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Polizisten bei Kontrolle erschossen: Täter polizeibekannte Wilderer?

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Von: Marten Kopf

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Kusel - Eine Zivilstreife kontrolliert am frühen Montagmorgen ein Auto in der Pfalz. Es fallen Schüsse, eine Polizistin und ihr Kollege sterben. Die Täter sollen polizeibekannt sein – und womöglich Wilderer.

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten in der Pfalz suchen die Ermittler mit Hochdruck in mehreren Bundesländern nach den flüchtigen Tätern. Die 24 Jahre alte Polizeianwärterin und der 29 Jahre alte Polizeibeamte können nach Angaben aus Sicherheitskreisen am frühen Montagmorgen noch einen Funkspruch absetzen mit den Worten: „Die schießen.“ Kurz zuvor hatten sie demnach ihre Kollegen informiert, dass sie totes Wild in einem Fahrzeug gefunden hätten. Politiker, Polizeivertreter und Prominente in Rheinland-Pfalz und bundesweit reagieren schockiert.

Inzwischen sind mehr als 50 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Das teilt eine Polizeisprecherin in Kaiserslautern am Montagnachmittag (31. Januar) mit. Diese würden nach und nach ausgewertet. Ob darunter eine heiße Spur zu den Gesuchten ist, stand zunächst noch nicht fest. Die Ermittlter fahnden seit den Nachmittagsstunden öffentlich nach einer konkreten Person und warnen die Bevölkerung davor, Anhalter mitzunehmen. Bei einem der Tatverdächtigen handelt es sich um Andreas S. (38) – er könnte bewaffnet sein.

Tödliche Verkehrskontrolle: Jagdpächter aus Baden-Württemberg spricht über Wilderer

Roman Rossel, Jagdpächter in Bernbach im Schwarzwald, sagt gegenüber Einsatzreport24, es sei bekannt, dass in Deutschland nach wie vor gewildert werde. Ein Mittel gegen Wilderei sei die Kommunikation, so Rossel: „Wir wissen immer, wenn ein Jäger von uns im Revier unterwegs ist. Das heißt also, wenn man einen Schuss hier im Wald oder auf den Wiesen hört, dann wissen wir, ob das ein Jäger von uns war oder nicht.“. Auch sei es nicht unüblich, dass man als Jäger gerade in den frühen Morgenstunden von der Polizei kontrolliert werde. „Und das ist auch richtig so.“

Polizisten bei Verkehrskontrolle erschossen: Fluchtrichtung noch unklar

Wie oft am Morgen geschossen wurde, steht nicht sofort fest. Berichte, nach denen die beiden Beamten mit Kopfschüssen getötet wurden, kann die Polizei zunächst ebenfalls nicht bestätigen. Die Schutzwesten reichten aber von der Hüfte bis zum Hals. Die Polizei geht davon aus, dass eine Obduktion angeordnet wird. Am Tatort werden am Montag Spuren gesichert. „Da wird im Moment auf dieser Straße jeder Stein umgedreht“, so eine Polizeisprecherin. Die Fluchtrichtung der Tatverdächtigen sei unklar.

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sabrina Kunz, appellierte an die Bürger im Raum Kaiserslautern, am Montag mit Rücksicht auf die schreckliche Tat und die Ermittlungen, für die viele Kräfte gebraucht würden, auf Versammlungen gegen die geltenden Coronamaßnahmen zu verzichten. (mko/dpa)

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