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Polizisten-Mord in Kusel: Prozessbeginn – Angeklagter schiebt Schuld auf Komplizen

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Von: Daniel Hagen

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Kaiserslautern - Mehrere Monate nach den Polizisten-Morden in Kusel beginnt der Prozess gegen einen 39-Jährigen. Der schiebt die Schuld auch auf seinen Komplizen.

Vor knapp fünf Monaten – am 31. Januar – werden in der Nähe von Kusel zwei Polizisten bei einer Fahrzeugkontrolle erschossen. Der mutmaßliche Mörder und sein Komplize werden geschnappt. Das Duo soll von den Beamten Yasmin B. und Alexander K. bei der Jagdwilderei erwischt worden sein. Am Dienstagmorgen (21. Juni) beginnt der Mordprozess am Landgericht Kaiserslautern.

NameKusel (Rheinland-Pfalz)
Fläche14,37 km²
Bevölkerung5566 (31. Dez. 2020)
StadtbürgermeisterJochen Hartloff (SPD)

Kaiserslautern: Prozess um Polizisten-Morde in Kusel beginnt

Vor Gericht steht ein 39-Jähriger, der die tödlichen Schüsse abgegeben haben soll. Seinem 33-jährigen mutmaßlichen Komplizen wird versuchte Strafvereitelung vorgeworfen, da er beim Verwischen der Spuren geholfen haben soll. Beide werden zudem wegen gemeinschaftlicher nächtlicher Jagdwilderei beschuldigt. Am Tag vor dem Prozess finden mehrere Razzien im Land statt, weil nach den Polizisten-Morden in Kusel „Hate Speech“ im Internet stattgefunden hat.

Laut Staatsanwaltschaft soll der 39-jährige Alexander K. mit einem Vorwand zur Fahrertür gelockt haben, wo er mit einer Schrotflinte auf den Polizisten schießt. Während der verletzte Beamte einen Notruf absetzt, soll der Angeklagte Yasmin B. in den Kopf geschossen haben. Mit einem Jagdgewehr soll der mutmaßliche Mörder dann Alexander K. getötet haben. Als er kurz darauf bemerkt, dass die Polizistin noch lebt, schießt er ihr ein weiteres Mal in den Kopf.

Polizistenmorde in der Pfalz - Prozessbeginn
Prozess nach Polizisten-Morden am Landgericht Kaiserslautern. © Uwe Anspach/dpa

Polizisten-Morde in Kusel: Angeklagter schiebt Schuld auf Komplizen

Wie der SWR berichtet, schildert der Verteidiger des 39-Jährigen die Situation aber komplett anders und schiebt die Schuld auf seinen Komplizen. Demnach habe sein Mandant bei der Fahrzeugkontrolle nach den Papieren gesucht, als er plötzlich zwei Schüsse hört. Völlig „perplex“ habe der Angeklagte dann in Richtung des Mündungsfeuers geschossen – aus Notwehr! Sein 33-jähriger Komplize soll Yasmin B. kaltblütig ermordet haben.

Der Anwalt des 33-Jährigen bezeichnet diese Darstellung anschließend als unzutreffend und „vorhersehbar“. Der Tatverlauf sei so gewesen, wie es die Staatsanwaltschaft vorgelesen habe. Die Anklagebehörde wirft dem 39-Jährigen zwei Morde vor, „aus Habgier und um eine Straftat zu verdecken.“ Bis zum 9. September werden an 14 Terminen Experten und Zeugen aussagen, um herauszufinden, was an diesem Montagmorgen wirklich passiert ist. (dh mit dpa)

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