Familientragödie im hessischen Trebur

Mutter (30) will Sohn (5) vor dem Ertrinken im Rhein retten – beide bezahlen mit dem Leben

Trebur/Groß-Gerau – Ein fünfjähriger Junge geht im Rhein unter. Die verzweifelte Mutter und ihre Tochter versuchen ihn noch zu retten – vergebens.

  • Trebur (Groß-Gerau): Am 27. Juni hält sich eine Familie am Rhein auf, also der Sohn (5) plötzlich ins Wasser gerät.
  • Die Mutter (30) und die Tochter (13) versuchen ihn zu retten – doch vergebens.
  • DLRG warnt vor dem Baden im Rhein.

Am Samstagabend (27. Juni) ereignet sich im hessischen Trebur ein furchtbares Unglück: Eine Mutter hält sich mit ihren beiden Kindern im Kreis Groß-Gerau am Rhein auf. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Rheinhessen gerät ihr Sohn ins Wasser und wird von der Strömung mitgerissen.

Nachdem der fünfjährige Junge verschwunden ist, versucht die Mutter ihn noch zu retten. Dabei gerät sie aber selbst in Not, woraufhin ein Passant zur Hilfe eilt und sie aus dem Wasser zieht. Laut Polizei ist die 30 Jahre alte Frau daraufhin erneut in den Rhein gelaufen. Auch ihre 13-jährige Tochter steigt in den Fluss und versucht dem Bruder zu helfen.

Trebur/Groß-Gerau: Unfall im Rhein endet für Mutter und Sohn tödlich

Gegen 20:30 Uhr werden die Leitstellen des Rettungsdienstes und der Polizei verständigt. Ein Rettungshubschrauber, DLRG und Wasserschutzpolizei machen sich augenblicklich auf die Suche nach dem Jungen. Während die Rettungskräfte zunächst das Mädchen unversehrt aus dem Rhein retten können, werden ihre Mutter nach fast einer Stunde und darauf ihr kleiner Bruder geborgen. Trotz intensiver Wiederbelebungsversuchen können beide nicht mehr gerettet werden. Eine schreckliche Tragödie ereignete sich vor Kurzem auch in Baden-Württemberg: Ein junges Paar schlief in einem Campingbus, als das Fahrzeug plötzlich in den Rhein rutschte. Eine 22-jährige ertrank im überfluteten Camper.

Ein Rettungssanitäter und Feuerwehrmann stehen neben einem Rettungswagen nach dem tödlichen Badeunfall am Rhein im hessischen Trebur (Kreis Groß-Gerau).

Nach dem tödlichen Unfall hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntag (28. Juni) sollen nun Zeugen angehört werden.

Trebur/Groß-Gerau: DLRG warnt vor Schwimmen im Rhein


Unterdessen ruft der (DLRG) Rheinhessen am Sonntag (28. Juni) dazu auf, nicht im Rhein zu schwimmen. Vorbeifahrende Schiffe erzeugten einen kräftigen Sog, heißt es in einer Mitteilung. Zudem bildeten sich an den Steinaufschüttungen im Rhein strudelartige Strömungen. Es bestehe keine Chance, gegen die Strömung anzuschwimmen, sobald eine scheinbar geschützte Bucht verlassen werde. Ein 23-jähriger Mann geht im Juli 2020 im Rhein bei Worms baden, als er in eine Notlage gerät. Ein mutiger Augenzeuge rettet ihn zwar aus dem Fluss, doch Stunden später erliegt der Mann seinen Verletzungen.

Eine weitaus sicherere Alternative zum gefährlichen Rhein ist das Abkühlen in zugelassenen Badeseen der Rhein-Neckar-Region. Alle Informationen zu den Badeseen im Überblick. (dpa/keutz-tv/esk)

Rubriklistenbild: © Allexander Kreutz tv News/dpa

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