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Hildmann und Co. bejubeln Facebook-Ausfall: „Erste Attacke des Krieges“

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Von: Daniel Hagen

Mehrere Stunden lang sind Facebook, Instagram und WhatsApp nicht mehr erreichbar. Auf Telegram wird bereits über eine neue Weltordnung spekuliert – jedoch zu früh.

Mehr als sechs Stunden sind Seiten wie Facebook, Instagram oder der Messanger WhatsApp am Montagabend (4. Oktober) nicht mehr nutzbar. Wie das Unternehmen dahinter anschließend mitteilt, habe eine „fehlerhafte Neukonfiguration“ an den Routern zu den Ausfällen geführt. Was genau zu dem Facebook-Ausfall geführt hat, verrät Merkur*. Während sich zahlreiche Nutzer auf Twitter darüber lustig machen, beginnt auf Telegram die neue Welt. Ganz viele Anhänger von Verschwörungsmythen sind sich sicher, dass all das, was sie seit Jahren prophezeien, nun endlich passieren wird. Doch schon ein paar Stunden später ist der Traum der neuen Weltordnung wieder ausgeträumt.

„Dringend – Soziale Medien sind auf über 75 % des Planeten ausgefallen. Keine Panik - es ist eine Operation der White Hats. Es wird keinen echten Krieg geben. Das ist die Aktion, auf die so viele von euch gewartet haben“, schreibt ein Telegram-Nutzer. Er erwartet zudem, dass die USA und Großbritannien bald alle Kommunikationswege verlieren werden. Auch viele andere Personen rufen in Gruppen zur Ruhe auf, da man sich schon seit Jahren auf diesen Tag vorbereitet habe.

NameFacebook Inc.
GründungFebruar 2004, Cambridge, Massachusetts, Vereinigte Staaten
CEOMark Zuckerberg (4. Feb. 2004–)
HauptsitzMenlo Park, Kalifornien, Vereinigte Staaten

Facebook-Ausfall: Telegram-Nutzer träumen schon von neuer Welt

Gemeint ist damit der Tag des Umsturzes, an dem „der Sturm“ unter der Führung von Donald Trump endlich die satanische Elite beseitigt und alle Kinder aus unterirdischen Bunkern gerettet werden. Denn wie wir seit dem Tränen-Video von Xavier Naidoo wissen, werden diese für den Stoff Adrenochrom gefoltert und getötet – zumindest in der Welt der Verschwörungsidelogen. Anschließend soll eine zehntägige Dunkelheit folgen. Anhänger der QAnon-Verschwörungserzählungen glauben, dass es sich dabei um die kurzzeitige Löschung des Internets und aller Fernsehsender handelt, damit sie danach nur noch die „Wahrheit“ berichten. Als am Montag wichtige Seiten ausfallen, ist das für diese Leute die Bestätigung – und der Anfang vom Ende.

Instagram, Facebook und WhatsApp
Nach dem Facebook-Ausfall glauben Bodo Schiffmann und Attila Hildmann an ein Zeichen. (Fotomontage) © Karl-Josef Hildenbrand/Hauke-Christian Dittrich/Christophe Gateau/dpa

„Wenn es dunkel werden sollte, dann bleibt im Vertrauen, denn wir sind das Licht in dieser Zeit. Die alten Propagandastrukturen müssen verschwinden und ich hoffe, dass dies der Anfang ist“, schreibt Bodo Schiffmann auf Telegram an seine Anhänger. Der Querdenker-Arzt wünsche sich eine Welt ohne Facebook und Instagram und mehr Medien wie Telegram ohne „Finanzweltkontrolle“. In zahlreichen Chats rüsten sich die Nutzer bereits für die neue Welt, organisieren schon Treffpunkte, falls auch Telegram ausfällt. Michael Wendler schürt aus den USA nämlich Gerüchte, dass es dort bereits zu Ausfällen gekommen sei – was sich aber nicht bestätigt.

Facebook-Ausfall: Attila Hildmann warnt vor Vernichtungskrieg

Einen ganz anderen Grund für den Ausfall von Facebook, Instagram und Co. sieht unterdessen Attila Hildmann. „Blackouts sind nach Korona die nächste Stufe der Kriegsführung! Wenn in den nächsten Wochen alles ausfällt inklusive Strom, Heizung und Internet dann trefft euch um 18 Uhr täglich vor den Gotteshäusern. Deutschland, Europa und weite Teile der Welt sollen ins Chaos gestürzt werden - die Spritzen sind nur die erste Attacke dieses Vernichtungskrieges“, schreibt der vegane Kochbuchautor, der aufgrund eines Haftbefehls in die Türkei geflohen ist.

Alles in allem müssen die Verschwörungsgläubigen noch weiter auf ihre neue Welt warten. Nicht schlimm, wenn man bedenkt, wie oft sie in den letzten Monaten mit ihren Voraussagen daneben gelegen haben. So hätte „der Sturm“ unter Ex-US-Präsident Donald Trump bereits im letzten Jahr mehrfach kommen sollen. Einige vermuten sogar bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordhrein-Westfalen, dass die Wassermassen zum großen Plan gehören könnten, um unterirdische Tunnel zu fluten. (Alle Zitate sind mit Schreibfehlern übernommen worden) (dh) *MANNHEIM24 und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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