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Um die Stadt Heidelberg gibt es zahlreiche spannende Legenden und Mythen. 

Hast Du sie auch gehört? 

Die schönsten Legenden und Mythen aus Heidelberg

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Heidelberg - Wer hat am Türklopfer des Tores zum Schlosshof geknabbert? Wie kommt der Zwerg Perkeo zu seinem Namen und wieso verlegte Kurfürst Carl Philipp um 1742 seine Residenz nach Mannheim? 

Die Heidelberger können stolz auf ihre Stadt sein – denn die kurpfälzische Residenzstadt strahlt nicht nur mit der Schönheit der malerischen Altstadt und der kulturellen Schlossruine. Wer schon einmal tiefer in die Geschichte Heidelbergs eingetaucht ist weiß, dass diese eine Menge spannender Legenden und Mythen beherbergt:

Legenden und Mythen aus Heidelberg 

Der Rittersprung

Auf dem Großen Altan vom Heidelberger Schloss finden Touristen  eine schuhähnliche Vertiefung im Boden. Was steckt dahinter? 

Ein kühner Ritter soll einst diesen tiefen Abdruck im Sandstein hinterlassen haben, als er aus einem Fenster des Friedrichsbaus sprang. Der Legende nach soll sich die junge Kurfürstin mit einem Edelmann in den Gemächern des Gebäudes vergnügt haben. Als man das Liebespärchen in flagranti erwischte, soll der Ritter aus Verzweiflung aus dem Fenster gesprungen sein. Der Eisenschuh seiner Rüstung habe dabei den tiefen Abdruck im Sandstein des Großen Altans hinterlassen. Einer anderen Version nach wäre der Ritter in voller Rüstung durch ein Feuer zum Springen getrieben worden.

Was tun mit dem alten Gemäuer?

Kriege und Naturgewalten hatten zur Zerstörung des Heidelberger Schlosses geführt. Es war weder bewohnbar, noch entsprach es als Renaissanceschloss dem Geschmack der Zeit. Kurfürst Carl Philipp, der von 1716 bis 1742 regierte, verlegte schließlich seine Residenz nach Mannheim. Hier entstand ein riesiges, zeitgemäßes Schloss im Barockstil. Damit ließ sich bei den europäischen Herrschern Eindruck machen! Und das alte Gemäuer wurde 80 Jahre später doch wieder populär: In der Romantik entdeckten Künstler die malerische Schlossruine.

Der Zwerg Perkeo

Der kleinwüchsige Perkeo diente zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Hofnarr unter Kurfürst Carl Philipp von der Pfalz. Seine Späße und seine Liebe zum Wein machten ihn berühmt – ein Becher Wasser führte angeblich zu seinem Tod.

So erhielt der kleine Mann aus Salurn seinen Namen Perkeo: Eigentlich hieß er Clemens Pankert. Er zeichnete sich selbst durch einen enormen Weinkonsum aus. Auf die Frage, ob er noch einen Becher Wein leeren wolle, soll Perkeo stets in Italienisch geantwortet haben: „Perché no?“ – „Warum nicht?“. So erhielt er seinen berühmten Künstlernamen.

Der Hexenbiss 

Am Torturm des Schlosses hängt ein Eisenring, in dem ein Riss zu sehen ist. Der Legende nach suchte der Schlossherr einen würdigen Erben für sein Schloss. Er entschied sich für eine Aufgabe: Derjenige, der es schaffte den Türklopfer am Schlosstor mit bloßen Zähnen zu zerbeißen, durfte sich neuer Besitzer des Schlosses nennen. 

Einer nach dem anderen biss sich an dieser Aufgabe wortwörtlich die Zähne aus und es schien, als sei keine Person würdig, das Schloss zu erben.

Plötzlich erschien eine Hexe, die riesige und kräftige Zähne besaß. Sie versuchte mit aller Kraft, den Türklopfer zu zerbeißen und verursachte dadurch einen Riss im Ring.

Heidelberger Studentenkuss

Im Herzen der Altstadt liegt das älteste Café Heidelbergs „Das Café Knösel“. 1863 gegründet, wurde es schon bald ein beliebter Treffpunkt achtbarer Bürger, Professoren und – wie könnte es anders sein – zahlreicher Studenten.

Junge Damen kamen häufig nur in Begleitung von Gouvernanten. War es verwunderlich, dass sich die jungen Leute heimlich Blicke zuwarfen? Doch die sittsamen Gouvernanten hielten selbst diese kleinen Koketterien ihrer Schützlinge unter strenger Kontrolle. Fridolin Knösel blieben die geheimen Wünsche der jungen Damen nicht verborgen. So überraschte er sie eines Tages mit einem besonders feinen Schokoladenkonfekt, das er schmunzelnd Studentenkuss nannte. Diese „Studentenküsse“ akzeptierten selbst die Gouvernanten, wobei sie nicht verhindern konnten, dass die echten weiter erträumt und später sicherlich verwirklicht wurden. 

Das Heidenloch auf dem Heiligenberg  

Zum Heidenloch sprechen sich zahlreiche  Sagen und Legenden um – wie ist es entstanden und was war sein Zweck? 

Es war wahrscheinlich eine frühere Kultstätte der Kelten, die einst auf dem Heiligenberg lebten. Lange Zeit war das Heidenloch unzugänglich und teilweise verschüttet. Einige sprechen von einem Geheimgang, der unter dem Neckar hindurch bis zum Schloss führte.  Im 19. Jahrhundert berichtete der französische Dichter Victor Hugo von einem Spaziergang bei Mondschein auf dem Heiligenberg. In der Nähe des Heidenlochs habe er plötzlich eine geisterhafte Stimme vernommen. Außerdem sollen im Sommer 1907 mysteriöse Wesen aus dem Schacht hervorgekrochen sein, was zu Angst und Schrecken im damaligen Heidelberg führte. Als es zu ersten Todesopfern kam, wurde vom Heidelberger Oberbürgermeister und vom Innenminister des Großherzogtums Baden eine Untersuchungskommission einberufen.

Geistermusik im Heidelberger Fass 

Auf dem Heidelberger Fass befindet sich eine elegante Plattform, auf der man bereits früher viele und ausgiebige Feste feierte.

Als die Tochter von Karl Ludwig mit dem französischen Königshof verheiratet werden sollte, veranstaltete der Kurfürst eines Abends ein Fest auf der Plattform des Fasses zu Ehren der bevorstehenden Hochzeit. Als kleine Überraschung versteckte Karl Ludwig ein ganzes Orchester im Boden des leeren Fasses. Als man gerade auf die bevorstehende Hochzeit anstoßen wollte, begann das Orchester im Fass an zu spielen. 

Der plötzliche und ohrenbetäubende Lärm ließ die Gäste erschrecken und den Boden erzittern. Die Kerzen gingen aus und viele Anwesende ließen vor Schreck ihr Glas fallen. Sie schauten sich ängstlich und entsetzt um und waren sich sicher, dass da ein Geist sein Unwesen trieb.

Der Riesenstein bei Heidelberg 

Auf dem Heiligenberg hausten einst zwei Riesen, Vater und Sohn. Man sah die beiden oft mitsammen über den Berg gehen. Als der Sohn größer geworden war, bat er seinen Vater, auch allein weite Wanderungen machen zu dürfen. 

„Wenn du zeigst, dass du ein Kerl bist und etwas kannst“, sagte der Vater, „habe ich nichts dagegen.“ Darauf nahm der Vater einen großen Steinblock und schleuderte ihn weithin über den Neckar auf den Gaisberg. „Mach's auch so, wenn du's kannst“, bemerkte er zu seinem Sohne. Der junge Riese nahm einen gleichgroßen Felsblock und warf ihn in derselben Richtung, so daß er genau auf den vom Vater geschleuderten Block fiel. Darauf erlaubte ihm der Vater, in die Welt hinauszuwandern. Die Felsblöcke liegen heute noch auf dem Gaisberg übereinander, wie sie einst geworfen wurden. Man nennt sie jetzt:„der Riesenstein“.

Eine Hand wächst aus dem Grabe

Vor etwa vierhundert Jahren geschah es in Heidelberg, dass aus dem Grabe eine jüngst beerdigten achtjährigen Kindes, eine Hand hervorwuchs. Aufgrund dieses Wunders veranstalteten die Geistlichen Gebete und Bittgänge und untersuchten den Lebenswandel des Kindes. Es kam er heraus, dass dieses oftmals seine Eltern geschlagen hatte. Die Mutter wurde daraufhin verurteilt, die versäumte Zucht nachzuholen und mit einer dicken Ruthe die Hand des Kindes zu schlagen. Als sie dies eine Zeit lang machte, zog sich die Hand zurück und kam nie wieder. 

Legendenerzählungen unserer Leser

Ein Leser erzählt uns folgende Legende: „Ich bekam sie einmal von einem Spaziergänger erzählt. Ich wohnte in der Straße „Am Hackteufel“ Nr. 4 und fragte mich schon öfter wie es zu dem Namen kam. Er sagte, die Erhöhung im Neckar (man kann dort stehen beziehungsweise sieht man sie auch bei wenig Wasser) riss früher den unwissenden Kapitäne die Schiffsböden auf. Der Neckar war damals tiefer ohne die von Menschen Hand gemachte Korrektur. Diese Erhöhung galt als der „Hackteufel2 der damals wohl viel Unglück brachte.“

nis 

Quelle: Heidelberg24

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