Gemeinsamer Masterplan?

Zoff um die Campus-Bahn: Chaos vorprogrammiert

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Rein soll sie nicht – die Straßenbahn ins Neuenheimer Feld.

Heidelberg-Neuenheim - Beim Hickhack um die Straßenbahn ins Neuenheimer Feld gibt es keine Gewinner. HEIDELBERG24 erklärt, warum …

Vorläufiger Baustopp: Die Klage der Universität Heidelberg mit drei weiteren Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen gegen die geplante Straßenbahntrasse ins Neuenheimer Feld war erfolgreich. Die Trasse stünde der baulichen Weiterentwicklung der Einrichtungen im Wege, so der Verwaltungsgerichtshof Mannheim in seiner Urteilsbegründung. Nun soll ein gemeinsamer Masterplan mit Gutachten und Plänen zur Verkehrserschließung für das gesamte Neuenheimer Feld her. Und das so schnell wie möglich! Eine Mehrheit im Gemeinderat zeigte der Uni nun jedoch die kalte Schulter.

Die Arbeiten am Masterplan zum Neuenheimer Feld sollten mit der Uni gemeinsam „umgehend intensiviert“ werden. Nach einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderats mit Vertretern der Uni gab es dafür jedoch keine Mehrheit mehr. Mit 24 Gegenstimmen u.a. von Bündnis90/Grüne, SPD, GAL und BL und nur 16 Ja-Stimmen (CDU, Heidelberger, FDP, FWV) ist der Plan, gemeinsam und zügig am Neuenheimer Feld zu arbeiten, erst einmal auf Eis gelegt.

Auch im Neuenheimer Feld wird kräftig erweitert.

Primär solle man sich jetzt auf die Konversionsflächen konzentrieren, erklärt Prof. Dr. Anke Schuster (SPD) die Entscheidung ihrer Partei. Und da sich die Uni einerseits weigere, die Klage gegen die Campus-Bahn zurückzuziehen, aber plötzlich 50 Prozent mehr Fläche benötige, wollten auch Bündnis 90/Grüne beim gemeinsamen Masterplanen mit der Uni nicht mehr mitmachen.

Ich verstehe nicht, warum die Uni und die weltweit renommierten Forschungseinrichtungen in Heidelberg so bekämpft werden“, macht sich dagegen Werner Pfisterer (CDU) gegenüber HEIDELBERG24 Luft. Für Wolfgang Lachenauer, Fraktionsvorsitzender der „Heidelberger“ war schon seit einiger Zeit klar, dass die Straßenbahn nicht kommen wird und damit auch keine achtzigprozentige Förderung des Projekts durch Bund und Land: „Wozu sollen wir eine Trasse beschließen, wenn dafür kein Geld da ist?“, fragt Lachenauer im Gemeinderat.

Wir hoffen, dass es nach dieser Entscheidung leichter wird, Gespräche mit der Uni zu führen und können immer noch anders entscheiden, wenn die Lage klarer ist.“, sagt Dr. Sandra Detzer (Bündnis 90/Grüne) gegenüber HEIDELBERG24 kurz nach dem „Nein“ ihrer Partei zum gemeinsamen Masterplanen im Rathaus.

Dass sich die Uni als größter Arbeitgeber in der Stadt bei der Campus-Bahn stur stellt, kommt nicht überall gut an. Viele ihrer Mitarbeiter, Studierende, Besucher und Patienten sind nun einmal auch auf eine gute ÖPNV-Anbindung angewiesen. Oberbürgermeister Dr. Würzner hat jetzt die Aufgabe, die beiden „Königskinder“ Uni und Stadt (Gemeinderat) wieder näher zusammen zu bringen und steht vor schwierigen diplomatischen Aufgaben. Und das geht nur über Kooperation und gute Gespräche, denn Heidelbergs Stadtgebiet endet an der Berliner Straße – das Neuenheimer Feld gehört dem Land Baden-Württemberg.

Klar ist, dass der momentane status quo nichts und niemanden weiterbringt.

Nachdem Plankstadt beschlossen hat, dass es keine Straßenbahn Richtung Heidelberg will, ist die Campus-Bahn bereits das zweite Projekt im geplanten Mobilitätsnetz, das so gut wie geplatzt ist. Dabei wären gerade die neuen Strecken, die ebenso neue Kundschaft von der Straße in die Bahn bringen, auch wirtschaftlich ein Segen für alle Beteiligten. Heidelberg bezuschusst den ÖPNV jedes Jahr mit rund 30 Mio. Euro. Und in der Berliner Straße über die Mittermaierstraße in Bergheim ist das Chaos weiterhin vorprogrammiert.

jbr

Quelle: Heidelberg24

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