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A6 bei Kaiserslautern: Er hatte 7 Flüchtlinge im Laderaum – Brummifahrer aus U-Haft entlassen

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Von: Peter Kiefer

Kaiserslautern - Unmenschliche Szenen haben sich am Donnerstag auf der A6 abgespielt! So rettete ein Autofahrer womöglich sieben minderjährigen Flüchtlingen das Leben:

Update vom 18. April: Überraschende Wende im Falle eines vermeintlichen Schleusers in der Westpfalz: Der Fahrer des Lkw, in dessen Laderaum am 8. April auf der A6 dank eines aufmerksamen Autofahrers sieben unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan festgestellt worden waren, ist gestern auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern aus der U-Haft entlassen worden. Die laufenden Ermittlungen hätten ihn entlastet, so die Behörde. Der Fahrer hatte angegeben, nichts von den Flüchtlingen auf seiner Ladefläche gewusst zu haben. Nach den inzwischen durchgeführten Ermittlungen erscheint es möglich, dass die Flüchtlinge an einer Grenzstation heimlich zugestiegen sind. Der Lkw war von Piatra Neamt in Rumänien gestartet und mit einer Ladung von Möbeln nach Northhampton in England unterwegs. 

A6 bei Kaiserslautern: Schock-Entdeckung in Lkw – Autofahrer rettet sieben Flüchtlinge

Erstmeldung vom 9. April: Ein aufmerksamer Autofahrer hat am Donnerstagnachmittag (8. April) die Polizei alarmiert und damit womöglich ein menschliches Drama verhindert. Was ist passiert? Der Mann ist um 15:30 Uhr auf der Autobahn 6 in Richtung Saarbrücken unterwegs, als er die schreckliche Entdeckung macht. Live aus dem Auto schildert er der Polizei, dass vor ihm ein Lkw fahre. Aus der Plane des Sattelaufliegers würden Menschen immer wieder ihre Arme herausstrecken und durch Winken verzweifelt auf sich aufmerksam machen.

Die sofort ausgerückte Polizei hat den Lastwagen schließlich gestoppt und kontrolliert. Unfassbar: Im Laderaum haben sich tatsächlich mehrere Leute befunden. Bei den Personen handelt es sich laut zuständigem Polizeipräsidium Westpfalz um sieben Jugendliche aus Afghanistan, die direkt Asyl in Deutschland beantragt haben.

Bei einer Autobahn-Kontrolle machten Polizisten eine fürchterliche Entdeckung.
Nach dem Hinweis eines Autofahrers auf der A6 bei Kaiserslautern machten Polizisten eine fürchterliche Entdeckung (Symbolbild). © Armin Weigel/dpa

A6 bei Kaiserslautern: Polizei nimmt Lkw-Fahrer fest – Ermittlungen gegen mutmaßlichen Schleuser laufen

Nach ersten Feststellungen der Ermittler handelt es sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Identität der Jugendlichen steht aktuell nicht zweifelsfrei fest. Sie sind zunächst in die Obhut des Jugendamtes übergeben worden und aktuell in einer Einrichtung im Landkreis untergebracht. Die näheren Umstände sind Gegenstand weiterer Ermittlungen der Ausländerbehörde und der Polizei.

Der 39-jährige Fahrer ist noch an Ort und Stelle von den Einsatzkräften vorläufig festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen des Einschleusens von Ausländern ermittelt. Einzelheiten zu den Hintergründen sind derzeit noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Weltweit für Schlagzeilen und Entsetzen hat ein Fall am 23. Oktober 2019 gesorgt, bei dem 39 Vietnamesen in England qualvoll in einem Lkw erstickt sind. Noch wesentlich mehr Menschenleben hat jedoch die Geflüchteten-Tragödie im August 2015 in Österreich gekostet, als in einem in Parndorf abgestellten Kühllaster 71 Leichen entdeckt worden sind. Die Menschen aus Afghanistan, Syrien, Iran und Irak waren von ungarischen Schleusern nach Österreich gebracht worden. (pol/pek)

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