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„Verletzt postmortale Rechte“: Helmut Kohls Witwe droht CDU-Stiftung

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Von: Daniel Hagen

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Während die Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung ihre erste Veranstaltung feiert, veröffentlicht dessen Witwe Maike Kohl-Richter einen Brief, in dem sie mit einer Klage droht!

Am Samstag (1. Oktober) ist es genau 40 Jahre her, dass Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt worden war. Im Jahr 1982 schafft er es nach dem Sturz seines Vorgängers Helmut Schmidt über ein Misstrauensvotum an die Macht. Es folgen 16 Jahre Kanzlerschaft, in deren Zeit auch die Wiedervereinigung Deutschlands gelingt. Der gebürtige Ludwigshafener trägt seitdem den Titel „Kanzler der Einheit“.

Maike Kohl-Richter droht Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung mit Klage

Zu Ehren des am 16. Juni 2017 verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl hat die CDU im Juni 2021 eine Stiftung errichtet, die das Andenken an das politische Wirken des gebürtigen Pfälzers bewahren soll. Diese Aufgabe sieht Maike Kohl-Richter, Witwe des ehemaligen Kanzlers, jedoch eher skeptisch. Noch vor der offiziellen Gründung der Stiftung wendet sich die 58-Jährige an die CDU und erklärt, dass dies nicht dem Willen ihres Mannes entspreche.

„Die staatliche Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung verletzt Helmut Kohls postmortale Rechte. Sie verletzt auch meine Rechte als seine Erbin“, schreibt Maike Kohl-Richter in einem aktuellen Brief, den sie zum 40. Jahrestag der Wahl ihres Mannes zum Bundeskanzler veröffentlicht. Er ist an den Stiftungsvorsitzenden Volker Kauder adressiert und erhebt erneut schwere Vorwürfe.

Witwe von Helmut Kohl erhebt schwere Vorwürfe gegen CDU-Stiftung

So befürchtet die Witwe des Altkanzlers, dass die Stiftung im Name von Helmut Kohl politische Analysen zu aktuellen Situationen und Entwicklungen abgeben werde, obwohl diese nicht im Sinne des mittlerweile Verstorbenen liegen. Ein ebenfalls großer Kritikpunkt, den Kohl-Richter bereits zur Gründung der Stiftung vorgebracht hat, ist der Umgang der CDU/CSU mit der „Spendengeld-Affäre“ ihres Mannes.

Die 58-Jährige beklagt, dass die Union bis heute kein Interesse daran habe, diese Affäre öffentlich aufzuarbeiten. Stattdessen gelte Helmut Kohl auch nach seinem Tod als alleiniger Schuldiger, der der CDU damit „massiv geschadet“ habe. Aus diesen Gründen fordert Maike Koch-Richter die Stiftung dazu auf, ihren Namen zu ändern – sonst müsse sie vor Gericht ziehen!

Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung feiert erste Veranstaltung

Diese Drohung scheint den Mitgliedern der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung aber wenig Sorge zu bereiten. Statt sich damit zu befassen, wird am Dienstagabend (27. September) die erste Veranstaltung in Berlin gefeiert, auf der unter anderem Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel und CDU-Parteivorsitzender Friedrich Merz lobende Worte für Helmut Kohl finden.

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Auf Anfrage von LUDWIGSHAFEN24 erklärt ein Sprecher der Stiftung zudem, dass man „offene Briefe“ weder beantworte noch kommentiere und dass die Klagefrist gegen das Errichtungsgesetz des Deutschen Bundestages bereits am 9. Juni abgelaufen sei. Außerdem seien Kontaktaufnahmen mit Maike Kohl-Richter im Vorfeld ergebnislos verlaufen.

Maike Kohl-Richter hat auch in Speyer Sorgen – wegen Grab von Helmut Kohl

Die Witwe von Helmut Kohl hat sich auch auf LUDWIGSHAFEN24-Anfrage nicht zu dem Thema geäußert. Ein ähnliches Problem hat übrigens auch die Stadt Speyer, deren Oberbürgermeisterin wegen des Grabs von Helmut Kohl jetzt ein „letztes Mal“ an die 58-Jährige schreibt – bevor die Stadt aktiv werden muss. (dh mit dpa)

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