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Karl Lauterbach: Terror-Gruppe plante seine Entführung – Polizei verhindert Schlimmeres

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Von: Daniel Hagen

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Mainz - Den Ermittlern ist eine Terror-Gruppe ins Netz gegangen. Die „Vereinten Patrioten“ wollten mit Anschlägen einen Bürgerkrieg auslösen – und Karl Lauterbach entführen!

Sie wollten Deutschland mit Sprengstoffanschlägen, Stromausfällen und anderen Gewalttaten ins Chaos stürzen und damit einen Bürgerkrieg auslösen. Am Ende sollte das demokratische System gestürzt werden. Diese Fantasien gehören zu einer Gruppe namens „Vereinte Patrioten“. Neben den Terrorplänen sollte zudem Gesundheitsminister Karl Lauterbach entführt werden!

NameKarl Wilhelm Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 in Düren
EhepartnerinAngela Spelsberg (verh. 1996–2010)
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands
AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Mainz: Schlag gegen rechte Terror-Gruppe „Vereinte Patrioten“

Die Mitglieder der Gruppe lassen sich der Querdenker- und Reichsbürgerszene zuordnen. Es handelt sich um Deutsche im Alter von 55, 54, 50, 42 und 41 Jahren. Am Mittwoch (13. April) sind rund 270 Beamte in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen im Einsatz, wo rund 20 Objekte durchsucht werden.

Wie das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Tag danach mitteilen, sind bei den Durchsuchungen Waffen, Munition, Bargeld, Goldbarren und Silbermünzen sichergestellt worden. Vier Mitglieder der Gruppe „Vereinte Patrioten“ werden festgenommen. Ihnen werden Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen.

„Operation Klabautermann“: Rechte Terrorgruppe wollte Karl Lauterbach entführen

Um das demokratische System in Deutschland zu stürzen, haben die Mitglieder der Telegram-Chatgruppe „Vereinte Patrioten“ sogar die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und anderen öffentlichen Personen geplant. Der Minister ist vielen in der Querdenker-Szene wegen seiner Corona-Politik schon lange ein Dorn im Auge.

Nach Informationen der „Bild“ soll das Unternehmen „Operation Klabautermann“ genannt worden sein. In den sozialen Medien wird Lauterbach meist abwertend als „Klabauterbach“ bezeichnet. Was die Terroristen mit dem Minister getan hätten, ist bislang unbekannt. Es gibt aber nicht wenige Menschen auf Telegram, die ihm – und vielen anderen Politikern und Journalisten – den Tod wünschen.

Karl Lauterbach schockiert über Entführungspläne

Der amtierende Gesundheitsminister zeigt sich bestürzt wegen der geplanten Entführung. „Den Betroffenen geht es nicht um die Corona-Politik, sondern um eine Abrechnung mit dem Staat als solchem und das dürfen wir nicht zulassen“, sagt Lauterbach. Diese kleine Minderheit an Menschen sei „hochgefährlich“. Seine Arbeit werde die Situation aber nicht beeinflussen.

Leider handelt es sich bei solchen rechtsradikalen Gruppen nicht um Einzelfälle. So ist vor kurzem erst die Gruppe um einen selbsternannten Druiden verurteilt worden, die Waffen und Munition für den Ernstfall gebaut und gebunkert haben. Auch die Partei „dieBasis“ in Heidelberg plant auf ihrer Homepage ganz offen, wie man nach dem Zusammenbruch Deutschlands weitermachen müsse.

Hauptverdächtige der Terror-Gruppe kommen aus Neustadt und Falkensee

Die Ermittlungen gegen die Terrorgruppe „Vereinte Patrioten“ laufen laut Landeskriminalamt und der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz bereits seit Oktober. Wie die „Bild“ berichtet, sollen die Ermittler die Beschuldigten bei Waffenverkäufen ausgetrickst haben. Insgesamt wird gegen 12 Personen der Chatgruppe ermittelt.

Die Hauptverdächtigen sollen ein 55-Jähriger aus Neustadt an der Weinstraße und ein 54-Jähriger aus dem brandenburgischen Falkensee sein. Der Pfälzer ist bei der Vorbereitung einer Waffenübergabe festgenommen worden. (dh mit dpa)

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