Täter handelte heimtückisch

Bluttat in Kandel: Staatsanwaltschaft geht von Mord aus!

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Gedenken in Kandel

Kandel - Nach dem tödlichen Messerangriff wird nun wegen Mordes gegen den Verdächtigen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er heimtückisch handelte: 

Es sind rund drei Wochen nach der tödlichen Messerattack auf eine 15-Jährige vergangen. Nun hat die Staatsanwaltschaft dem gleichaltrigen Verdächtigen Mord und nicht mehr Totschlag zur Last gelegt. 

Der mutmaßliche Täter habe in einem Drogeriemarkt unvermittelt mehrfach mit einem Messer auf die 15-Jährige eingestochen, für die der Angriff überraschend gekommen sei, teilt die Staatsanwaltschaft Landau am Dienstag (16. Januar) mit. Die Ermittler gehen deshalb vom Mordmerkmal der Heimtücke aus. 

Fotos vom Trauergottesdienst für Mia (†15)

Alter des Täters wird bestimmt

Bundesweit geht nach der schrecklichen Tat eine Diskussion um die Altersbestimmung von minderjährigen Flüchtlingen los. Der mutmaßliche Täter ist ein Flüchtling aus Afghanistan, der offiziellen Angaben zufolge ebenfalls 15 Jahre alt ist. Zweifel daran hat der Vater des Opfers geäußert. Die Staatsanwaltschaft hat daher angekündigt, dass das Alter des Verdächtigen bestimmt wird. „Mit dem Eingang eines Gutachtens ist in einigen Wochen zu rechnen", heißt es in der Mitteilung vom Dienstag. Der Jugendliche sitzt unterdessen weiter in Untersuchungshaft. 

Die Ermittlungen zum Motiv und zu den Hintergründen dauern an

Angelika Möhlig, Leitende Oberstaatsanwältin, hat kurz nach der Tat gesagt, dass es sich bei dem Angriff um eine Beziehungstat handeln könne. Die Prüfungen dazu laufen allerdings noch an. 

Die Ermittler untersuchen auch, ob weitere Mordmerkmale erfüllt sind. Dass es vor der Tat Streit zwischen dem Verdächtigen und dem Mädchen gegeben hat, ist auch den Behörden bekannt. Er soll unter anderem damit gedroht haben, dass er das Mädchen „abpasst". 

Die 15-Jährige hat ihn Mitte Dezember angezeigt - wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte. Der Vater des Mädchens ist deshalb ebenfalls zweimal bei der Polizei gewesen.

Am Tattag ist die 15-Jährige nach den bisherigen Ermittlungen mit zwei Begleitern am Bahnhof dem Verdächtigen begegnet. „Es kam dort zum erstmaligen Aufeinandertreffen an diesem Tag", so Möhlig. Der Jugendliche soll dem Mädchen und den beiden anderen dann in einen Supermarkt in der Nähe des späteren Tatorts gefolgt sein und dort das Tatmesser gekauft haben. Nach Darstellung der Ermittler ist er danach dem Mädchen in den Drogeriemarkt gefolgt und hat unvermittelt mehrfach zugestochen. 

Dafür, dass sich Täter und Opfer in dieser Situation gestritten hätten, gebe es bislang keine Anzeichen. Eine Frau, die nach eigenen Angaben während der Tat im Laden war, berichtet, sie habe einen Streit gehört.

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dpa/jol

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