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Riesen-Razzia: Polizei jagt Impfpass-Fälscher – und macht krassen Fund

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Von: Daniel Hagen

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Impfausweis
Das LKA findet bei den Razzien zahlreiche gefälschte Impfpässe. (Symbolfoto) © Sven Hoppe/dpa

Hunderte Polizisten sind in Südhessen und Baden-Württemberg an einer großangelegten Razzia beteiligt. Dabei geht es um gefälschte Impfpässe und QR-Codes.

Wer am öffentlichen Leben teilnehmen möchte, muss in Zeiten der Corona-Pandemie jederzeit einen Nachweis der Impfung, Genesung oder einen negativen Coronatest vorweisen. Letzter zählt zudem nicht immer. Doch was tun Leute, die sich einfach nicht impfen lassen, aber weiterhin am sozialen Leben teilnehmen wollen? Während manche freiwillig verzichten, gehen andere einen illegalen Weg und erstellen gefälschte Ausweise. Eine Organisation aus Südhessen und Baden-Württemberg hat damit sogar ein großes Geschäft aufgezogen – bis zu ihrer Verhaftung.

Razzien in Südhessen und Baden-Württemberg: Duo verkauft gefälschte Impfpässe

Wie die Staatsanwaltschaft Darmstadt, das Hessische Landeskriminalamt und das Polizeipräsidium Südhessen mitteilen, hat es am Mittwoch (17. November) großangelegte Razzien in mehreren Städten der beiden Bundesländer gegeben. Dabei sollen über 200 Polizeikräfte insgesamt 23 Objekte in Bickenbach, Mörfelden-Walldorf, Darmstadt, Weiterstadt, Bensheim, Groß-Zimmern, Offenbach, Dietzenbach, Kassel, Wiesbaden, Frankfurt, Heidelberg und Karlsruhe durchsucht haben. Auslöser der Aktion ist ein Ermittlungsverfahren wegen der Verdachts der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung.

Nach Erkenntnissen des Hessischen Landeskriminalamts soll ein 36-Jähriger aus Bickenbach Impfpässe gefälscht und zusammen mit einem 42 Jahre alten Mann aus Mörfelden-Walldorf verkauft haben. Bei der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg ist daraufhin die Arbeitsgruppe „CoPa“ eingerichtet worden. Durch die Ermittlungen erhärtetet sich schließlich der Verdacht, dass die Tatverdächtigen mit gefälschten Impfpässen und QR Codes Handel treiben! Die Polizei geht von mindestens 300 Fälschung und Verkäufen an Abnehmer aus. Für die falschen Unterlagen sollen zwischen 100 und 400 Euro bezahlt worden sein. Es gelingt den Ermittlern außerdem 20 mutmaßliche Käufer ausfindig zu machen.

Gefälschte Impfpässe verkauft: 200 Ermittler im Einsatz – Verdächtige verhaftet

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt werden daraufhin beim Amtsgericht Darmstadt Beschlüsse für die Durchsuchung der Anwesen erwirkt. Bei den Razzien in Südhessen und Baden-Württemberg nehmen die Beamten 10 bis 15 mutmaßliche Kunden sowie die beiden Hauptverdächtigen fest. In den 23 Objekten werden anschließend zahlreiche Impfpässe, QR Codes, Mobiltelefone und weitere Datenträger sichergestellt. Auch Blanko Impfpässe, mutmaßlich bestellte und gefälschte Impfpässe sowie mehrere Zehntausend Euro Bargeld werden gefunden. Die Auswertungen der Beweise dauern noch an.

Impfpässe
Bei den Razzien werden zahlreiche Blanko-Impfpässe gefunden. (Symbolfoto) © Bernd Wüstneck/dpa

Seit Monaten sind in Hessen gefälschte Impfausweise im Umlauf. Die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle liegt nach LKA-Angaben aus der vergangenen Woche im unteren dreistelligen Bereich. Demnach häufen sich die Fälle jedoch, seitdem es Ungeimpfte im Alltag deutlich schwerer haben. Die gefälschten Ausweise fallen zumeist bei Kontrollen der Polizei auf oder werden etwa von Apotheken angezeigt. (pol/dpa/dh)

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