diese Erkenntnis leider zu spät kommen. (esk)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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