Geld fließt in Flüchtlingsprojekte

1 Mio. Euro! OB Würzner dankt Spender Marguerre

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OB Dr. Eckart Würzner (li.) bedankt sich mit Blumen bei Wolfgang Marguerre für die Millionenspende zugunsten der Flüchtlingsarbeit.

Heidelberg – Er zählt zu den größten Gönnern der Metropolregion: Jetzt erläutert OB Würzner dem großzügigen Spender Wolfgang Marguerre, was mit dem Geld für Flüchtlinge getan wird.

Seine großzügige Spende ließ im September deutschlandweit aufhorchen: Eine Million Euro schenkt der milliardenschwere Unternehmer Wolfgang Marguerre (74, Besitzer „Octapharma“) der Stadt Heidelberg für ihre Flüchtlingsarbeit.

Der 74-Jährige war es auch, der mit 15 Millionen Euro maßgeblich für die Rettung des Theaters Heidelberg sorgte. Zum Dank wurde der „Neue Saal“ in „Marguerre-Saal“ umbenannt.

OB Dr. Eckart Würzner (parteilos) dankte dem Mäzen jetzt nochmal persönlich, stellte ihm die geplanten Maßnahmen vor, mit denen die Flüchtlinge möglichst schnell in die Gesellschaft integrieren werden sollen: „Wir sind der Familie Marguerre für ihre großzügige und außergewöhnliche Spende enorm dankbar. Hunderten Menschen wird dank dieses Geldes der Start in der neuen Heimat erleichtert. Aus unserer Sicht sind für die Integration drei zentrale Punkte entscheidend: Spracherwerb, Schul- und Berufsausbildung und die Möglichkeit zur sozialen Teilhabe.“

Im Anschluss an das Gespräch im Rathaus erklärt Marguerre bescheiden: „Mich hat die Begeisterung der Menschen beeindruckt, die sich in dieser Situation mit einbringen. Die Freude am Helfen. Ich kann nicht so gut als Helfer vor Ort mit anpacken. Deshalb habe ich eben auf andere Art geholfen.

Und ergänzt: „Mein Gedanke war: Die Stadt weiß am besten, wo man das Geld gut einsetzen kann. Es zeigt sich jetzt, dass der Gedanke richtig war. Alle Projekte, die mir der Oberbürgermeister vorgestellt hat, sind absolut sinnvoll. Genau diesen Effekt wollte ich anstoßen.“ 

Die zentrale Frage nach Wohnungen für die Flüchtlinge geht die Stadt bereits seit Wochen mit dem vom Gemeinderat verabschiedeten Konzept an: Demnach sollen in allen Stadtteilen vorübergehend Unterkünfte für bis zu 100 Personen eingerichtet werden.

Diese wichtige Integrationsarbeit kann mit Hilfe der Marguerre-Spende finanziert werden kann.

Mit mehreren Fachämtern hat Sozialbürgermeister Dr. Joachim Gerner (SPD). ein Maßnahmenpaket ‚geschnürt‘: „Wir werden das Geld sicher nicht benutzen, um sich kurzfristig auftuende Finanzlöcher zu schließen. Vielmehr ist Heidelberg in der glücklichen Lage, seine Willkommenskultur zielgerichtet, bedarfsgerecht und effizient weiterentwickeln zu können. Wir bereiten uns auf neue Herausforderungen vor und schaffen jetzt die dazu nötigen Strukturen.

Bereich Spracherwerb

  • Deutschkurszentrum der VHS: Geplant ist die Anmietung von Unterrichtsräumen in City-Lage. Flüchtlinge können dort Sprachkurse, Einstiegsprüfungen oder Alphabetisierungskurse belegen. 
  • Sprachförderung in Vorbereitungsklassen: In Kooperation mit der PH Heidelberg sollen Lehrkräfte für zehn Vorbereitungsklassen an Grundschulen geschult werden. Die Klassen sollen zudem mit geeigneten Lernmaterialien ausgestattet werden. 
  • Neuanschaffung Lernmaterialien: In den Flüchtlingsunterkünften und in der Stadtbücherei gibt es heute schon eine enorme Nachfrage an Lernmaterialien für Deutsch als Fremdsprache – insbesondere mit der Bezugssprache Arabisch. Der Bestand muss dringend ausgebaut werden – mit Medienkisten, Bildwörterbüchern, Bildkarten, Lesebüchern oder Sprach-Software.
  • Lern- und Wohnzentrum für junge Flüchtlinge: Die Stadt prüft aktuell noch die Machbarkeit, ein Haus für junge Flüchtlinge anzumieten. Diese könnten dann dort wohnen und in ihren Ausbildungsverhältnissen begleitend unterstützt werden – zum Beispiel durch speziellen Förderunterricht oder Hilfe bei den Prüfungsvorbereitungen. 
  • Co-Finanzierung des Projekts „Integration durch Ausbildung“: Jugendliche sollen im Rahmen dieses Projekts vom Verein für berufliche Integration und Qualifizierung auf eine Berufsausbildung vorbereitet, in Ausbildungsverhältnisse vermittelt und dort auch begleitend betreut werden. 
  • Anerkennung von Bildungsabschlüssen: Kostenübernahme für die Übersetzung von Diplomen oder Zeugnissen und Finanzierung von Anschlussprüfungen (zum Beispiel für Führerscheine).

Bereich Soziale Teilhabe

  • Schulung Ehrenamtlicher: Der persönliche Kontakt zu einem Begleiter für Behördengänge oder Arztbesuche erleichtert vielen Flüchtlingen den Einstieg in den deutschen Alltag. Die Stadt will daher auch weiterhin interessierte Bürgerinnen und Bürger schulen, derartige Aufgaben zu übernehmen. 
  • Mobilität für unbegleitete Minderjährige: Die Stadt hat bereits einen Kleinbus angeschafft, um für die Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge eine Transportoption zu haben – ein zweiter Bus soll folgen.

pek

Quelle: Heidelberg24

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