Wo wird ab Dezember und Januar geimpft?

Impfzentren in der Rhein-Neckar-Region: Standorte im Überblick

Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen - Noch im Dezember könnte der langersehnte Impfstoff von BioNTech ausgeliefert werden. Doch wo soll überhaupt geimpft werden?

Seit Monaten forschen Wissenschaftler auf der ganzen Welt nach einem wirksamen Impfstoff zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Vor einigen Tagen verkündete das Biontechnologische Unternehmen BioNTech aus Mainz zusammen mit Pfizer aus den USA einen Durchbruch: Ihr Impfstoff soll einen 95-prozentigen Schutz gegen das Coronavirus bieten. Bisher sind nur zwei Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt. Pfizer und BioNTech haben am 20. November bei der U.S. Food and Drug Administration (FDA) eine Notfallzulassung für ihren Impfstoff BNT162b2 beantragt. Gesundheitsminister Jens Spahn ist optimistisch, dass der Impfstoff noch in diesem Jahr in Europa zugelassen wird. Dann könnte schon im Dezember mit dem Impfen begonnen werden. Wie er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilt, habe er die Bundesländer gebeten, bis Mitte Dezember einsatzbereite Impfzentren zu haben.

Impfzentren in Baden-Württemberg: So soll geimpft werden

Das Land Baden-Württemberg will bis zum 15. Dezember in jedem der vier Regierungsbezirke zwei zentrale Impfzentren errichten. Neben Ulm stünden bereits die Messen von Freiburg und Offenburg als weitere Standorte für zentrale Impfzentren fest, so Sozialminister Lucha gegenüber der Heilbronner Stimme.

In einem zweiten Schritt sollen bis zum 15. Januar ein bis zwei Kreis-Impfzentren pro Stadt- und Landkreis aufgebaut werden. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, könnten die Impfungen beginnen, heißt es aus dem Sozialministerium. Bei dem Besuch des geplanten Impfzentrums in Ulm kündigt Lucha an, dass bundesweit vom Impfstoff-Kandidat Biontech in einer ersten Tranche fünf Millionen Impfdosen in Deutschland zur Verfügung stehen werden, davon etwa 600.000 in Baden-Württemberg.

In den zentralen Impfzentren sollen täglich mindestens 1.500 Menschengeimpft werden, in den Kreis-Impfzentren mindestens 750 Personen. Die Impfungen sollen an sieben Tagen der Woche von 7 bis 21 Uhr erfolgen.

Rhein-Neckar-Kreis/Heidelberg: Zentrales Impfzentrum im Patrick-Henry-Vilage

Auch Heidelberg will direkt starten können, sobald der Impfstoff da ist. Die Stadt hat am Dienstag (24. November) angekündigt, die Voraussetzungen für zwei unterschiedlich große Impfzentren zu schaffen. Das größere der beiden, das überregionale Zentrale Impfzentrum (ZIZ) sei ein Angebot der Stadt Heidelberg gemeinsam mit dem Rhein-Neckar-Kreis an das baden-württembergische Sozialministerium. Es wird im ehemaligen Supermarkt des Patrick-Henry-Village (PHV) eingerichtet werden. Hier könne laut Stadt Heidelberg bereits ab Mitte Dezember 2020 geimpft werden – je nach Personalkapazität und der Verfügbarkeit des Impfstoffes rund 1.000 Menschen am Tag.

Das ZIZ in Heideberg solle so lange betrieben werden, bis eine flächendeckende Versorgung durch regionale Kreisimpfzentren und Arztpraxen gewährleistet sei. Voraussichtlich dauere das bis April 2021. Die Gestaltung der Impfzentren richtet sich nach der Impfstrategie des Landes Baden-Württemberg, die am Dienstag (24. November) beschlossen wurde.

Rhein-Neckar-Kreis: Zwei Kreisimpfzentren in Sinsheim und Weinheim

Das Sozialministeriums des Landes Baden-Württemberg hat Sinsheim und Weinheim als Standorte für ein Kreisimpfzentrum (KIZ) im Rhein-Neckar-Kreis bestätigt. „Es freut mich sehr, dass das Sozialministerium genau wie beim ZIZ auch unserem Vorschlag bezüglich der beiden KIZ-Standorte gefolgt ist. Das Landratsamt wird in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Akteuren, darunter die Uniklinik Heidelberg und die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, alles dafür tun, damit wir unverzüglich mit den Impfungen für die Menschen in der Rhein- Neckar-Region beginnen können“, sagt Landrat Stefan Dallinger. Er hat sich dafür eingesetzt, dass sowohl im Norden als auch im Süden des Rhein-Neckar-Kreises jeweils ein Kreisimpfzentrum errichtet werden kann.

Für die Kreisimpfzentren ist eine Betriebsbereitschaft ab Mitte Januar 2021 geplant. In Sinsheim laufen ohnehin schon die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme eines Abstrichzentrums auf dem Gelände der Firma Parsa. Bereits in der kommenden Woche soll im ersten Schritt das Test-Center – als Ersatz für das Test-Center an der GRN Klinik – in Betrieb gehen. Das Test-Center ist als Walk In geplant, das heißt, die zu testenden Menschen können sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad anreisen. Zutritt erhalten allerdings nur Personen, die nach vorheriger telefonischer Zuweisung des Gesundheitsamtes einen Code erhalten haben. Ein Sicherheitsdienst sorgt für die Einhaltung dieser Regel. In einem zweiten Schritt wird in Sinsheim dann neben dem Kreisabstrichzentrum – räumlich getrennt, aber auf demselben Gelände – auch ein KIZ eingerichtet.

Heidelberg: Kreisimpfzentrum im Pfaffengrund

Als Kreisimpfzentrum will Heidelberg das Gesellschaftshaus Pfaffengrund vorbereiten, wo es bereits einen Testlauf in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis gab, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist. Das lokale Zentrum soll, wie vom Land Baden-Württemberg vorgesehen, spätestens vier Wochen nach dem Zentralen Impfzentrum im Patrick-Henry-Village in Betrieb gehen und dieses mittelfristig ablösen. Das Kreisimpfzentrum Heidelberg nimmt am 22. Januar seine Arbeit auf.

Mannheim: Impfzentrum auf dem Maimarktgelände

Nach Angaben der Stadt Mannheim soll das Impfzentrum auf dem Maimarktgelände am 4. Januar in Betrieb gehen. Interessierte können ihren Termin online unter impfterminservice.de/impftermine oder per Telefon vereinbaren (116117). Derzeit haben Personen über 80 Jahren einen Anspruch auf die kostenlose Impfung. Am 27. Dezember sind schon die ersten mobilen Teams vom Impfzentrum zu den Alten-und Pflegeheimen gestartet.

Ludwigshafen: Impfzentrum in der Walzmühle

In einer Sitzung am 30. November hat sich die Stadt Ludwigshafen für ein Impfzentrum im ehemaligen real-Supermarkt im Einkaufscenter „Walzmühle“ entschieden. In der Sport- und Mehrzweckanlage Friedrich-Ebert-Halle wird demnach doch nicht geimpft werden. Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck nennt in einer Pressemitteilung die Gründe für die Wahl der Walzmühle: „Die gute Erreichbarkeit des Impfzentrums, effiziente Abläufe, die vorhandene technische Infrastruktur sowie die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens sind die zentralen Kriterien für unsere Entscheidung. Wir können nachhaltig agieren und gleichzeitig flexibel sein – je nachdem, was die weitere Entwicklung der Pandemie von uns fordert. Mein Dank gilt allen an der Entscheidung und deren Vorbereitung Beteiligten und insbesondere den Eigentümern der Walzmühle für ihr Entgegenkommen und ihre Professionalität“. Ab kommender Woche erhält die Walzmühle dann eine Grundausstattung an Hilfsmitteln und Zubehör. Am 15. Dezember geht der ehemalige real-Supermarkt in der Walzmühle dann als Impfzentrum in Betrieb.

So wird geimpft.

Ludwigshafen: Ablauf im Impfzentrum Walzmühle

In einer Pressemitteilung der Stadt Ludwigshafen wird der Ablauf im Impfzentrum Walzmühle wie folgt erklärt: „Die Abläufe im Impfzentrum sind klar geregelt, damit sich alle gut orientieren können. Dazu gehörten ein geordneter und gesicherter Zugang, das Sichten und Ausfüllen von Impf- und Berechtigungsdokumenten, geschützte Wartebereiche sowie die medizinische Aufklärung durch Ärzt*innen. Nach dem eigentlichen Impfen wird die geimpfte Person, wie auch sonst üblich, noch einen Moment ärztlich beobachtet, bevor sie wiederum ihre Dokumente erhält und das Impfzentrum verlassen kann“. (kp/kab/dpa)

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare