Alle Parteien betroffen

Landtagswahl 2021: Wahlplakate beschädigt – „Verurteilen Vandalismus jeglicher Form“

Mehrere Wahlplakate verschiedener Parteien sind betroffen.
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Wahlplakate mehrerer Parteien werden in Heidelberg beschädigt (Symbolfoto)

Heidelberg/Ludwigshafen - Wie die Polizei mitteilt, sind am vergangenen Wochenende mehrere Wahlplakate zerstört worden. Einige Täter können gefasst werden – ihnen drohen empfindliche Strafen.

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz steht vor der Tür. Am 14. März werden die Bürger zur Urne gebeten, um ihr Kreuzchen zu setzen. Auch die meisten Briefwahlunterlagen sind mittlerweile in den Haushalten angekommen. Wahlwerbung der Parteien beschränkt sich in Zeiten der Corona-Pandemie auf Wahlplakate, die seit rund zehn Tagen massenweise in den Städten angebracht sind. Einige wenige machen sich im Schutz der Dunkelheit über die Plakate her. Und so werden in den Nächten vor der Wahl mehrere Plakate verschiedener Parteien mutwillig beschädigt – auch in Heidelberg-Kirchheim.

Heidelberg: Wenige Wochen vor Landtagswahl – Plakate in Brand gesetzt

Dort findet die Polizei insgesamt 26 Wahlplakate rund um das Kirchheimer Rathaus, die mit handflächengroßen Aufklebern verunstaltet worden sind. Im Stadtteil Rohrbach gingen die Täter noch weiter: „Ein Zeuge verständigte am Samstag gegen 0:30 Uhr die Polizei, nachdem er in der Felix-Wankel-Straße sechs durch Inbrandsetzung nahezu vollständig zerstörte Wahlplakate festgestellt hatte“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Ein brennendes Plakat wird vom Zeugen selbst gelöscht. Hinweise auf den oder die unbekannten Täter liegen laut Polizei bislang nicht vor.

Anders im Stadtteil Handschuhsheim: Ein Zeitungsausträger stört dort am frühen Samstagmorgen gegen 1 Uhr drei männliche Personen, die offenbar mit Gegenständen Wahlplakate beschädigen. Der Zusteller verständigt daraufhin die Polizei, welche die drei Tatverdächtigen im Alter von 27, 23 und 22 Jahren noch vor Ort festnehmen kann. „Nach Feststellung ihrer Personalien wurden sie wieder entlassen. Sie werden sich wegen Sachbeschädigung verantworten müssen“, heißt es vonseiten der Beamten.

Heidelberg: Wahlplakate zerstört – Daniel Al-Kayal selbst betroffen

Direkt von der Zerstörungswut betroffen ist Daniel Al-Kayal, SPD-Kandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg. Wahlplakate mit seinem Gesicht sind in seinem Heimatort Heidelberg unter anderem beschmiert und beschädigt worden. „Es ist schon ein ganz komisches Gefühl, wenn man seine eigenen verunstalteten Plakate sieht“, sagt Al-Kayal im Gespräch mit HEIDELBERG24.

Zur Anzeige bringt er allerdings die wenigsten Fälle: „Ich möchte der Polizei Arbeit ersparen - lediglich bei Vorfällen mit beispielsweise rassistischen Hintergründen bringe ich es zur Anzeige“, so der 26-Jährige, der erstmals selbst kandidiert.

Daniel Al-Kayal kandidiert in diesem Jahr erstmals selbst.

Auch die Grünen verurteilen die Vorfälle. „Die Beschädigungen sind sehr ärgerlich - auch die Ressourcen, die in Zuge dessen verschwendet werden“, sagt Moritz Damm, Kreisvorsitzender der Grünen Heidelberg. „Wir verurteilen Vandalismus jeglicher Form“, so Damm.

Beschädigungen auch auf der anderen Seite des Rheins

Ähnliche Vorfälle spielen sich auf der anderen Seite des Rheins ab. Wie die CDU Ludwigshafen mitteilt, kommt es auch hier an Wahlplakaten zu Sachbeschädigungen. Dabei spielt Brandstiftung ebenfalls eine Rolle: Beispielsweise werden die mit Wahlwerbung für Johannes Zehfuß versehenen Heuballen in Brand gesteckt.

Wir als Christdemokraten begrüßen den fairen Wettkampf mit anderen Parteien und politischen Gruppierungen und halten die Sachbeschädigung von Plakaten und anderen Werbemitteln im Wahlkampf für unangemessen und undemokratisch“, sagt der Kreisvorsitzende der CDU, Patrick Poss.

Auch in diesem Fall werden Tatverdächtige ausfindig gemacht. „Wir sind sehr froh darüber, dass einer der Verantwortlichen durch Einsatz eines Mitglieds ausfindig gemacht wurde und diese Taten nicht unbestraft bleiben“, so Poss. In einem sind sich die Parteien einig: Die letzten Wochen des Wahlkampfes sollen ohne weitere Sachbeschädigungen und fair miteinander ausgefochten werden.

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