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Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein: Zeugen beobachteten Horror-Tat

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Von: Peter Kiefer

Idar-Oberstein – Ein junger Tankstellen-Kassierer (20) wird kaltblütig von einem Mann (49) erschossen. Die Polizei hat nun wohl Zeugen der unfassbaren Tat gefunden.

Update, 23. September, 10:15 Uhr: Es gibt neue Details im Tankstellen-Mord von Idar-Oberstein: Dort soll ein 49-Jähriger einen 20-Jährigen Mitarbeiter kaltblütig erschossen haben, nachdem dieser ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hat. Der Mordverdächtige hat gestanden, die Polizei ermittelt weiter - und hat nun wohl wichtige Hinweise gefunden. Denn laut neuesten Meldungen gibt es Zeugen, die die Tat beobachtet haben wollen.

Mehr ist bislang nicht bekannt, da die Staatsanwaltschaft die Zeugen schützen will. Es wird wohl noch eine Weile dauern bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen weiterhin die Hintergründe. Woher stammen die Waffen? Und vor allem: Ist das angegebene Tatmotiv auch der wahre Grund für den Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein?

Währenddessen äußern sich gegenüber dem SWR auch Nachbarn des Mordverdächtigen, der wohl recht nah zur Tankstelle wohnt. Eine Frau sagt in einem Video, er sei schon früher hitzig und streitsüchtig gewesen. „Ich hatte vorher schon Probleme mit ihm wegen Lappalien wie Parken“, so die Frau. Der Mordverdächtige war auch auf Twitter mit schockierenden Aussagen unterwegs, kam unterdessen heraus. Ein anderer Nachbar sagt hingegen, er sei freundlich und nie aggressiv gewesen.

Idar-Oberstein: Masken-Verweigerer erschießt Tankstellen-Kassierer – „Muss immer erst Tote geben“

Update vom 21. September, 13:45 Uhr: Die tödliche Attacke auf einen Tankstellen-Kassierer nach einem Streit um die Corona-Maskenpflicht kommt aus Sicht des Thüringer Verfassungsschutzpräsidenten Stephan Kramer nicht überraschend. „Der kaltblütige Mord an dem Studenten, der als Tankstellen-Kassierer arbeitete, ist furchtbar, aber für mich keine Überraschung angesichts der steten Eskalation der letzten Wochen“, so Kramer gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Er und seine Kollegen hätten vor dem Aggressionspotenzial gewarnt. „Bedauerlich ist, dass es immer erst Tote geben muss, bevor die Gefahr ernst genommen wird.“ Die Eskalation rechter Verschwörungs-Phantasien von aggressiven und gewaltbereiten Bürger*innen sei seit Monaten zu beobachten. Auch bisher als nicht gewaltbereit bekannte Menschen rasteten immer öfter aus, pöbelten und randalierten. „Die steigende Aggressivität ist im Alltag überall spürbar.“

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Idar-Oberstein: Wegen Maskenpflicht in Tankstelle! Mann erschießt Kassierer (†20)

Update vom 21. September, 7:01 Uhr: Neue erschütternde Details von von Polizei und Staatsanwaltschaft im Fall des in einer Aral-Tankstelle erschossenen Kassierers (†20): Wie die Ermittler mitgeteilt haben, sitzt der 49-jährige Beschuldigte aus Idar-Oberstein wegen dringenden Mordverdachts in U-Haft. Der mutmaßliche Killer soll am Samstag (18. September) gegen 19:45 Uhr an erstes Mal den Verkaufsraum in der Hauptstraße betreten haben, um sich Bier zu kaufen. Da er aber keinen vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz getragen habe, ist es zu einer kurzen Diskussion mit dem Kassierer gegeben. Daraufhin hat der Verdächtige die Tankstelle ohne Ware verlassen.

Bewaffneter erschießt Angestellten einer Tankstelle
Blumen und Kerzen sind vor einer Tankstelle aufgestellt. Ein Angestellter der Tankstelle war am Samstagabend von einem mit einer Pistole bewaffneten Mann erschossen worden. © Birgit Reichert/dpa

Perfider Racheplan? Gegen 21:25 Uhr ist der 49-jährige Deutsche dann plötzlich mit weißem statt dunklem T-Shirt bekleidet in die Tankstelle zurückgekehrt – diesmal MIT Mundschutz auf. Als er mit seinem Sixpack Bier an der Kasse stand, zog er provokativ seine Maske herunter, woraufhin es erneut zu einem kurzen Wortwechsel kam. Schließlich zückte der Schütze einen Revolver aus der Hosentasche und schoss dem jungen Studenten aus Idar-Oberstein gezielt von vorne in den Kopf. Der Todesschütze flüchtete daraufhin zu Fuß.

Idar-Oberstein: Todesschütze verärgert über Maskenpflicht

Die intensive Fahndung und Ermittlungsarbeit inklusive Einsatz einer Spezialeinheit samt Hubschrauber führte zunächst nicht zur Identifizierung des Tatverdächtigen. Erst am Morgen nach der Bluttat ist der Gesuchte gegen 8:40 Uhr in Begleitung einer Frau vor der Dienststelle der Polizeiinspektion Idar-Oberstein erschienen, wo er sich angeblich stellen wollte und direkt von Spezialkräften festgenommen wurde.

Der Einheimische ist bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in einem Stadtteil von Idar-Oberstein konnten die Ermittler schließlich die Tatwaffe sowie weitere Schusswaffen und Munition. Die Herkunft der Waffen muss noch geklärt werden.

Bewaffneter erschießt Angestellten einer Tankstelle
Polizisten sichern die Tankstelle in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz), wo am 21. September 2021 ein 20-jähriger Kassierer erschossen wurde. © Christian Schulz/picture alliance/dpa/Foto Hosser

Sein unfassbares Motiv: Laut eigenen Angaben hat der geständige Mordverdächtige aus Ärger über die Zurückweisung bei seinem ersten Tankstellen-Besuch und der Aufforderung des Kassierers, eine Mund-Nasen-Bedeckung anzulegen, so gehandelt. Weiterhin hat der 49-Jährige in seiner Vernehmung angegeben, die Corona-Schutzmaßnahmen abzulehnen.

Vieles zu den Hintergründen des Todesschützen sei noch unklar. „Wir müssen uns jetzt erstmal selbst ein klares Bild machen“, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Idar-Oberstein: Kassierer in Tankstelle erschossen – Mordverdächtiger heute vor Haftrichter

Update vom 20. September, 11:47 Uhr: Nach der Tötung eines Tankstellen-Kassierers in Idar-Oberstein soll der mutmaßliche Täter am heutigen Montagvormittag (20. September) dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen gegen den 49-Jährigen liefen wegen Mordes, teilte die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach mit. Er soll den 20 Jahre alten Kassierer am Samstagabend nach einem Streit erschossen haben.

Ein Polizist sichert am Morgen nach der Bluttat in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) den Tatort.
Ein Polizist sichert am Morgen nach der Bluttat in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) den Tatort. © Christian Schulz/picture alliance/dpa/Foto Hosser

Am Nachmittag wolle die Staatsanwaltschaft über die bisherigen Erkenntnisse in dem Fall berichten, kündigte ein Sprecher der Behörde an. Das Motiv des Beschuldigten aus dem Kreis Birkenfeld ist bislang unbekannt. Er war am Sonntagmorgen von Spezialeinheiten der Polizei festgenommen worden, nachdem er rund elf Stunden zuvor den 20-Jährigen mit einer Pistole erschossen haben soll.

Idar-Oberstein: Kassierer (†20) in Tankstelle erschossen – Polizei schnappt Täter

Erstmeldung vom 19. September: Der Schock im beschaulichen Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz sitzt auch am Morgen nach der Schreckenstat noch immer tief! Dort ist am Samstagabend (18. September) gegen 21:20 Uhr ein 20-jähriger Kassierer einer Aral-Tankstelle in der Hauptstraße erschossen worden. Bereits rund eine Stunde zuvor war der Killer laut bisherigen Erkenntnissen der Ermittler in der Aral-Tanke, hat sich dort ein Sixpack Bier gekauft. Dabei sollen sich das spätere Opfer und der Täter bei einem Streit ein kurzes Wortgefecht geliefert haben, wie das Polizeipräsidium Trier mitteilt. Vielleicht, weil der Kunde keinen Mundschutz getragen hat? Auffällig: Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch ein anderes, sehr auffälliges dunkles T-Shirt an – während der Tat ein weißes.

Nach dem tödlichen Schuss oder den Schüssen hat ein Großaufgebot an uniformierten und zivilen Polizisten mit Hochdruck nach dem Verdächtigen gefahndet. Der Mann war nach seiner Tat zu Fuß im Stadtgebiet Idar-Oberstein unterwegs. Im Zuge einer sofort eingeleiteten Öffentlichkeitsfahndung inklusive Aufnahmen der Überwachungskameras im Verkaufsraum der Tankstelle hatte die Polizei die Bevölkerung aufgefordert, keinesfalls Anhalter mitzunehmen. Zudem ist eindringlich davor gewarnt worden, sich dem Todesschützen zu nähern oder ihn gar anzusprechen. Stattdessen war die Bevölkerung dazu aufgerufen, verdächtige Personen sofort per Notruf der Polizei zu melden.

Idar-Oberstein: Spezialeinheit schnappt Pistolen-Mann in seiner Wohnung

Doch jetzt die Entwarnung: Der Tatverdächtige konnte am Sonntagmorgen gegen 8:45 Uhr durch Spezialeinheiten der Polizei widerstandslos festgenommen. Es handelt sich um einen 49-jährigen Deutschen aus dem Kreis Birkenfeld. Zu seinem Motiv gibt es aktuell keine Erkenntnisse.

Inzwischen hat das zuständige Fachkommissariat 11 der Kriminaldirektion Trier eine Sonderkommission eingerichtet, um die Hintergründe der Tat sowie den Tatablauf mit Hochdruck aufzuklären. Die Polizei Trier bedankt sich für die vielfältigen Hinweise aus der Bevölkerung und das besonnene Verhalten der Menschen in Idar-Oberstein. Mit der Festnahme des Tatverdächtigen besteht keine Gefahr mehr. (pol/dpa/pek)

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