Familie unter Schock 

Mehrere Schüsse in Heilbronn abgefeuert – War DITIB-Generalsekretär das Ziel? 

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In Heilbronn fallen in der Nacht auf Sonntag mehrere Schüsse (Symbolfoto)

Heilbronn - Als der DITIB-Generalsekretär Abdurrahman Atasoy seine Familie besuchen will, fallen plötzlich Schüsse. Jetzt ermittelt die Kripo: 

  • Heilbronn: In der Nacht auf Sonntag (23. Februar) fallen Schüsse.
  • War ein Generalsekretär des Türkisch-Islamischen Bundes (DITIB) das Ziel?
  • Kripo Heilbronn übernimmt die Ermittlungen. 

Die „Eskalationen spitzen sich zu“, so beginnt eine Pressemitteilung vom Türkisch-Islamischen Bundes (DITIB), die sofort die Alarmglocken läuten lässt. Denn es ist vermutlich auf den Generalsekretär Abdurrahman Atasoy geschossen worden. 

Am Samstag (22. Februar) befindet sich Atasoy bei einer DITIB-Sitzung in Ludwigshafen. Anschließend macht sich der Generalsekretär auf den Weg nach Heilbronn, um dort seine Schwester und seinen Bruder zu besuchen. Als er gegen 0:20 Uhr sein Auto parkt, folgt der Schock: 5 bis 6 Schüsse fallen in unmittelbarer Nähe. „Erschreckt und aus Angst um Leib und Leben, rief seine Schwester sofort die Polizei“, so der DITIB. Die Polizei Heilbronn rückt daraufhin umgehend aus, allerdings kann sie vor Ort keine verdächtigen Personen ausfindig machen und verlässt wieder den Tatort.

Heilbronn: Schüsse auf Generalsekretär? Erschreckende Entdeckung vor Familienhaus

Nach einer Nacht in Angst und Schrecken, wartend, dass die Polizei vielleicht doch noch bei der Familie Atasoy das Gespräch sucht, fanden sich am Morgen 5 Patronenhülsen direkt vor dem Hofzugang zu dem allein von der Familie Atasoy bewohnten Haus. Erneut wurde die Polizei telefonisch verständigt“, heißt es weiter in der Mitteilung vom DITIB. Die Beamten aus Heilbronn fahren noch einmal zu dem Anwesen und stellen fest, dass es sich bei den Patronen um Platzpatronen handelt. 

Die Kripo Heilbronn hat nun die Ermittlungen aufgenommen. „Ein Zusammenhang mit dem Besuch des Generalsekretärs und den Schüssen, kann derzeit weder bestätigt noch dementiert werden“, so die Polizei Heilbronn. Die Beamten haben nun erste Nachbarschaftsbefragungen durchgeführt. 

Schüsse in Heilbronn: Generalsekretär bereits öfters bedroht

Laut dem DITIB sei Generalsekretär Abdurrahman Atasoy bereits in der Vergangenheit bedroht worden. Vor etwa zwei Wochen seien bei ihm sowie zwei weiteren DITIB-Vorsitzenden Autoscheiben eingeschlagen worden. Einige Tage danach seien Bombendrohungen gegen eine Moschee eingegangen. Es ist außerdem nicht das erste Mal, dass sein Politiker in der Region zum Ziel eines Anschlags fiel. In Wiesloch wurde am 22. Dezember auf das Haus von Ecevit Emre geschossen

 „Nach dem Terrorakt in Hanau und dem erneuten Beschuss einer Shisha-Bar gestern Abend und dem Übergriff auf Generalsekretär Atasoy kann statistisch nicht mehr von einer zufälligen Häufung von Übergriffen die Rede sein. Dass sich Einzelvorgänge zu einem solchen Drohszenario zusammensetzen und die Polizei davor anscheinend immer noch die Augen verschließt, kann nicht im Sinne eines freiheitlichen liberalen Staates sein“, so der DITIB

In Hanau werden am 19. Februar neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen. Anschließend tötet der Todesschütze Tobias R. seine Mutter und sich selbst. Bei der schrecklichen Tat handelt es sich um einen Terror-Anschlag mit fremdenfeindlichen Hintergrund. 

Wenige Tage danach fallen in Stuttgart Schüsse. Auch hier feuern bislang unbekannte Täter auf eine Shisha-Bar. Verletzt wird glücklicherweise niemand. 

pol/pm/jol

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