Wegen Mordes verurteilt

Ausraster vor Gericht: Mörder von Mia (†15) erwartet keine weitere Strafe 

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Ausraster bei Mordprozess: Abdul D. erhält keine weitere Strafe (Archivfoto)

Kandel - Im September fällt in Landau das Urteil gegen den Mörder der 15-jährigen Mia. Wegen seines Ausrasters vor Gericht wird Abdul D. jedoch nicht bestraft.

Der wegen Mordes an seiner Ex-Freundin verurteilte Abdul D. muss wegen eines Handgemenges während des Prozesses nicht nochmal vor Gericht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, habe das Gericht die Ermittlungen endgültig eingestellt. 

Was während des Mordprozesses am 17. August 2018 im Gerichtssaal passiert, wird von der Staatsanwaltschaft als „abrupter Gewaltausbruch“ bezeichnet. Demnach sei der Angeklagte während einer Aussage von Mias Mutter aufgesprungen. Bei einem Handgemenge mit Vollzugsbeamten sei er zu Boden gestürzt. Zwei Ordnungshüter werden bei dem Gerangel an der Hand verletzt. Ein Verfahren wäre sehr aufwendig und eine höhere Strafe fraglich gewesen, sagt ein Justizsprecher. 

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„Das Einstellen des Verfahrens bedeutet keinen Freibrief bei uns“, heißt es aus Justizkreisen. „Wir halten ein Auge auf ihn. Er ist ja noch länger in Gewahrsam.“ Der Verteidiger von Abdul D. begrüßt die Entscheidung. „Nach dem rechtskräftigen Abschluss des Hauptverfahrens dürfte nun umso mehr Ruhe einkehren“, sagt Anwalt Maximilian Endler der Deutschen Presse-Agentur. 

Mordprozess um Mia (†15): Urteil gegen Abdul D. 

In dem Prozess wird der vermutlich aus Afghanistan stammende Flüchtling zu acht Jahren und sechs Monaten nach Jugendstrafrecht verurteilt. Schuldig gesprochen wird er wegen Mordes an seiner Ex-Freundin. 

Am 27. Dezember 2017 sticht Abdul D. in einem Drogeriemarkt in Kandel mehrmals mit einem Messer auf die 15-jährige Mia ein. Die Jugendliche stirbt an ihren schweren Verletzungen. 

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Nach der Verhaftung von Abdul D. kommen Zweifel an seinem Alter auf. Er selbst gibt an, 15 Jahre alt zu sein. Es entsteht eine öffentliche Diskussion um die Altersbestimmung von Flüchtlingen. Das Landgericht Landau schätzt Abdul D. aber als Jugendlichen ein – der Fall landet vor dem Jugendgericht und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Auch nach dem Prozess kommt die pfälzische Stadt, in der die Bluttat sich zugetragen hat, lange nicht zur Ruhe: Seit dem Mord an der 15-Jährigen gehen immer wieder Demonstranten auf die Straße. 

dpa/kab

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