Schlag gegen organisierte Kriminalität

Autos im Wert von 1,3 Millionen Euro gestohlen: Ermittler schnappen mutmaßliche Diebesbande!

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Ermittler nehmen 10 mutmaßliche Autodiebe fest (Symbolfoto)

Heilbronn/Mannheim - Seit November 2017 sollen sie unter anderem in Baden-Württemberg Fahrzeuge im Wert von rund 1,3 Millionen Euro gestohlen haben! Jetzt klicken für 10 Verdächtige die Handschellen: 

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn wird Haftbefehl gegen insgesamt neun Männer und eine Frau im Alter zwischen 20 und 45 Jahren erlassen. Neun litauische Staatsangehörige und ein Deutscher tadschikischer Herkunft stehen im dringenden Verdacht, seit November 2017 in bislang 15 bekannten Fällen – davon acht in Baden-Württemberg – hochwertige Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 1,3 Millionen Euro gestohlen zu haben!

Wie die Polizei am Freitag mitteilt, seien sieben der gestohlenen Fahrzeuge nach Litauen weitertransportiert worden, um sie nach Tadschikistan weiter zu verkaufen. Sechs dieser Fahrzeuge können sichergestellt werden. 

Bei der Kontrolle eines Sattelzuges durch polnische Polizeibeamte im Februar 2018 wurde bereits ein Fahrer sowie ein weiteres Bandenmitglied festgenommen.

Ermittlungen nach Fällen in Mannheim

Das Ermittlungsverfahren nimmt seinen Ausgang im November 2017, als ein 29-jähriger Litauer bei einem Autoaufbruch in Mannheim festgenommen wurde. Außerdem wurden in der Nacht zum 17. November in Mannheim ein Maybach, ein Porsche und ein BMW (Gesamtwert: 300.000 Euro) durch eine andere Tätergruppe gestohlen.

Verdeckte Ermittlungen 

Größtenteils verdeckte Ermittlungen ergeben anschließend, dass sowohl der 29-jährige Autoaufbrecher als auch die Diebe der drei Autos vor der Begehung ihrer Taten Unterschlupf in der Wohnung einer Frau in der Mannheimer Innenstadt gefunden hatten. 

Die Ermittlungsgruppe – das „Joint Investigation Team“ – findet heraus, dass weitere zwölf Taten im Landkreis Heilbronn, Hessen und Nordrhein-Westfalen von einem 40-jährigen Mann aus Kaunas/Litauen organisiert und koordiniert wurden.

So ging die Bande vor

Die Diebe reisten nach Deutschland ein und fanden dort Unterschlupf in den Wohnung sowohl bei der Mannheimerin als auch bei einer weiteren Litauerin aus Stuttgart. Von dort aus gingen sie auf ihre Beutezüge. 

Die gestohlenen Fahrzeuge, die alle mit dem Keyless-Go-Start-System ausgestattet sind und mittels Funkwellenverlängerung gestartet werden, wurden anschließend tatortortnah zum Transport vorbereitet und dann auf Sattelzügen abtransportiert oder von Kurieren direkt nach Litauen gefahren.

Hausdurchsuchungen in Deutschland und Litauen

Am Montag (17. Dezember) werden die Haftbefehle gegen 10 Tatverdächtige vollstreckt. Acht davon in Litauen, zwei in Stuttgart und in Nordrhein-Westfalen. Hierfür reisen auch acht Ermittlungsbeamte der Kripo Heidelberg und die ermittlungsführende Oberstaatsanwältin aus Heilbronn nach Litauen.

Insgesamt werden elf Objekte in Litauen und fünf Wohnungen in Deutschland (Mannheim, Stuttgart, Düsseldorf und Oerlinghausen) sowie eine Lagerhalle mit Büro und zwei Autos in Leopoldshöhe durchsucht. Dabei wird Beweismaterial beschlagnahmt, was noch ausgewertet werden muss. 

Die 10 Festgenommenen sitzen in Untersuchungshaft. Die in Litauen festgenommenen Personen sollen im Laufe der nächsten Wochen nach Deutschland ausgeliefert werden. Die Ermittlungen dauern an. 

Hintergrund: „Joint Investigation Team“

Nach der Festnahme des Autoaufbrechers und dem Auto-Diebstahl in Mannheim im November 2017 wurde in Mannheim zunächst die Ermittlungsgruppe „Eigentum“ der Kripo Heidelberg geführt. Als der Verdacht auf organisierte Kriminalität aufkam, wurde eine Ermittlungsgruppe zwischen der EG „Eigentum“ und dem Dezernat „OK“ gebietet. 

Es stellte sich heraus, dass die Verdächtigen nicht nur in Deutschland, sondern auch in angrenzenden Ländern (Niederlande, Belgien) unterwegs waren. Gemeinsam mit Europol und mit Unterstützung von Eurojust wurden die Ermittlungen ausgeweitet und am 7. September 2018 das sogenannte „Joint Investigation Team“ gebildet, das unter Beteiligung von Behörden mehrerer Länder an einem konkreten Fall zusammenarbeitet.

pm/kab

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