Teenager in Leimen schwer verletzt

Über ein Jahr nach brutaler Kampfhunde-Attacke: Darum müssen Coco und Poyraz sterben

Leimen - Zwei Kampfhunde attackieren einen 15-Jährigen und verletzen ihn schwer. Drei junge Männer werden dafür vor dem Landgericht Heidelberg verurteilt. Das ist mit den Tieren passiert: 

  • Zwei Kampfhunde greifen in Leimen (Baden-Württemberg) einen Jugendlichen an und verletzen ihn schwer.
  • Berke C, Berkant C. und Marvin B. werden vom Landgericht Heidelberg für die Attacke verurteilt.
  • Zwei der Angeklagten legen daraufhin Revision beim Bundesgerichtshof ein.
  • Nach Attacke in Leimen - das ist mit den Hunden passiert:

Update vom 2. September: Am 10. Juni 2019 hetzt ein 16-Jähriger aus St. Ilgen zwei unangeleinte Kampfhunde der Rasse American Staffordshire Terrier auf einen 15-Jährigen. Die Hunde mit den Namen Coco und Poyanz zerfleischen das Gesicht des Jugendlichen. Teile seines Ohres und seiner Nase werden abgebissen. Der Haupttäter Berke C. gibt vor Gericht an, „aus Spaß“ gehandelt zu haben. Er wird im Dezember 2019 wegen gefährlicher Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt.

Sein älterer Bruder und der Besitzer der Hunde Berkant C. ist bei der Attacke nicht anwesend. Er wird als wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und Schmerzensgeld verurteilt. Marvin B., der kurz vor der Hundeattacke in Leimen das Halsband eines der Hunde festgehalten und dann losgelassen hat, erhält die gleiche Strafe.

Nach Hunde-Attacke in Leimen: Revision abgelehnt

Berkant C. und Marvin B. wollen das Urteil jedoch nicht akzeptieren und legen Revision ein. Wie die RNZ berichtet, hat der Bundesgerichtshof die Revision mittlerweile abgewiesen. Da die Urteile somit rechtskräftig sind, dienen die Hunde nicht mehr als Beweismittel.

Leimen/Heidelberg: Kampfunde werden eingeschläfert

Nach der Attacke werden die Kampfhunde im Tierheim Heidelberg untergebracht. Dort soll die Haltung der aggressiven Tiere sehr schwierig gewesen sein. Unter dem Vorsitz der Hundeführerstaffel des Mannheimer Polizeipräsidiums wird eine „Ethikkommission“, in der auch ein Mitarbeiter des Veterinäramtes Rhein-Neckar sitzt, einberufen.

Da die Tiere für sehr gefährlich gehalten werden und man sie Menschen nicht mehr überlassen könne, empfiehlt die Kommission die Tiere einzuschläfern. Es wäre außerdem nicht „tierwürdig“ sie dauerhaft im Zwinger des Tierheims zu halten. Die Hunde Coco und Poyraz werden daraufhin getötet.  

Leimen: Brutale Kampfhund-Attacke – Täter wollen Strafe nicht akzeptieren

Erstmeldung vom 1. Juni 2020: Vor fast genau einem Jahr ereignete sich in Leimen ein grausamer Vorfall. Am Abend des 10. Juni griffen zwei Kampfhunde der Rasse American Stafford Mix einen 15-Jährigen an und zerfleischten sein Gesicht. Die Tiere wurden ohne Maulkorb von zwei Personen herumgeführt. Berke C. hetzte die Vierbeiner zuvor auf das Opfer, um ihm Angst einzujagen – denn beide kannten sich. Am 3. Dezember begann dann der Prozess gegen Berke C., seinen Bruder und Hundebesitzer Berkant C. und den Freund Marvin B.. Dieser war ebenfalls vor Ort und ließ einen der Hunde auf den 15-Jährigen los. Das Trio wurde verurteilt und legte Revision ein.

Zwei Kampfhunde haben in Leimen einen Teenager schwer verletzt. (Symbolfoto)

Leimen: Kampfhund-Prozess – Täter legen Revision ein

Bereits am ersten Tag des Prozesses am Landgericht Heidelberg entschuldigten sich die drei jungen Männer im Alter von 16 bis 22 Jahren für die Tat und räumten viele Fehler im Umgang mit den Kampfhunden ein. Am Ende wurde Berke C. wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und sechs Monaten Jugendstrafe verurteilt. Marvin B. wird wegen grob fahrlässiger Körperverletzung zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und Schmerzensgeld verurteilt. Die gleiche Strafe erhält auch Berkant C.. Als Halter der beiden Hunde war er seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen. 

Direkt im Anschluss legten alle drei Revision gegen das Urteil ein. Der Haupttäter Berke C. hat diese mittlerweile aber wieder zurückgezogen und seine Strafe damit akzeptiert. Anders sieht es aber bei den beiden anderen Verurteilten aus. Sie wollen nach Angaben des Landgerichts weiter in der zweiten Instanz gegen die Entscheidung vorgehen. 

Leimen: Kampfhunde-Prozess wird nicht komplett aufgerollt

Wann sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigen wird, ist allerdings noch unklar. Das Gericht in Karlsruhe wird das Urteil des Landgerichts Heidelberg nun auf Rechtsfehler überprüfen, den Fall an sich aber nicht mehr komplett aufrollen.

Doch solange die Revision dauert, ist das Schicksal der beiden Hunde „Coco“ und „Keuras“ noch unklar. Die Tiere leben seit der Tat in einem Tierheim. Sobald das Urteil rechtskräftig ist, wird die Staatsanwaltschaft Heidelberg in Abstimmung mit dem Veterinäramt über das Schicksal der American-Staffordshire-Terrier entscheiden. Zurück zu Berkant C. werden sie aber auf jeden Fall nicht mehr kommen. (dpa/dh(kp)

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