Mutter sagt vor Gericht aus

Baby in Ludwigshafen brutal misshandelt: So rechtfertigt Nina R. (26) die Verletzungen ihres Kindes

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Prozess am Landgericht Frankenthal: Paar aus Ludwigshafen soll Baby misshandelt haben (Symbolfoto).

Ludwigshafen/Frankenthal - Am Dienstag geht der Prozess gegen das Paar weiter, das sein Baby brutal misshandelt haben soll. So rechtfertigt Nina R. die schweren Verletzungen ihres Kindes: 

Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen wird am Dienstag (7. Mai) am Landgericht Frankenthal der Prozess gegen ein Paar aus Ludwigshafen fortgesetzt. Nina R. (26) und ihrem Lebensgefährten Ismail I. (24) wird vorgeworfen, ihr wenige Wochen altes Baby brutal misshandelt und missbraucht zu haben. Nach der Verlesung der schockierenden Anklage am ersten Prozesstag haben bei der Fortsetzung der Verhandlung die Angeklagten aus Ludwigshafen die Chance, sich zu äußern. 

Während Ismail I. von seinem Recht zu schweigen Gebrauch macht, lässt Nina R. über ihren Verteidiger eine Erklärung verlesen. 

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Nina R. räumt in ihrer Erklärung ein, mit der Erziehung ihres Kindes völlig überfordert gewesen zu sein. Sie habe das Baby jedoch „keinesfalls vorsätzlich und willentlich“ verletzt. Auch den Vorwurf, sie habe ihrem Sohn einen Gegenstand mindestens 10 Zentimeter tief anal eingeführt und ihn so lebensgefährlich verletzt, weist sie von sich. Sie habe ihrem Kind lediglich Fieber gemessen

In ihrer Erklärung gibt die 26-jährige Ludwigshafenerin ihrem jüngeren Lebensgefährten die Schuld an den schweren Verletzungen des nur sieben Wochen alten Babys. Ismail I. sei während der Beziehung „jähzornig“ gewesen – habe zum Beispiel ein Meerschweinchen mit der bloßen Hand erdrückt. Im Zeitraum, in dem die Misshandlungen passierten, habe sie ihm den Jungen anvertraut und ihm aufgetragen, ihn zu wickeln und erneut Fieber zu messen, damit sie sich ausruhen könne. Ismail I., der aggressiv und betrunken von einer Kneipentour zurückgekehrt sei, habe seinen Zorn an dem Kind ausgelassen. Die Verletzungen am Penis des Babys führt Nina R. in ihrer Erklärung darauf zurück, dass es Diskussionen um die Beschneidung des Jungen gegeben hätte. Ismail I. hätte darauf bestanden – Nina R. sich geweigert. Auch die älteren Brüche, die die Ärzte im Krankenhaus an den Beinen des Säuglings entdeckten, könnten laut Nina R. daher kommen, dass Ismail I. seinen kleinen Sohn häufiger an den Füßen gepackt und hochgezogen habe. Wie auch später, habe die Mutter die Verletzungen ihres Kindes jedoch nicht bemerkt.

Zum Schluss der Erklärung beteuert die 26-Jährige, dass weder sie noch Ismail I. sexuelle Handlungen an dem Säugling durchgeführt hätten. Zu der Erklärung der Angeklagten sagt eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft am Rande des Prozesses: „Das ist nicht das, wovon wir ausgehen.“

Das Landgericht Frankenthal leitet auch die Ermittlungen in einem weiteren schrecklichen Fall in Ludwigshafen: Wurde ein Kind in einer Kita missbraucht? 

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Nina R. und Ismail I. wird vorgeworfen, ihren sieben Wochen alten Sohn zwischen dem 14. und 15. Oktober 2018 in der gemeinsamen Wohnung in Ludwigshafen grausam misshandelt zu haben. Nina R. habe sich durch ihr Tun sexuelle Erregung verschaffen wollen, so die Oberstaatsanwältin bei der Verlesung der Anklage. Obwohl ihr kleiner Sohn mit lebensgefährlichen Verletzungen kämpfte, soll das Paar aus Ludwigshafen erst am nächsten Tag einen Arzt aufgesucht haben. Der Säugling musste sofort notoperiert werden. Neben einer lebensbedrohlichen Bauchverletzung entdeckten die Ärzte einen Schädelbruch, weitere ältere Brüche, eine Lungen- und Herzprellung und Einblutungen in das Auge. „Das hat sogar erfahrene Ermittler erschüttert“, sagte ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft am ersten Prozesstag.

Am zweiten Verhandlungstag äußern sich sowohl Ismail I. als auch Nina R. zu ihrer Vergangenheit. Beide verbrachten Teile ihrer Kindheit im Heim, hatten eine schwere Jugend, die geprägt war von Drogenkonsum und abgebrochenen Ausbildungen. Am Nachmittag geht die Verhandlung mit der Aussage von Zeugen weiter. 

Dann die schockierende Wende: Beide Eltern werden aus der u-Haft entlassen, dürfen bis Prozessbeginn im August zuhause bleiben.

kab

Quelle: Ludwigshafen24

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