Teenager (15) schwer verletzt

Hunde-Attacke in Leimen: Video zeigt den brutalen Angriff

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Listenhunde verletzten einen Jugendlichen schwer – doch was passiert mit den Vierbeinern jetzt? (Symbolfoto)

Leimen - Ein Jugendlicher wird von zwei nicht angeleinten Kampfhunden angegriffen. Bei der Attacke wird der 15-Jährige schwer verletzt. Wie es jetzt mit den Vierbeinern weitergeht:

Update vom 14. Juni: Nun kursiert auch ein Video im Netz, das die brutale Hunde-Attacke in Leimen zeigt. Darauf erkennt man zunächst zwei Hunde, die hinter einem Fahrradfahrer herlaufen – dann eskaliert die Situation. Die Tiere attackieren ihr 15-jähriges Opfer, während es wehrlos auf dem Boden liegt. Hier kannst Du das Video sehen. (Achtung: Der Inhalt ist nichts für schwache Nerven.) Unterdessen ist aus Sicht des Ordnungsamtes noch nicht vollständig geklärt, ob es sich bei den Hunden aus Leimen um Kampfhunde handelt. Gewissheit werde erst ein Gentest bringen, sagt Stefan Hauswirth vom Ordnungsamt der Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis am Freitag. 

Die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Hunde waren als American Bulldog gemeldet, die im Südwesten nicht als Kampfhunde gelten. Beamte der Polizeihundestaffel, die nach Beschwerden eines Nachbarn des Hundehalters vor Ort waren, äußerten daran Zweifel, weil die Tiere eher der Rasse American Stafford Mix zuzuordnen und damit Kampfhunde seien.

Update, 12 Uhr: Die Zahl der Attacken von Hunden auf Menschen im Südwesten hat zugenommen. In der Kategorie „Tatmittel Hund“ verzeichnet das Innenministerium 1.397 Fälle im vergangenen Jahr – darunter 1.381 Körperverletzungen. Vor 5 Jahren waren es noch 1.214 Fälle. Das Ministerium macht dafür nicht etwa die wachsende Aggressivität der Hunde verantwortlich, sondern die steigende Zahl: „Mehr Hunde bedeuten mehr Zwischenfälle“, so Sprecher Renato Gigliotti am Mittwoch. 

Die Statistik unterscheidet zwischen Hunden und Kampfhunden. Auf das Konto letzterer gingen 2018 nur 34 Delikte. Der Fall des Jugendlichen, der in Leimen durch zwei junge Kampfhunde schwer verletzt wurde, sei laut Gigliotti äußerst selten. Da sei alles schiefgegangen, was möglich ist. Die meisten Bisse werden nämlich von den als Familienhunden bekannten Labradoren verursacht.

Update vom 12. Juni: Nach der brutalen Kampfhundattacke in Leimen liegt der schwer verletzte Jugendliche weiterhin im Krankenhaus und wird medizinisch versorgt. Das bestätigt uns am Mittwochmorgen ein Sprecher der Mannheimer Polizei. 

Es werde sowohl gegen den 16-Jährigen als auch gegen den Bruder wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Denn der Bruder und Besitzer der beiden Listenhunde hätte wissen müssen, dass sein Bruder nicht mit beiden Vierbeinern gleichzeitig spazieren gehen durfte und dass seine Tiere nur mit Maulkorb und an der Leine raus dürfen. Ob der Hundebesitzer seinen 16-jährigen Bruder mit den Hunden losgeschickt oder ob dieser ohne zu Fragen die Tiere genommen hat, müsse laut dem Polizeisprecher noch geklärt werden.

Wie es mit den beiden American-Staffordshire-Mischlingen weitergeht, kann der Sprecher noch nicht sagen. 

Ein Gutachter ist damit beauftragt, sich die Hunde anzuschauen. Die Vierbeiner befinden sich aktuell in einem Tierheim, wo sie auf ihre Wesensveranlagung hin eingeschätzt werden.

Hierbei wird überprüft, ob die Hunde per se gefährlich sind“, so Thomas Boris von der Polizeihundeführerstaffel Mannheim gegenüber HEIDELBERG24. Dabei solle herausgefunden werden, ob man - auch als Fremder - mit den Tieren umgehen könne und ob Auffälligkeiten hinsichtlich des Verhaltens festgestellt werden können.

Da die Tiere sich nun in einem für sie fremden Umfeld befinden, kann lediglich ein erster Eindruck gewonnen werden, um gegebenenfalls sofortige weitere Maßnahmen einzuleiten oder die weiteren Abläufe zu planen“, so Boris weiter. 

Teenager (15) bei brutaler Tier-Attacke schwer verletzt – Schicksal der aggressiven Hunde ungewiss

Update, 19:55 Uhr: Wie ein Polizeisprecher erklärt, hätten die beiden elf Monate Tiere nicht nur angeleint sein, sondern auch einen Maulkorb tragen müssen. Dies sei laut Kampfhundeverordnung Pflicht bis zur Wesensprüfung, die ab dem zwölften Lebensmonat vorgenommen werden könne. Erst auf dieser Grundlage könne es Lockerungen geben. Auch sei der 16-jährige Hundehalter wegen seines Alters nicht berechtigt, mit den Listenhunde Gassi zu gehen. Für American Staffordshire gelte außerdem, dass immer ein volljähriger Hundeführer nur einen Hund an der Leine halte - und nicht wie im Leimener Fall zwei. Was mit den beschlagnahmten Tieren passiert, die dem Bruder des 16-Jährigen gehören, ist noch unklar. Auch in Heidelberg wird ein Mann von einem Hund attackiert. Die Besitzerin geht mit ihrem Tier jedoch nach der Attacke einfach weiter.

Vor einem Jahr biss der Staffordshire-Mischling Chico zwei Menschen tot. Der Hund wurde wenige Tage danach eingeschläfert. Der Tod des Vierbeiners sorgte deutschlandweit für Proteste und Diskussionen.

Brutale Tier-Attacke: Kampfhunde zerfleischen Teenager (15) das Gesicht

Meldung vom 11. Juni, 7:30 Uhr: Drei Teenager fahren am Montagabend (10. Juni) durch die Karlsruher Straße in Leimen. Gegen 20 Uhr kommt das Trio an einem 16-Jährigen vorbei, der zwei Hunde mit sich führt. Beide Tiere der Rasse American Stafford Mix sind nicht angeleint, werden aber vom Hundeführer an ihren Halsbändern festgehalten. Als die Radfahrer an den Vierbeinern vorbeigefahren sind, lässt das Herrschen sie wieder los.

Doch die Hunde reagieren nicht wie erwartet, sondern beginnen die Verfolgung der Radfahrer. Als sie das Trio eingeholt haben, greifen die American Staffordshire Terrier einen 15-Jährigen an und beißen mehrfach zu! Der 16-Jährige geht dazwischen und kann die Vierbeiner unter Einsatz von Gewalt von ihrem Opfer trennen. 

Der 15-Jährige wird durch die Bisse schwer im Gesicht und am Körper verletzt und muss in ein Krankenhaus gebracht werden. Gegen den Hundeführer wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Die Tiere, die eigentlich seinem Bruder gehören, werden beschlagnahmt. 

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Falls Du Hinweise zu dem Vorfall geben kannst, melde Dich bei der Polizeihundestaffel Mannheim unter ☎ 0621/714970.

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pol/dh/dpa/kab

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