300 Kilogramm Imidazol

BASF: Giftiger Stoff in den Rhein ausgetreten – Chemieunternehmen präsentiert Ursache

BASF - Werk Ludwigshafen
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Aus dem BASF-Werk ist Imidazol in den Rhein gelaufen (Archivbild).

Ludwigshafen - Am Freitag wird in der Kläranlage der BASF ein giftiger Stoff nachgewiesen. 300 Kilogramm sind schon in den Rhein geflossen. Alle Infos:

Update vom 11. Oktober, 14:50 Uhr: Nach dem Austritt eines giftigen Stoffes in den Rhein will das Chemieunternehmen BASF die Ursache gefunden haben. „Experten haben die Quelle der Emissionen identifiziert und gestoppt“, sagt ein Firmensprecher am Sonntag in Ludwigshafen. Zu dem Austritt sei es durch ein Zusammenspiel mehrerer Teilanlagen und Abwasserströme gekommen. Bereits am Freitag (9. Oktober) sollen knapp 300 Kilogramm des Stoffes Imidazol in den Rhein geflossen sein. Imidazol ist in der Wassergefährdungsklasse 2, das bedeutet deutlich wassergefährdend, eingestuft.

Die erhöhten Konzentrationen ist im Auslauf der Kläranlage der BASF gemessen worden. Daraufhin ist die Anlage zur Herstellung des Ausgangsstoffes bei der Herstellung von Pharma- und Kosmetikprodukten abgestellt worden. Aufgrund der ausgetretenen Menge und der Verdünnung im Rhein ist laut BASF nicht von einer Gefährdung von Wasserorganismen auszugehen. Eine Prüfung von unabhängigen Stellen liegt bislang nicht vor. (dpa/esk)

BASF: Giftiger Stoff in den Rhein geflossen – alle Infos

Erstmeldung vom 10. Oktober, 19 Uhr: Seit dem 9. Oktober 2020 werden im Auslauf der Kläranlage der BASF SE in Ludwigshafen erhöhte Konzentrationen von Imidazol gemessen. Die Anlage zur Herstellung von Imidazol wird vorsorglich abgestellt. Insgesamt sind bisher circa 300 Kilogramm des giftigen Stoffes in den Rhein geflossen. Die genaue Ursache für die Emission wird derzeit ermittelt. Imidazol wird in der Wassergefährdungsklasse 2, also als deutlich wassergefährdend, eingestuft.

Aufgrund der ausgetretenen Menge und der Verdünnung im Rhein geht die BASF nicht von einer Gefährdung von Wasserorganismen aus. Imidazol ist im Sicherheitsdatenblatt wie folgt gekennzeichnet:

  • Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.
  • Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
  • Kann das Kind im Mutterleib schädigen.

Imidazol dient hauptsächlich als Ausgangsstoff bei der Herstellung von Pharmaund Kosmetikprodukten. Die zuständigen Behörden wurden unmittelbar informiert. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat heute vorsorglich eine Rheininformation an die Rheinanlieger herausgegeben. (pm/kp)

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