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Corona: Wird die Impfung zum Freifahrtschein für Partys, Restaurants und Co.?

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Von: Josefine Lenz

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Corona-Impfung: In Deutschland soll es keine Impfpflicht geben. Doch kommt man irgendwann ohne Corona-Impfung in keine Clubs, Sportveranstaltungen oder Flugzeuge rein?

Update vom 21. Dezember: Dürfen Corona-Geimpfte bald mehr als Nicht-Geimpfte? Noch nicht diese Frage nicht eindeutig beantwortet, aber es ist zumindest wahrscheinlich, dass es so kommen wird. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU, 49), sagt gegenüber dem ZDF: „Natürlich sind wir ein Land, was Privatwirtschaft hat. Verhindern werden wir das nicht können.“ Sie appelliert jedoch, dass man keine Unterschiede zwischen den Menschen machen solle.

Ein Land, dass das jedoch bereits macht, ist Israel. Dort haben Corona-Geimpfte mehr Freiheiten, wie Nicht-Geimpfte. Der israelische Gesundheitsminister Juli Edelstein (62) kündigt außerdem an, dass Geimpfte nach zwei Wochen nach der Corona-Impfung einen „Grünen Pass“ erhalten sollen. Es ist denkbar, dass das auch bald in Deutschland geben wird. Ab dem 27. Dezember beginnen in Deutschland die ersten Impfungen.

Derweil hält Ärztekammer-Präsident eine „vertretbare Diskriminierung“ gegen Impf-Verweigerer unter bestimmten Voraussetzungen für möglich.

Corona-Impfstoff: Dürfen geimpfte Menschen bald mehr als ungeimpfte?

Meldung vom 28. November: Kommt es irgendwann so weit, dass nur noch Menschen, die eine Corona-Impfung im Impfpass nachweisen können, auf Veranstaltungen, Flugreisen und Partys gehen dürfen? Mehrere Angehörige der Veranstaltungsbranche sowie Airlines halten das gar nicht mal für abwegig. Doch ist das ethisch überhaupt vertretbar? Und kann diese Idee nicht sogar nach hinten losgehen?

KrankheitCoronavirus
ÜbertragungTröpfcheninfektion
KrankheitsverlaufIn 80 Prozent der Fälle verläuft Corona mit leichten oder mittelschweren Symptomen

Weltweit wird derzeit nach einem Corona-Impfstoff geforscht. Die Biologischtechnische Firma BioNTech aus Mainz und das US-amerikanische Unternehmen Pfizer werden voraussichtlich das erste Vakzin gegen Covid-19 auf den Markt bringen. Sobald der Impfstoff zugelassen ist, sollen sich Risikopatienten und Menschen, die in medizinischen Bereichen arbeiten, als ersten impfen. Danach kann sich der Rest spritzen lassen. BioNTech-Gründer Ugur Sahin geht davon aus, dass im Herbst 2021 rund 70 Prozent der Bevölkerung gegen Corona geimpft ist. In Deutschland soll es bis dato keine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben.

Corona-Impfstoff: Kommt die Nachweispflicht für Sport- und andere Veranstaltungen?

Durch die Corona-Impfung erhofft sie die ganze Welt die Rückkehr der Normalität, wie wir sie noch vor einem Jahr kannten. Doch die Krise wirft bereits ihre Schatten auf die Zukunft. So kann es unter Umständen dazu kommen, dass eine Corona-Impfung im Impfpass vorgezeigt werden muss, wenn man Konzerte oder andere Veranstaltungen besuchen will.

Aus unserer Sicht ist es denkbar, dass in einer Übergangsphase auch Impfausweise eine Rolle beim Einlass spielen können“, sagt Dirk Bamberg, Vizepräsident des Bundesverbands der Diskotheken und Tanzbetriebe. Darüber berichtet die Oldenburger-Onlinezeitung. Man müsse alle Möglichkeiten prüfen, damit Clubs wieder öffnen dürfen. Auch Edwin Weindorfer, Chef von Emotion Group, einer der größten Tennisveranstalter in Europa, gibt zu: „Das Vorzeigen eines Impfnachweises ist eine große Chance, um in der Übergangsphase, in der noch nicht die breite Bevölkerung geimpft wurde, einen finanziellen Ruin der Veranstaltungsbranchen zu verhindern.“ Weindorfer glaube nicht, dass man dadurch jemand ausschließen würde.

Lutz Leichsenring, Sprecher der Berliner Clubkommission, glaube die Impf-Kontrolle sei ethisch sehr heikel.“ Er erklärt: „Bis die vielen jungen Leute, die das Nachtleben bevölkern, an den Impfstoff kommen, wird viel Zeit vergehen. Ob man dann darüber spricht, dass man geimpften Leuten einfacher Zutritt gewährt, muss man sehen.“

Corona-Impfstoff: Erste Fluggesellschaft will Nachweis für Reisende

Aber nicht nur im Sport oder in der Veranstaltungsbranche könnte das Vorzeigen eines Corona-Impfstoffes zur Zulassungsvoraussetzung werden. Die australische Airline Qantas will eine Impfpflicht für ihre Passagiere einführen. Darüber berichtet die Welt. Sobald der Impfstoff zugelassen sei, werde man die Geschäftsbedingungen anpassen. „Ich glaube, das wird eine normale Sache sein, nach Gesprächen mit meinen Kollegen von anderen Airlines zu urteilen“, meint Qantas-Chef Alan Joyce. Die Fluggesellschaft Lufthansa kann dies jedoch nicht bestätigen. Sie wolle keine Impf-Kontrolle einführen.

Corona-Impfstoff: Wie viel Sinn macht eine Nachweispflicht des Impfpasses?

Noch ist unklar, ob es diese Impf-Regelung geben soll, für einige Impfgegner wird das aber mit Sicherheit ein weiterer Protest-Grund sein. Zwar gebe es dann in Deutschland keine Corona-Impfpflicht, aber ohne einen Nachweis im Impfpass wäre man trotzdem ausgeschlossen.

Eine Frage, die außerdem im Raum steht: Würde die Kontrolle überhaupt Sinn machen? Zwar soll der Corona-Impfstoff von BioNTech einen 95-prozentigen Schutz gegen Covid-19 bieten, allerdings bedeutet das im Umkehrschluss, dass fünf von hundert Menschen nicht geschützt sind. Die Menschen könnten möglicherweise nicht an Covid-19 erkranken, aber trotzdem das Virus übertragen. Nur geimpfte Personen zu erlauben würde also auch keine absolute Sicherheit bringen. (jol)

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