Bluttat Kandel

Mörder von Mia tot in Gefängnis-Zelle gefunden! Das sagt das Obduktionsergebnis

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Mörder von Mia erhängt sich in einer Gefängniszelle der Jugendstrafanstalt in Schifferstadt.

Kandel - Knapp ein Jahr nach seiner Verurteilung erhängt sich der Mörder von Mia (†15) in seiner Gefängniszelle. Mehr dazu:

Update vom 11. Oktober, 13 Uhr: Das Obduktionsergebnis ist da: Laut Staatsanwaltschaft Frankenthal und Polizeipräsidium Rheinpfalz starb Abdul D. durch „zentrales Regulationsversagen infolge Erhängens“. Nach dem Kurzprotokoll des Rechtsmedizinischen Instituts Mainz gehen die Ermittler von Selbstmord aus. Es gibt keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Ein toxikologisches Gutachten steht noch aus. 

Staatsanwaltschaft und Kripo Ludwigshafen ermitteln weiter. Es seien noch Zeugen zu vernehmen und weiteres „Schriftgut“ zu sichten, heißt es.  

Mörder von Mia tot in Gefängnis-Zelle gefunden! Adbul D. hat schon vorher versucht, sich umzubringen

Update vom 11. Oktober, 9 Uhr: Am Freitag wird der Leichnam von Abdul D. dem im rechtsmedizinischen Institut in Mainz übergeben und obduziert. Die Staatsanwaltschaft rechnet noch am selben Tag mit einem Ergebnis der Obduktion. 

Update um 16:30 Uhr: Nach dem Suizid von Abdul D. in der JVA Schifferstadt stellen sich die Behörden viele Fragen – zum Beispiel, warum sich der Mörder aus Kandel umgebracht hat. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankenthal habe man bei seinem Leichnam keinen Abschiedsbrief gefunden. Es gebe aber Hinweise darauf, dass es in der Vergangenheit zu Auseinandersetzungen mit anderen Häftlingen gekommen sei. 

Mit einem Todesermittlungsverfahren sollen nun die genauen Umstände des Freitods von Abdul D. durchleuchtet werden. Hierfür soll sein Körper am Freitag (11. Oktober) im rechtsmedizinischen Institut in Mainz obduziert werden. Auch werde geprüft, ob noch eine weitere Person an dem Tod beteiligt gewesen sein könnte – dabei handele es sich aber um eine Routinemaßnahme, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärt. Zuletzt sei Abdul D. am Mittwochabend (9. Oktober) um 21:30 Uhr lebend gesehen worden.  

Kandel: Abdul D. hat schon einmal versucht sich umzubringen

Erstmeldung vom 10. Oktober, 12:20 Uhr: Diese Tat schockiert 2017 ganz Deutschland: Drei Tage nach Weihnachten wird die erst 15-jährige Mia in einem Drogeriemarkt in Kandel erstochen. Der Mörder: Ihr Ex-Freund Abdul D.! Der Mann aus Afghanistan wird von der Polizei festgenommen und die Ermittlungen beginnen. Lange ist unklar, wie alt Abdul D. wirklich ist. Es entfacht eine landesweite Diskussion – am Ende landet der Fall vor dem Jugendgericht in Landau. Während des Prozesses wird der Angeklagte aggressiv und es kommt zum Handgemenge, bei dem zwei Beamte verletzt werden. 

In der U-Haft soll Abdul D. versucht haben, sich in mit einer Rasierklinge das Leben zu nehmen. Im September 2018 fällt das Gericht das Urteil gegen den Mörder von Mia. Er muss für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Motiv für die furchtbare Tat ist laut Staatsanwaltschaft Eifersucht und Rache. Bereits kurz nach der Tat sowie nach der Verurteilung finden in Kandel immer wieder Protestaktionen statt, an denen teilweise gewaltbereite Demonstranten teilnehmen.

Kandel: Mörder von Mia erhängt sich in Zelle

Rund ein Jahr nach seiner Verurteilung dann der Schock: Abdul D. hat sich in seiner Gefängniszelle in der Jugendstrafanstalt in Schifferstadt erhängt. Das teilen Staatsanwaltschaft Frankenthal und Polizeipräsidium Rheinpfalz mit. Die Leiche des Mörders ist am Donnerstag (10. Oktober) um 6 Uhr gefunden worden. 

Der Tote hat sich nach Angaben des Justizministeriums in Mainz in der Nacht zum Donnerstag mit Schnürsenkeln und Kopfkissenbezug erhängt. Die Einzelzelle sei von außen verschlossen gewesen, sagt Sprecher Christoph Burmeister. Eine Obduktion soll genauere Erkenntnisse zum Todeszeitpunkt bringen. Die Zelle sei nicht videoüberwacht gewesen, weil es keine Anzeichen für eine Selbsttötungsabsicht gegeben habe.

Kandel: Mörder von Mia tot – Leiche wird obduziert 

Hinweise auf Fremdeinwirkungen liegen nicht vor. Die Kripo Ludwigshafen und die Staatsanwaltschaft Frankenthal haben die Ermittlungen zu den genauen Todesumständen aufgenommen. Einen Tag nach dem Selbstmord soll der Leichnam von Abdul D. der Rechtsmedizin in Mainz übergeben werden. 

Laut der Anstaltsleitung waren bei dem Inhaftierten keine Selbstmordabsichten erkennbar. „Ich weiß von nichts und kann daher auch nichts dazu sagen“, sagt der damalige Anwalt von Abdul D., Maximilian Endler. 

Hinweis der Redaktion: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der ☎ 0800-1110111.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

jol

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