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Heidelberg: Zahlen steigen – Stadt soll Geflüchtete aus Belarus aufnehmen

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Von: Daniel Hagen

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Lage an der polnisch-belarussischen Grenze
Auch Heidelberg soll Flüchtlinge aus Belarus aufnehmen. © Ulf Mauder/Uwe Anspach/dpa

Heidelberg - Aufgrund der Lage an der belarussisch-polnischen Grenze sollen sich die Regierungsbezirke bereithalten, bis zu 200 Plätze in Flüchtlingsheimen bereitzustellen.

Die Lage an der Grenze zwischen den Ländern Belarus und Polen spitzt sich seit Wochen zu. Tausende Flüchtlinge aus mehreren Ländern wollen über den Osten vor Krieg und Armut fliehen. Viele nennen dabei Deutschland ihr Ziel, um sich ein neues Leben aufzubauen. Polen will die Menschen aber nicht passieren lassen und verschließt die Kontrollpunkte mit Betonbarrieren und Stacheldraht. Zudem bewachen Sicherheitskräfte die Grenze. Innerhalb der letzten zwei Wochen ist die Lage mehrfach eskaliert, sogar Schüsse sind gefallen. Vor kurzem wird außerdem bekannt, dass ein einjähriges Kind aus Syrien in einem Wald nahe der Grenze erfroren ist. Deutschland bereitet sich nun auf die Aufnahme neuer Geflüchteter vor.

NameHeidelberg
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dez. 2019)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Stadt soll 200 zusätzliche Plätze für Flüchtlinge schaffen

„Wir haben eine dynamische Lage“, sagt die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges am Freitag (19. November) bei einem Besuch im Ankunftszentrum in Heidelberg. Jeder Regierungsbezirk sei gehalten, bis zum Jahresende 200
zusätzliche Plätze für die Flüchtlingsaufnahmen bereitzustellen. Die Ankunftszahlen hatten im ersten Halbjahr noch unter Tausend Menschen im Monat gelegen. Im September hatte sie sich die Zahl bereits auf 1.714, im Oktober auf 2.900 erhöht.

Lage an der polnisch-belarussischen Grenze
Tausende Menschen hängen an der Grenze zwischen Polen und Belarus fest. © Ulf Mauder/dpa

Mit 64 Prozent Belegung seien die Einrichtungen gut ausgelastet. Derzeit gehe man aber mit einer Auslastung von 74 Prozent schon ein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko ein. Wie hoch das Risiko ist, zeigt die Erfahrung von Mai 2020. Damals wurden mehrere Personen im Ankunftszentrum im Patrick-Henry-Village positiv auf das Coronavirus getestet. Anschließend mussten rund 800 Personen getestet und unter Quarantäne gestellt werden. In den letzten Monaten wird außerdem darüber diskutiert, wie das Landes-Ankunftszentrum für Geflüchtete in den dynamischen Masterplan für das Patrick-Henry-Village (PHV) integriert werden kann. (dpa/dh)

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