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Karl Lauterbach: Entführung des Politikers geplant – „geht es nicht um die Corona-Politik“

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Von: Daniel Hagen

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Mitglieder eine Telegram-Gruppe namens „Vereinte Patrioten“ haben neben Anschlägen auch die Entführung von Karl Lauterbach geplant. So reagieren der Minister und andere Politiker.

Die Pläne einer Telegram-Gruppe klingen wie aus einem Hollywood-Blockbuster: Anschläge auf Elektrizitätswerke, Gewalt, Bürgerkrieg und die Entführung eines ranghohen Politikers. Was die Mitglieder der Gruppe „Vereinte Patrioten“ in ihrem Chat besprechen, soll aber brutale Realität werden! Und das erste Opfer ihrer Ideologie steht auch schon fest: Karl Lauterbach.

NameKarl Wilhelm Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 in Düren
EhepartnerinAngela Spelsberg (verh. 1996–2010)
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands
AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Terror-Gruppe plant Anschläge und Entführung von Karl Lauterbach

Die „Patrioten“ – bei denen es sich um etwa 70 Personen aus der Querdenker- und Reichsbürgerszene handeln soll – haben in mehreren Bundesländern Waffen und Munition gebunkert. Alles für den „Tag X“, wenn sie mit ihren Anschlägen das Land in einen Bürgerkrieg stürzen und die Macht in Deutschland an sich reisen – so zumindest der Plan.

Anschließend soll die „Operation Klabautermann“ in Kraft treten. Das bedeutet, dass Gesundheitsminister Karl Lauterbach entführt und anschließend für seine Taten verurteilt wird. Seit Jahren schon ist der SPD-Politiker ein rotes Tuch für Corona-Leugner, weshalb nicht wenige ihn und auch andere Volksvertreter wie bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilen wollen. Der einfallsreiche Name dafür: „Nürnberger Prozesse 2.0“.

Mitglieder der Terror-Gruppe „Vereinte Patrioten“ in Haft

Glücklicherweise kommen das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz der Gruppe „Vereinte Patrioten“ auf die Spur und können am Mittwoch (13. April) im ganzen Land Waffen und andere Gegenstände beschlagnahmen. Hinzu werden vier Mitglieder festgenommen – mittlerweile ist ein Haftbefehl erlassen worden.

Die beiden Hauptbeschuldigten sind ein 55-Jähriger aus Neustadt an der Weinstraße sowie ein 54 Jahre alter Mann aus dem brandenburgischen Falkensee. Ihnen und den anderen Festgenommenen werden die Vorbereitung einer
schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen.

Innenministerin Nancy Faeser äußert sich zu Entführungsplänen gegen Karl Lauterbach

„Den Betroffenen geht es nicht um die Corona-Politik, sondern um eine Abrechnung mit dem Staat als solchem und das dürfen wir nicht zulassen“, sagt Lauterbach. Er stufe die kleine Minderheit an Menschen mit solchem Gedankengut als „hochgefährlich“ ein. Diese Auffassung teilen auch andere Politiker.

„Bewaffnete Reichsbürger und radikalisierte Corona-Leugner verbindet der Hass auf unsere Demokratie. Die Entführungspläne gegen Karl Lauterbach und die Umsturzfantasien zeigen eine neue Qualität der Bedrohung“, erklärt Bundesinnenministerin Nancy Faeser auf Twitter. Es sei vor allem wichtig, gegen die Plattform Telegram vorzugehen, auf der sich solche Menschen vernetzten und radikalisierten.

Innenminister bezeichnet Plan als „Rechtsterrorismus“

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sagt der „Rheinischen Post“: „Wer Anschlags- und Entführungspläne verfolgt, legt Axt an unsere freiheitliche Demokratie. Umso mehr bin ich froh, dass unsere Sicherheitsbehörden offenbar sehr gute Ermittlungsarbeit geleistet haben.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz bezeichnet die Pläne der Gruppe „Vereinte Patrioten“ als „Rechtsterrorismus“. Der Fall mache klar, dass es unter „Corona-Leugnern, Quertreibern, Reichsbürgern“ gewaltbereite Radikalen gebe, die offenbar nicht einmal „vor einer Bewaffnung und damit verbunden vor potenziellen Anschlägen zurückschrecken“, sagt der Innenminister weiter. (dh mit dpa)

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