Experte sagt: Fälle von Flucht seien selten 

Nach Flucht eines Gewalttäters (29) aus Psychiatrie: Hinweise aus Bevölkerung eingegangen

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Flucht eines Psychiatrie-Patienten aus dem Pfalzklinikum (Symbolfoto).

Klingenmünster - Beim Ausgang einer Gruppe entwischt ein psychisch kranker Straftäter vom Gelände des Pfalzklinikums. Experten betonen: Solche Fälle von Flucht sind generell selten.

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Nach der Flucht eines psychisch kranken Straftäters aus dem Pfalzklinikum in Klingenmünster (Kreis Südliche Weinstraße) hat die Polizei am Mittwoch weiter nach dem 29-Jährigen gesucht. Der Mann sei noch flüchtig, sagte ein Polizeisprecher. Die Behörden warnten die Bevölkerung vor einem Kontakt. Der Mann neige insbesondere zu Gewalt, wenn er unter Drogeneinfluss stehe. Der Gesuchte war wegen gefährlicher Körperverletzung in der Klinik für Forensische Psychiatrie untergebracht. 

Der Patient ist 1,81 m groß und schlank. Er hat schwarze Haare, braune Augen und eine dunkle Hautfarbe. Außerdem hat er eine Gehbehinderung.

Die Justiz habe Fahndungsmaßnahmen angeordnet, teilte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern mit. Bei der Polizei in Bad Bergzabern seien bereits zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, die auch zu Ermittlungsansätzen geführt hätten. 

So konnte der Mann entkommen 

Der Mann hatte sich während des Ausgangs einer Gruppe am Dienstag unerlaubt vom Gelände des Pfalzklinikums entfernt. „Die Gruppe war in Begleitung von Mitarbeitern. Der Mann, der sich im Maßregelvollzug befindet, ist unbemerkt weggelaufen“, sagte eine Sprecherin der Einrichtung. 

Das Areal sei ein offenes Gelände, weil es ein Krankenhaus sei und kein Gefängnis. „Solche Fälle einer Entfernung sind generell selten“, sagte sie. 

Derzeit werden in der Klinik für Forensische Psychiatrie 175 Patienten stationär und 160 ambulant betreut. Dazu kommen 17 Patienten im Jugendmaßregelvollzug. 

Auch Axel Merschky vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung hatte vor kurzem gesagt, Fälle einer solchen Flucht lägen „im absoluten Promillebereich“.

„Echte Ausbrüche haben wir so gut wie keine“, sagte der Referatsleiter von der Aufsicht des Maßregelvollzugs in Rheinland-Pfalz. Ende Juni war ein Sexualstraftäter drei Tage nach seiner Flucht aus der Psychiatrie in Weißenthurm bei Koblenz von der Polizei in der Nähe gefasst worden. Der 54-Jährige war nicht in die Klinik Nette-Gut zurückgekehrt. 

Im März war ein 34-jähriger Mann, der seinen Vater getötet hatte und seinen Bruder umbringen wollte, aus der Forensischen Psychiatrie einer Andernacher Fachklinik entkommen. Er wurde Tage später im unterfränkischen Karlstein gefunden.

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Du hast den Mann gesehen? Verständige in diesem Fall bitte umgehend die zuständige Polizeidienststelle in Bad Bergzabern unter der ☎ 06343/93340 oder jede andere Dienststelle über den Notruf 110.

dpa/kp

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