Diskussion um Windkrafträder

Windenergie: Diese drei Standorte könnten es werden

+
Drei Standorte werden für Windkrafträder in Heidelberg weiter untersucht.

Heidelberg - Die Diskussion um Windenergie hat in den letzten Wochen hohe Wellen geschlagen. Jetzt hat die Stadt die drei Standorte veröffentlicht, die weiter verfolgt werden sollen.

Seitdem der Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim im „Flächennutzungsplan Windenergie“ (WIR BERICHTETEN) sieben mögliche Standorte für Windkrafträder in der Gemarkung Heidelberg benannt hat, gibt es rege Diskussionen. 

Fast 2.500 Personen haben die Homepage der Online-Bürgerbeteiligung zum Thema Windenergie besucht, mehr als 450 Beiträge und knapp 400 Kommentare verfasst. 

Bei einer Informationsveranstaltung am 11. Dezember in der Stadtbücherei (WIR BERICHTETEN) wurde das Thema kontrovers diskutiert. Umweltbürgermeister Wolfgang Erichson erkärte, dass die Stadt drei Standorte näher untersuchen werde: „Wir sind mitten im Verfahren. Drei Standorte werden wir nun vertieft prüfen, und ich bin völlig ergebnisoffen.“ 

Die drei Standorte: Drei Eichen oberhalb von Boxberg, Kirchheimer Mühle und Grenzhof.

Die weiteren angedachten Standorte Hoher Nistler, Weißer Stein Süd, Lammerskopf und Auerhahnkopf werten indes nicht weiter verfolgt. Sie könnten aus fachlicher Sicht nicht akzeptiert werden, so Erichson weiter: „Sie führen zu schwerwiegenden Nachteilen. Diese Areale sind als Teil des UNESCO-Global Geoparks in der Wertigkeit den UNESCO-Welterbestätten und Biosphärenreservaten gleichgesetzt. Hinzu kommt das die Waldlagen unser besonders schützenswertes Landschaftsbild prägen.“ 

Wie es weiter geht

Die Agentur Zebralog, die mit der Online-Bürgerbeteiligung beauftragt ist, und die Stadt  und die Stadt werten alle Argumente zu den verschiedenen Themenfeldern aus. Die Auswertung soll der Entscheidungsfindung des Gemeinderats und zur Vorbereitung der endgültigen Stellungnahme der Stadt Heidelberg zu den Standortvorschlägen gegenüber dem Nachbarschaftsverband dienen. 

Als nächstes wird es am Donnerstag, 21. Januar 2016, eine zentrale, nicht öffentliche Informationsveranstaltung für alle Heidelberger Bezirksbeiräte geben. Deren Meinung wird neben der fachlichen Stellungnahme als Stimmungsbild in die Beratungen des Heidelberger Gemeinderats eingehen, die im März 2016 beginnen soll. Die städtische Stellungnahme an den Nachbarschaftsverband muss bis zum Sommer erfolgen.

Hintergrund

Der Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim hat einen „Flächennutzungsplan Windenergie“ für seine 18 Mitgliedskommunen erstellt. Der Plan soll ermöglichen, Flächen festzulegen, auf denen Windenergieanlagen errichtet werden können und damit gleichzeitig alle anderen Flächen davon freizuhalten. Im Heidelberger Stadtgebiet hatte der Nachbarschaftsverband sieben Standortvorschläge gemacht.

Momentan sind Windenergieanlagen aufgrund des bestehenden Regionalplans „Windenergie“ in Heidelberg rechtlich nicht zulässig. Dieses Bauverbot wird jedoch in absehbarer Zeit entfallen. Damit werden Windenergieanlagen grundsätzlich überall möglich, solange keine sonstigen öffentlichen Belange entgegenstehen. Eine gezielte Standortsteuerung ist dann nur über einen Flächennutzungsplan möglich. Diesen erarbeitet der Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim für 18 Mitgliedskommunen. 

Bei den nun vom Nachbarschaftsverband zur Diskussion gestellten 17 Flächen im Verbandsgebiet und sieben Flächen in Heidelberg geht es nicht darum, diese insgesamt zu beschließen oder abzulehnen. Vielmehr steht jede Fläche einzeln zur Diskussion, kann entfallen oder in ihrer Größe verändert werden. 

Im Flächennutzungsplan werden Konzentrationszonen für Windenergie ausgewiesen. Außerhalb dieser Zonen wären Windenergieanlagen dann unzulässig. Heidelberg verfolgt das Ziel, einzelne Flächen zur potenziellen Nutzung für Windenergieanlagen zu definieren, damit alle anderen geschützt werden können.

>>> Alle Artikel zum Thema

Stadt Heidelberg/rmx

Quelle: Heidelberg24

22. Deutscher Murmel-Meister gesucht

22. Deutscher Murmel-Meister gesucht

Zaun schützt Grab von Altkanzler Helmut Kohl (†87)

Zaun schützt Grab von Altkanzler Helmut Kohl (†87)

Tödlicher Unfall bei Schwaigern

Tödlicher Unfall bei Schwaigern

Kommentare