1. Mannheim24
  2. Region

„Nehmen Sie es nicht persönlich“: Klima-Aktivisten zerstören SUV-Reifen

Erstellt:

Von: Daniel Hagen

Kommentare

Mit ihren Aktionen machen sich Klima-Aktivisten in letzter Zeit nicht nur unbeliebt, sondern auch strafbar. Eine Gruppe von Aktivisten zerstört jetzt sogar Autoreifen – und gibt Tipps zu Straftaten.

Update vom 1. Dezember, 11:15 Uhr: So langsam verspielen sie auch die allerletzten Sympathien in der Bevölkerung! Die Rede ist von selbsternannten Klimaschützern, die als neueste Maßnahme mutwillig Autoreifen an SUVs zerstören. Doch zumindest Autofahrer in der Landeshauptstadt Stuttgart (Baden-Württemberg) bleiben von den destruktiven Aktivisten der Tyre Extinguisher verschont – zumindest bislang. „Solche Fälle sind in Stuttgart bislang nicht bekannt geworden“, so ein Polizeisprecher auf MANNHEIM24-Anfrage. Auch in den Zuständigkeitsbereichen der Polizeipräsidien Mannheim und Rheinpfalz seien solche Vorfälle noch nicht vorgekommen.

Klima-Gruppe zerstört SUV-Reifen – und gibt online Tipps für Straftaten

Erstmeldung vom 20. November: In den letzten Monaten haben Klima-Aktivisten immer wieder mediale Aufmerksamkeit erlangt. Dafür kleben sie sich an Straßen und Wände oder beschmieren Kunstwerke mit Essen. Eigentlich soll mit den Aktionen auf den Klimaschutz aufmerksam gemacht werden – meist ernten die Aktivisten aber nur Wut. Eine neue Klima-Bewegung wird sich mit ihren Aktionen ganz sicher keine Freunde machen, denn sie machen Reifen an Fahrzeugen unbrauchbar.

Klima-Gruppe zerstört SUV-Reifen.
Klima-Gruppe zerstört vielerorts mutwillig SUV-Reifen. (Symbolfoto) © IMAGO / Noah Wedel

Klima-Aktivisten Tyre Extinguishers machen SUV-Reifen kaputt

Viele Menschen und Politiker bezeichnen Aktivisten wie die „Letzte Generation“ als kriminell, Alexander Dobrindt vergleicht sie sogar mit der Terrororganisation RAF. Wie kreiszeitung.de berichtet, stuft Verfassungsschutz-Chef Thomas Haldenwang die Aktivisten aber als „nicht extremistisch“ ein. Eine neue Gruppierung geht für den Klimaschutz jetzt noch einen Schritt weiter. Die Mitglieder machen die Reifen an SUVs unbrauchbar und hinterlassen eine Nachricht, in der sie um Verständnis bitten. Außerdem zeigen sie im Internet, wie man das Verbrechen richtig begeht.

„Wir verteidigen uns selbst gegen den Klimawandel, Luftverschmutzung und unsichere Autofahrer“, schreiben die Tyre Extinguishers (Reifenlöscher) auf ihrer Internetseite. Das Ziel der Aktivisten sind „massive und unnötige“ Autos, auch bekannt als SUVs. Dabei handelt es sich um Geländefahrzeuge, die sehr oft aber auch in Städten gefahren werden. Diese stehen in der Kritik, da sie schlechter für die Umwelt sind und eine erhöhte Gefahr für Verkehrsteilnehmer darstellen können.

Tyre Extinguishers rufen zu Straftaten auf

Die Tyre Extinguishers agieren laut eigener Aussage international und haben Untergruppen in Schottland, Frankreich, Italien und Österreich. Es sind jedoch auch zahlreiche Fälle aus anderen Ländern bekannt. Auch in Deutschland scheint es Anhänger der Bewegung zu geben. Alleine am Dienstag (29. November) seien laut den Aktivisten in acht Ländern rund 900 SUVs „entwaffnet“ worden – darunter auch in Berlin, Bonn, Saarbrücken, Essen und Hannover.

An all diesen Fahrzeugen wird die Luft abgelassen, indem man die Kappen an den Reifen entfernt. Dabei handelt es sich laut § 303 Strafgesetzbuch um eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe belangt werden kann, je nachdem, wie stark das Fahrzeug beschädigt wurde. Zuletzt haben Klima-Aktivisten in Mannheim die Bismarckstraße blockiert.

Anleitung zur Straftat – so zerstören die Klima-Aktivisten SUV-Reifen

Wer übrigens nicht weiß, wie man ein Auto „entwaffnet“, findet die genaue Anleitung auf der Seite der Tyre Extinguishers. Es gibt sogar ein Video, das zeigt, wie man die Straftat begeht. Zudem findet man ein Bekennerschreiben, das die Aktivisten nach eigenen Angaben am Ort des Verbrechens hinterlassen würden. „Wir haben bei einem oder mehreren Ihrer Reifen die Luft abgelassen. Sie werden wütend sein, aber nehmen Sie es nicht persönlich. Es liegt nicht an Ihnen, sondern an Ihrem Auto“, heißt es in dessen Einleitung.

Wer auf sein Auto angewiesen ist, um zur Arbeit zu kommen oder seine Kinder in die Schule zu bringen, wird wohl eher weniger Verständnis für die Aktion haben. Immerhin heißt es auf der Seite der Tyre Extinguishers, dass keine Fahrzeuge beschädigt werden sollen, die „ganz deutlich“ für Menschen mit Behinderung genutzt werden – ob das aber so einfach funktioniert und zu erkennen ist, lässt sich bezweifeln. (dh)

Auch interessant

Kommentare