Weil sie gutgläubige ‘Alte‘ belügen

Die vermeintlich Guten: ‘Falsche‘ Polizeibeamte festgenommen!

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Mehr als 100.000 Euro erbeutet: Falschen Polizisten wird nun der Prozess gemacht!

Heidelberg - Sie lügen und betrügen alte Menschen, rauben ihnen Schmuck und bares Geld.  Nun wird ein Haftbefehl wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetruges gegen zwei vermeintliche Polizisten erlassen. 

Sie sind beide gerade mal 21 Jahre alt. Kriminelle Energie scheinen sie aber schon reichlich in sich zu haben. Gegen eine Frau und einem Mann wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg ein Haftbefehl wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetruges erlassen. Sie sollen als ‘Abholer‘ Teil einer größeren kriminell agierenden Gruppe gewesen sein. 

Ältere Personen um Erspartes gebracht

Gemeinsam mit weiteren Verdächtigen stehen sie im dringenden Verdacht zwischen April und Juli diesen Jahres eine Vielzahl älterer Personen - getarnt als als falsche Polizeibeamte - um ihr Erspartes gebracht zu haben. Örtlich sind ihre Machenschaften sie dabei nicht beschränkt. Ob in Weinheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis (Eschelbronn, Zuzenhausen, Plankstadt), Rheinland-Pfalz (Worms, Haßloch), Hessen (Birkenau, Lampertheim, Pfungstadt) oder Bayern (Miltenberg), die Spur der Betruges zieht sich über Landesgrenzen hinaus. 

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Betrugsdezernats der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg gehören beide Festgenommenen einer von der Türkei aus agierenden Tätergruppierung an. Diese nimmt ausschließlich mit älteren, vorwiegend weiblichen Opfern telefonischen Kontakt auf. Die Telefonanschluss-Nummern sind dabei gefälscht - es handelt sich um das sogenannte ‘Spoofing`, also Täuschungsmethoden zur Verschleierung der eigenen Identität. 

Wie die Täter vorgehen

Den Angerufenen wird vorgetäuscht, dass es aufgrund eines geplanten Einbruchs erforderlich sei, Bargeld und Schmuck bis zur Festnahme der Täter vorübergehend durch die Polizei sicherstellen zu lassen.

Im Vertrauen darauf, mit der "richtigen" Polizei zu sprechen, übergeben die Belogenen Bargeld, Schmuck und EC-Karten an Abholer. Mit den erlangten EC-Karten heben die Tatverdächtigen dann an einem Geldautomaten Bargeld ab. Denn ja, tatsächlich geben die Opfer den vermeintlichen Polizisten auch ihre PIN! Insgesamt wird bei dem jetzt verfolgten Betrugsfall von einem Gesamtschaden in der Höhe von mehr als 100.000 Euro ausgegangen. 

Die beiden Tatverdächtigen sollen als "Abholer" fungiert haben und befinden sich aktuell in Untersuchungshaft. Gegen den männlichen Tatverdächtigen ist Anklage vom Landgericht Heidelberg - Jugendkammer - erhoben worden. Gegen die Frau dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Betrugsdezernats der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg an.

pm/chh

Quelle: Heidelberg24

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