Intensivtäter in Rheinland-Pfalz  

Wissenschaftlich belegt: Wenige Straftäter für großen Anteil von Straftaten verantwortlich

+
Innenminister Roger Lewentz (m.) hat auf der Pressekonferenz in Mainz die neue Strategie gegen Intensivtäter bekanntgegeben (Archivbild). 

Mainz – Eine kleine Zahl von Tätern begeht eine besonders große Zahl von Straftaten. Um ihnen besser auf die Schliche zu kommen, zentralisieren Ermittler in Rheinland-Pfalz ihre Arbeit.

  • Mehrfach- und Intensivtäter treiben in Rheinland-Pfalz ihr Unwesen.
  • Eine erschreckende Statistik zwingt die Verantwortlichen aus Politik und Polizei zum Handeln 
  • Kleine Anzahl von Straftätern ist für großen Anteil von Straftaten verantwortlich
  • Das Landeskriminalamt (LKA) bekommt mehr Befugnisse 
  • Verschiedene polizeiliche Informationssysteme sollen zentral abrufbar werden

Manche Kriminelle haben mehr als 50 Straftaten auf dem Kerbholz: Mit einer neuen Strategie will das Land Rheinland-Pfalz die Verfolgung solcher Mehrfach- und Intensivtäter (MIT) verbessern. Dafür soll das Landeskriminalamt (LKA) in Mainz verschiedene polizeiliche Informationssysteme zentral auswerten, wie Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Mittwoch in der Landeshauptstadt mitteilt. So würden auch Beschuldigte mit mutmaßlichen Taten in unterschiedlichen polizeilichen Zuständigkeitsbereichen, Bundesländern und Staaten erfasst und sogenannte „Personagramme“ erstellt. 

Rheinland-Pfalz: Innenminister und Generalstaatsanwalt wollen Strafverfolgung von Mehrfachstraftätern erleichtern  

Wenn bislang gegen einen Verdächtigen zum Beispiel wegen einer Schwarzfahrt, eines Einbruchs, eines Sexualdelikts und einer Körperverletzung ermittelt werde, seien mehrere Dezernenten bei einer Staatsanwaltschaft zuständig. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz kündigt der Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer an das ändern zu wollen. 

Laut Innenminister Lewentz heißt nun die Devise: „Alles aus einer Hand, alles an einer Stelle“ - ein Dezernent kümmere sich um alle Taten eines mutmaßlichen Mehrfach- und Intensivtäters. Dieser könne damit auch leichter in Untersuchungshaft kommen, als wenn nur einzelne Straftaten betrachtet würden. 

Rheinland-Pfalz: Innenminister veröffentlicht brisante Daten 

Der Innenminister macht zudem eine erschreckende Statistik bekannt: „Für Rheinland-Pfalz zeigt die Kriminalitätsstatistik 2018, dass 0,8 Prozent der Tatverdächtigen mehr als zehn Prozent der aufgeklärten Straftaten begangen haben, 34 davon waren sogar für mehr als 50 Taten verantwortlich.“ 

Die neue Strategie im Kampf gegen die Kriminalität von Mehrfach- und Intensivstraftätern soll 2020 laut Lewentz zunächst in einer sechsmonatigen Pilotphase getestet und parallel ausgewertet werden. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter in Rheinland-Pfalz begrüßte das Pilotprojekt: Dieser landesweite Ansatz ist längst überfällig.“ 

Auch beim Thema Jugendkriminalität ist seit Jahren bekannt, dass während die Straftaten allgemein zurückgehen, kleine Gruppe von Täterinnen und Tätern eine hohe Anzahl von Straftaten begeht

dpa/esk 

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare