A3, A5 und A661 gesperrt

Hessen: Aktivisten legen Autobahn-Verkehr lahm – mit extremer Aktion

Umweltaktivisten hängen am 13. Oktober an einer Brücke über der A3
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Umweltaktivisten hängen am 13. Oktober an einer Brücke über der A3

Hessen - Aus Protest gegen den Ausbau der A49 seilen sich am Montagmorgen Aktivisten von Autobahn-Brücken der A3, A5 und A661 ab. Die gefährliche Aktion:

Umwelt-Aktivisten haben sich am Montagmorgen (26. Oktober) von mehreren Autobahn-Brücken in Hessen abgeseilt. Es gab Polizei-Einsätze auf A3, A5 und A661, die Autobahnen mussten mitten im Berufsverkehr gesperrt werden. Besonders dramatisch: Schon am 14. Oktober starteten Aktivisten eine solche Abseil-Aktion auf der A3 bei Idstein. Im daraus entstehenden Stau kam es zum dramatischen Unfall, nach dem ein Autofahrer laut Medienberichten im künstlichen Koma liegt. Grund für die gefährliche Aktion auf den Autobahnen: Proteste gegen den Ausbau der A49.

Hessen: Proteste auf A3, A5 und A661 – Aktivisten seilen sich von Autobahn-Brücken ab

Wie MANNHEIM24* berichtet, seilen sich am Montagmorgen drei Menschen von einer Fußgängerbrücke über der A3 zwischen Frankfurt und Köln ab. Die Polizei sperrt die Autobahn zwischen dem Wiesbadener Kreuz und Niedernhausen in beide Richtungen zeitweise ab. „Dadurch, dass wir hängen, erzeugen wir einen künstlichen Stau und Aufmerksamkeit“, sagt eine der Aktivistinnen. Die Blockade stehe in Bezug zum Protest gegen die Rodung im Herrenwald und im Dannenröder Forst. Für den Weiterbau der A49 sollen dort Bäume gefällt werden oder wurden schon gefällt. Der Verkehr auf der A3 staut sich durch die Aktivisten-Aktion am Montagmorgen auf mehr als 10 Kilometern.

Hessen: A5 und A661 voll gesperrt – Abseil-Aktion löst Mega-Staus auf Autobahn aus

Wie hessenschau.de berichtet, seien auch auf der A5 zwischen dem Frankfurter Kreuz und dem Neu Isenburger Stadtteil Zeppelinheim Personen auf der Fahrbahn gemeldet worden, bei denen es sich ebenfalls um Aktivisten gehandelt haben soll. Auch die A5 sei in beide Richtungen voll gesperrt worden. Auf der A661 in Höhe Offenbach-Kaiserlei hätten sich laut Bericht ebenfalls Aktivisten von einer Brücke abgeseilt und hätten eine Vollsperrung und einen Polizeieinsatz ausgelöst.

Hessen: Nach Abseil-Aktion auf A3 – 29-Jähriger bei Unfall im Stau schwer verletzt

Wie gefährlich die Abseil-Aktionen der Aktivisten auf der Autobahn ausgehen können, zeigt ein schwerer Unfall auf der A3 in Hessen am 14. Oktober: Dort hatten sich am Vormittag zwei Personen von einer Autobahnbrücke abgeseilt. Sogar das SEK musste anrücken, um die Aktivisten von der Autobahn zu holen. Im Stau, der durch die Protest-Aktion ausgelöst wurde, kam es schließlich zum schweren Unfall. Ein 29-jähriger Skoda-Fahrer krachte in einem Lkw und wurde schwerst verletzt.

Nachdem Umweltaktivisten die A3 bei Idstein blockiert hatten, kam es zum schweren Unfall.

Wie die BILD berichtet, seien von den sieben der nach der A3-Aktion festgenommenen Aktivisten bereits sechs Personen wieder auf freiem Fuß. Gegen einen Mann sei ein Haftbefehl erlassen worden, der jedoch gleich wieder außer Vollzug gesetzt worden sei. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Nötigung und der fahrlässigen Körperverletzung.

Hessen: Abseil-Aktionen von A49-Gegnern erhalten Kritik aus der Wirtschaft

Die erneuten Protest-Aktionen an Autobahnbrücken gegen den Weiterbau der A49 in Hessen stoßen in der Wirtschaft auf Kritik. „Wir sehen mit Sorge, dass der Protest zunehmend in weitere Teile der Wirtschaft und des Verkehrs eingreift. Damit schaden diese Aktionen dem Wirtschaftsstandort Hessen“, erklärt Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), am Montag in Wiesbaden. Der Lückenschluss der A49 habe alle demokratischen Prozesse durchlaufen, längst bestehe Baurecht, betonte Lippmann. Die Wirtschaft und viele Menschen in der Region warteten bereits seit 40 Jahren auf das Projekt. Nord- und Mittelhessen würden besser angebunden, Anwohner und Pendler entlastet und der Wirtschaftsverkehr deutlich effizienter. Es sei daher wichtig, dass der A49-Ausbau erfolgreich abgeschlossen werde.

Für das Autobahn-Projekt werden im Herrenwald nahe Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf derzeit Bäume gerodet, auch im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm stehen Fällarbeiten an. Um dies zu verhindern und zu verzögern, hatten sich Aktivisten in Baumhäusern in den beiden Waldstücken eingerichtet, wie merkur.de berichtete*. Aus ihrer Sicht steht das Autobahnprojekt einer Verkehrswende entgegen. (kab) *MANNHEIM24 und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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