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Wird das Ankunftszentrum für Flüchtlinge viel größer?

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Suche nach einem neuen Standort für das Ankunftszentrum - welche Alternativen gibt es überhaupt noch? (Archivfoto)

Heidelberg - Der neue Standort für das Ankunftszentrum für Flüchtlinge könnte neben Patrick-Henry- Village liegen. Aber welche Kapazitäten plant das Land ein? 

  • Das Land hat die Suche nach neuen Standorten für ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge in Heidelberg eingestellt.
  • Die Stadt Heidelberg soll neue Vorschläge machen.
  • Wieso kommen die „Wolfsgärten“ nicht infrage?
  • Lösung könnte direkt neben dem Patrick-Henry-Village liegen

Update vom 12. Dezember: Wird das neue Ankunftszentrum für Flüchtlinge viel größer als gedacht? Auf der Sitzung des Konversionsausschusses am Mittwoch (11. Dezember) berichtet Oberbürgermeister Eckart Würzner von einer Mitteilung des Innenministeriums, nach der das Land 1.500 zusätzliche Plätze „in unmittelbarer Nähe“ benötige. Das schreibt der „Mannheimer Morgen“. Die Stadt Heidelberg hatte eine Kapazität von 1.500 Plätzen zugesagt und eine mögliche Aufstockung auf 2.000 Plätze im Notfall. 

Gegen das „Gewann Gäulschlag“, das die Verwaltung als Alternative zu PHV und den „Wolfsgärten“ vorschlägt, regt sich nicht nur bei Landwirten Widerstand. Auch im Gemeinderat sieht man die Versiegelung weiterer Grünflächen kritisch. Für die kommende Gemeinderatssitzung (17. Dezember, 15:30 Uhr) fordert OB Würzner zumindest eine Entscheidung in Sachen Verlagerung. Sollte das Ankunftszentrum weiter auf Patrick-Henry-Village bleiben, könne man die Pläne für PHV abschreiben. Heidelberg will auf der Konversionsfläche einen neuen Stadtteil für 10.000 Bewohner und 5.000 Arbeitsplätze entwickeln.

Bleibt das Ankunftszentrum für Flüchtlinge in der Nähe vom PHV?

Update vom 5. Dezember: Liegt die Lösung für den neuen Standort des Ankunftszentrums für Flüchtlinge ganz in der Nähe des alten? Standen die Gemeinderäte bislang zwischen vor der Wahl eines Umzugs innerhalb von Patrick-Henry-Village (PHV) und den als unzureichend erachteten „Wolfsgärten“, bringt die Stadt jetzt eine weitere Option ins Spiel. Die Verwaltung hat als Alternative das „Gewann Gäulschlag“ vorgeschlagen, das direkt gegenüber des PHV südlich der B535 liegt. 

Auf dem über 16 Hektar großen Areal zwischen A5, B535 und K9711 ließe sich ein Ankunftszentrum realisieren. Der Vorschlag scheint auch im Stadtrat eine Mehrheit zu finden. CDU, SPD und Grüne haben mittlerweile Zustimmung zum Vorschlag der Verwaltung signalisiert. Die SPD hatte sich gegen das Gelände Wolfsgärten gestemmt und war für einen Verbleib auf dem Gelände des PHV. Mit dem Areal „Gäulschlag“ können die Sozialdemokraten aber offensichtlich gut leben: „Das Gewann Gäulschlag ermöglicht durch seine Lage neben dem PHV eine Teilhabe der Geflüchteten am Leben in der Stadt und im neuen Stadtteil und isoliert sie nicht“, heißt es in einem Antrag zum Konversionsausschuss (11. Dezember, 17:30 Uhr), der das Thema demnächst diskutiert.

Und auch die Grünen halten „das Areal für geeignet – sofern es alle Anforderungen an ein Ankunftszentrum erfüllt“. PHV als Stadtteil der Zukunft entwickeln und das Ankunftszentrum in Heidelberg behalten sei immer eine Wunschvorstellung seiner Fraktion gewesen, so Derek Cofie-Nunoo. „Die IBA sollte das Ankunftszentrum nun in räumlichem Zusammenhang mit PHV mitentwickeln. Dadurch würde ein Ankunftszentrum in modellhafter Bauweise direkt neben dem Heidelberger Stadtteil der Zukunft entstehen“, sagt Grünen-Stadtrat Manuel Steinbrenner. 

Heidelberg: Wie geht es weiter mit dem Ankunftszentrum für Flüchtlinge?

Grundtext vom 13. August: In der Diskussion um einen neuen Standort für ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge in Heidelberg hat das Land sie Suche nach weiteren Alternativen zum Patrick-Henry-Village eingestellt. „Derzeit werden keine weiteren Prüfungen vorgenommen“, sagt ein Sprecher des Ressorts von Thomas Strobel (CDU). Das Ministerium habe in einem rund eineinhalbjährigen und umfassenden Suchlauf alle möglichen Standorte geprüft. Das Areal „Wolfsgärten“ sei für sein Haus die einzige Option. Die Suche könne wieder aufgenommen werden, wenn die Stadt Heidelberg neue Vorschläge mache. „Der Ball liegt jetzt bei der Stadt.“

Heidelberg: Wie geht es weiter mit dem Ankunftszentrum für Flüchtlinge?

Die Stadt Heidelberg sieht das genau umgekehrt. Der alte Gemeinderat in Heidelberg hatte das Land aufgefordert, eine Alternative zu den unbeliebten „Wolfsgärten“ in Heidelberg und Umgebung zu suchen. Aus dem Rathaus heißt es: „Es versteht sich von selbst, dass wir außerhalb unserer Gemarkungsgrenzen keine Vorschläge machen können.“ Der alte Gemeinderat lehnte den vom Ministerium favorisierten Standort ab, weil er isoliert zwischen Autobahn und Bahngleisen liegt – und schlug vor, das Zentrum könne doch in abgespeckter Form auf dem Patrick-Henry-Village in Heidelberg verbleiben. Das Ministerium wurde außerdem aufgefordert, einen Testentwurf für ein Zentrum zu erstellen. Dieser ist laut Ministerium in Arbeit.

Heidelberg: Standort „Wolfsgärten“ für Ankunftszentrum geeignet?

Der neue Gemeinderat in Heidelberg hat das Thema noch nicht diskutiert. Derek Cofie-Nunoo, Chef der Grünen, sieht die Sache ähnlich wie die Stadträte zuvor. „Der Standort in Randlage entspricht nicht den Vorstellungen, wie man Menschen, die geflüchtet sind, unterbringen sollte.“ Hingegen kommen für die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) die „Wolfsgärten“ als möglicher Standort in Betracht. Eine Integration des Zentrums in Patrick-Henry-Village sei unmöglich. Die Stadt Heidelberg plant im Zuge der Internationalen Bauausstellung, auf der 100 Hektar großen Konversionsfläche Arbeits- und Wohnraum für bis zu 15.000 Menschen zu schaffen. Von dieser Fläche werden derzeit 30 Hektar für das Zentrum genutzt. Hingegen ist das vom Ministerium auswählte Areal – eine unbebaute Fläche im Besitz der Stadt Heidelberg – sieben Hektar groß. 

Heidelberg: Neuer Standort für Ankunftszentrum – bringt Stadt Eppelheim die Lösung?

Die Diskussion über den neuen Standort für das Ankunftszentrum für Flüchtlinge scheint noch lange nicht beendet. Doch nun tut sich überraschend eine neue potenzielle Lösung auf: Wie der Mannheimer Morgen berichtet, habe die Stadt Eppelheim eine Alternative zum Patrick-Henry Village in Heidelberg angeboten. Dabei soll es sich laut Bericht um die rund 30 Hektar große Fläche handeln, auf dem Dietmar Hopp einst eine Fußballarena bauen wollte, bevor er sich für den Standort Sinsheim entschied. Das Innenministerium wolle nun mit Eppelheim Kontakt aufnehmen, heißt es weiter.

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Heidelberg: Das Ankunftszentrum für Flüchtlinge in Zahlen

Das Ankunftszentrum für Baden-Württemberg beherbergt derzeit weniger als 1.000 Flüchtlinge. Im ersten Halbjahr 2018 durchliefen 5076 Flüchtlinge die Einrichtung, davon 1.228 aus Nigeria, 484 aus der Türkei und 456 aus Syrien. In Heidelberg werden sie gesundheitlich untersucht und registriert. Sie stellen dort auch den Asylantrag. Zum Vergleich: Im September 2015 kamen noch 14.000 Schutzsuchende nach Baden-Württemberg.

dpa/kab/rmx

Quelle: Heidelberg24

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