Nach Bund-Länder-Beratungen

Impf-Gipfel: Impfreihenfolge wird aufgehoben – Merkel nennt Datum

Gibt es bald die Impfung für alle? Beim Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern geht es heute um Fragen rund um die Impfungen – zum Beispiel, wann die Reihenfolge aufgehoben werden könnte.

Update vom 26. April, 18:50 Uhr: Die bisherige Priorisierung bei den Corona-Impfungen soll laut Bundeskanzlerin Angela Merkel spätestens im Juni fallen. „Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann. Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühen, und die werden dann nach Maßgabe der Versorgung auch gegeben“, sagte Merkel am Montag nach dem Impf-Gipfel in Berlin. In vielen Bundesländern seien bereits die Prioritätengruppen I und II geimpft, sagte Merkel. Die Gruppe III sei geöffnet. Im Großen und Ganzen gehe man davon aus, dass diese Gruppe im Mai die erste Impfung erhalten werde, „so dass wir dann spätestens, je nachdem wie viele Impfdosen wir bekommen, ab Juni - aber ich sage nochmals: spätestens - die Priorisierung aufheben können“. Im Anschluss sprach Merkel außerdem über die Ergebnisse der Beratungen zu Freiheiten für bereits Geimpfte und Genesene.

Impf-Gipfel: Wann wird die Impfreihenfolge aufgehoben?

Erstmeldung vom 26. April, 13:30 Uhr: Am Montag (26. April) beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder wieder einmal über das Coronavirus. Diesmal geht es um Fragen rund um die Impfung – zum Beispiel, wann Corona-Beschränkungen für Geimpfte gelockert werden und die Impfreihenfolge nach Prioritäten aufgehoben wird. Der Impf-Gipfel zwischen Bund und Ländern beginnt am Nachmittag, um 15 Uhr. Im Anschluss will die Bundeskanzlerin in einer Pressekonferenz über die Beschlüsse sprechen. Welche Details bisher zur Aufhebung der Impfreihenfolge bekannt sind:

Die Reihenfolge bei Corona-Imfpungen wurde ursprünglich festgelegt, um die Menschen mit dem größten Risiko, schwer an Corona zu erkranken, zuerst zu schützen – vor allem, weil der Impfstoff sehr knapp war. Jetzt sind die meisten impfwilligen Senioren in Deutschland versorgt und es steht mehr Corona-Impfstoff zur Verfügung. Allerdings noch nicht so viel, um jeden Impfwilligen sofort impfen zu können. Bei der Impfpriorisierung gibt es, trotz der bundesweit geltenden Impfverordnung, aktuell in verschiedenen Bundesländern abweichende Rgelungen. Beispielsweise werden Journalisten in Rheinland-Pfalz zum Personal der kritischen Infrastruktur gezählt und gehören damit zu Priorität 3 der Impfverordnung, andernorts aber nicht.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) plädierte bereits dafür, die Impfpriorisierung möglichst bald aufzugeben. Geimpfte sollten digital erfasst werden, sodass es für sie und für Genesene Erleichterungen geben könne. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach sich im ARD-Morgenmagazin dafür aufs die Impfreihenfolge möglichst schnell aufzuheben. Ob dies noch im Mai möglich sei, könne er aber noch nicht sagen. „Wichtig ist, dass es schnell geht.“ Bereits vergangene Woche war aus internen Gesprächen zwischen Bundesregierung und den Staatskanzleien durchgesickert, dass die Corona-Impfungen für alle bereits ab Ende Mai zur Verfügung stehen könnte.

Impf-Gipfel mit Merkel: Gibt es bald Lockerungen für Geimpfte?

Beim Impf-Gipfel diskutieren Bund und Länder auch über mögliche Freiheiten für Corona-Geimpfte. Laut einem Papier vom Wochenende, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, ist die Bundesregierung der Auffassung, dass es für vollständig Geimpfte und für Genesene Ausnahmen von den Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen geben soll. Demnach könnten ihnen bei Einreiseregeln, Zugang zu Ladengeschäften und bestimmten Dienstleistungen dieselben Ausnahmen eingeräumt werden, die für negativ Getestete gelten. Die Erleichterungen für Geimpfte will die Regierung nach eigenen Angaben schon bald auf den Weg bringen. Einen genauen Zeitplan für die Verabscheidung einer entsprechenden Verordnung gibt es aber noch nicht. Deren Ausgestaltung hängt vom Ergebnis des Impfgipfels ab. Bereits am Morgen vor Start des Impf-Gipfels hatte sich CDU-Vize Julia Klöckner ebenfalls dafür ausgesprochen, Geimpften gewisse Freiheitsrechte zurückzugeben.

Impf-Gipfel: Diskussionen über Impfreihenfolge und Lockerung – wo steht Deutschland beim Impfen?

Laut aktueller Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag (8 Uhr) wurden bislang 25.446.941 Impfungen gegen Corona verabreicht. Demnach haben 23,4 Prozent der Bundesbürger eine erste Impfung erhalten, 7,2 Prozent sind vollständig geimpft. Somit ist mehr als jeder fünfte Bürger mindestens einmal geimpft. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass im Laufe des Monats Mai jeder Dritte in Deutschland die erste Impfung gegen Corona erhalten haben wird. 

Bis zum Sonntag wurden laut RKI etwa 29,9 Millionen Dosen Impfstoff nach Deutschland geliefert. 85,1 Prozent dieser Dosen wurden bis dahin gespritzt. Für das zweite Quartal haben die Hersteller laut Bundesgesundheitsministerium 80 Millionen Impfdosen zugesagt, davon sind etwa 50 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer. (kab mit dpa)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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