Diskussion um Wildtierverbot in der Manege

Raubkatzen im Zirkus: Wie leben die Tiger vom ‚Circus Manuel Weisheit'?

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Ein Tiger im ,Circus Manuel Weisheit‘

Leimen - Die vier Sibirischen Tiger von ,Circus Manuel Weisheit' sind vielen Tierschützern ein Dorn im Auge. Doch wie ist das Leben hinter Gittern wirklich? 

Namhafte Tierschutzorganisationen wie ,PETA' und der ,Deutsche Tierschutzbund' fordern es schon länger. Nun kocht ein Thema auch in unserer Region wieder hoch: Das Wildtierverbot in Zirkussen.

Denn: Seit Dienstag (30. Januar) gastiert ,Circus Manuel Weisheit' am ,MixMarkt' in Leimen. Neben ein paar Ponys und Lamas gibt es dort auch vier majestätische Raubkatzen. Dabei handelt es sich um Sibirische Tiger, die laut WWF als stark gefährdet eingestuft werden. Gerade einmal rund 500 der so genannten ,Amur-Tiger' gibt es derzeit nur noch auf der Welt.

Doch wie geht es den Tigern wirklich?

Am Freitagnachmittag (2. Februar) startet das Programm von ,Circus Manuel Weisheit'. HEIDELBERG24 will sich deshalb selbst ein Bild von den Tieren, der Art ihrer Haltung und dem Zirkus zu machen. 

Neben dem Parkplatz des Supermarktes stehen das große blaue Zirkuszelt mit seinen goldenen Sternen an den Seiten und mehrere Campingwagen, die ringsum von Zäunen abgegrenzt werden. Wer glaubt, dass die Tiger gut versteckt gehalten werden, liegt falsch. Direkt neben der Theodor-Heuss-Straße und unterhalb der B3 steht das Gehege der Raubkatzen. Dadurch kann wirklich jeder die Tiere sehen – ob Autofahrer, Fußgänger oder Tierschützer.

In einem auf den ersten Blick kleinen Container liegen drei der Tiger und dösen. Ein vierter liegt wiederum draußen an das Stahlgitter gelehnt. Mit einem wachsamen Blick beobachtet er jeden unserer Schritte. Neben ihm liegt ein silberner Ball, zwei Autoreifen und eine große Wanne, vermutlich mit Wasser gefüllt. 

Unser Eindruck: Trotz der lauten und vielbefahrenen Straßen wirkt der Vierbeiner ruhig und gelassen. Auch Hinweise auf kahle Stellen im Fell oder andere Merkmale, die Tierfreunde beunruhigen könnten, finden wir nicht. 

Nach ein paar Minuten steht der Tiger auf, springt auf ein Brett, geht kurz zu seinen Artgenossen und legt sich anschließend wieder hin. Seine Pfoten baumeln von der Rampe. Uns schenkt er schon längst keine Aufmerksamkeit mehr, ist als Zirkustier wohl an Dauerpublikum gewohnt. Stattdessen wandert sein Blick in den Himmel.

HEIDELBERG24 macht sich ein Bild von den Zuständen im Zirkus

Trotz der Gelassenheit bleiben wir skeptisch – denn wie viel kann man wirklich in fünf Minuten und einem Abstand von rund acht Metern erkennen?

Wir suchen das Gespräch mit dem Zirkus-Direktor. Doch eine Stellungnahme will er aufgrund schlechter Erfahrungen mit den Medien nicht abgeben.

Was sagt das Veterinäramt?

Noch am gleichen Tag fragen wir beim Veterinäramt nach, ob es den Zirkus schon unter die Lupe genommen hat. Laut einer Sprecherin haben drei Veterinäre den Zirkus an mehreren Tagen besucht und kontrolliert – immer unangekündigt. Dabei seien „keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Zu beanstanden gäbe es nichts, so das Veterinäramt.

Tierschützer sehen das allerdings ganz anders

Anika Rieblinger, Leiterin der Tierschutzorganisation ,PETA ZWEI‘ in Heidelberg, sagt auf Anfragen von HEIDELBERG24: „Kein Festplatz inmitten einer Stadt bietet den Tieren das, was sie aber bräuchten: Es gibt dort keine Bäume zum Klettern, keine Felsen zum Scheuern, keine Flüsse zum Baden, keinen Sand zum Wühlen. Diese lebenslangen Entbehrungen führen zu schweren Verhaltensauffälligkeiten und zum frühen Tod der Tiere.

Außerdem basiere laut Rieblinger die Dressur von Wildtieren immer auf Gewalt und Zwang. „Anders ist Dressur nicht möglich, denn auch ein Tiger, der in Gefangenschaft geboren wurde, ist und bleibt ein Wildtier“, so die Leiterin. Gemeinsam mit weiteren Tierschützern appelliert sie für ein Wildtierverbot in Zirkussen.

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jol

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