Es ging ums Geld

Mord an Ismail Torun (†49): Ermittler gehen von Habgier aus

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Der leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber am Landgericht Frankenthal (Archivfoto).

Ludwigshafen/Bad Dürkheim – Im Fall des ermordeten Bauunternehmers Ismail Torun ging es den Tätern offenbar nur ums Geld. Das bestätigt Oberstaatsanwalt Hubert Ströber am Dienstag:

Es gebe derzeit keine konkreten Anhaltspunkte für einen politischen Hintergrund für den Mord an dem Unternehmer mit türkischen Wurzeln, erklärt der Leitende Oberstaatsanwalt am Frankenthaler Landgericht.

Der getötete Unternehmer Ismail Torun (†49).

Der Mord an dem beliebten türkischen Bau-Unternehmer wurde erst am Montag offiziell von Polizei und Staatsanwaltschaft Frankenthal bestätigt. Außerdem teilten die Behörden mit, dass bereits drei Tatverdächtige verhaftet wurden: Zwei Männer (49/37) und eine 42-jährige Frau sollen für die grausame Tat verantwortlich sein.
Unfassbar: Das Trio soll nach derzeitigen Erkenntnisstand auch für den gewaltsamen Tod eines zweiten Geschäftsmannes (†64) verantwortlich sein! Er war am 26. November 2016 tot auf einem Feldweg am Ludwigshafener Willersinn-Freibad entdeckt worden (WIR BERICHTETEN).

Die Luxus-Autos beider Opfer sollen jeweils in Mannheim gefunden worden sein: Der Mercedes SL 63 AMG in der Karlsternstraße bzw. Toruns Aston Martin in der Industriestraße.

Leichenfund am Willersinn: Ermittler suchen nach Spuren 

Rückblick

Der Mutterstadter Geschäftsmann mit 200 Mitarbeitern („Torun Group“) war am Freitagvormittag, 6. Januar, um 9:55 Uhr am Rande eines Weinberges bei Bad Dürkheim tot aufgefunden worden (WIR BERICHTETEN).

Zunächst Unbekannte haben den erfolgreichen und sozial sehr engagierten Familienvater am Dienstag, 3. Januar, entführt – wohl ein perfide geplantes Verbrechen.

Jedoch mit dem Unterschied, dass nicht die Entführer das Lösegeld einforderten, sondern Torun selbst mehrfach bis Donnerstag telefonisch Kontakt zu seinem Sohn und Freunden hatte, um einen hohen Geldbetrag zu organisieren. Von bis zu einer halben Million Euro ist die Rede. Am Donnerstag dann wird Torun von seiner Familie bei der Polizei als vermisst gemeldet. 

Dass Ismail Torun am Telefon behauptete, er bräuchte das Geld für ein Grundstücksgeschäft in Berlin, erklärt sein Sohn Eyüp gegenüber dem Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) so: „Das ist wahrscheinlich eine erfundene Geschichte gewesen, damit wir nicht zur Polizei gehen oder dass wir uns keine Sorgen machen. Es könnte sein, dass die Täter oder auch mein Vater diese Geschichte erfunden haben, um uns ruhig zu halten, bis die Sache durch ist.

Und Eyüp Torun dementiert im RNF die Gerüchte, sein Vater sei völlig entstellt aufgefunden worden: „Das ist gelogen. Ich habe ihn gesehen und nach den Traditionen auch gewaschen. Er hat keine Schrammen oder extreme Wunden an seinem Körper oder in seinem Gesicht.

Am Sonntagmittag um 12 Uhr erwiesen rund 2.500 Trauernde Torun die letzte Ehre, nahmen an einem einstündigen Totengebet auf dem Hof der Mevlana Moschee des Dachverbandes DITIB in der Industriestraße teil – darunter auch der Mainzer Generalkonsul Arif Eser Torun.

Danach brachte seine Familie seinen Sarg zum Frankfurter Flughafen und flog in seine türkische Heimatstadt Samsun, wo der Leichnam, der noch am Freitag obduziert wurde, beigesetzt wird.

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Mögliche Zeugenhinweise unter Telefon 0621/963-2773 oder per E-Mail unter zkiludwigshafen@polizei.rlp.de an die Kripo Ludwigshafen. Das vertrauliche Telefon der Polizei ist ebenfalls geschaltet: 0621/564400.

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pek/sag/dpa

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