„Eine echte Tierpersönlichkeit“

Zoo Heidelberg trauert um Henry

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Trauer um Henry: Der Schimpansen-Chef starb am 2. Juli im Zoo Heidelberg.

Heidelberg-Neuenheim – Der über 30-jährige Schimpansen-Chef Henry verstarb am Donnerstag, 2. Juli, im Zoo. Er hatte sich von den Strapazen einer Bandscheiben-OP nicht mehr erholt.

Der charmante Schimpanse Henry konnte bereits seit Längerem seine Hinterbeine nicht mehr bewegen. Der Grund: ein Bandscheibenvorfall. Mit viel Fürsorge, Ruhe und medizinischer Versorgung versuchten die Pfleger und Tierärztinnen des Heidelberger Zoos, dem Schimpansen eine Operation zu ersparen. 

Henrys Zustand besserte sich jedoch nicht, so dass – nach eingehenden Untersuchungen und Rücksprache mit Spezialisten aus der Veterinär- und Humanmedizin – eine OP unumgänglich war. 

Um den Eingriff so erträglich wie möglich zu gestalten, wurde in der Zootierklinik sogar ein eigener OP-Saal aufgebaut.

„Eine echte Tierpersönlichkeit“

Zoodirektor: „Mit Henry ist eine echte Tierpersönlichkeit gestorben.“

Die Operation verläuft glücklicherweise erfolgreich, ein Spezialistenteam aus der Humanmedizin übernimmt den Eingriff. Leider konnte sich Henry aber nicht von den Strapazen der langen und anstrengenden Operation erholen. Er starb trotz aller Bemühungen drei Tage danach – höchstwahrscheinlich an Multiorganversagen

„Wir sind den vielen Menschen, die uns geholfen haben, sehr dankbar. Allen voran den Medizinern, die eine genaue Diagnose gestellt und die Operation durchgeführt haben, gebührt unser Dank und unsere Anerkennung. Die Tierpflegerinnen des Affenreviers und die Zootierärztinnen haben in Tag- und Nachteinsätzen alles getan, um Henry zu retten.“ erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.  „Wir sind sehr traurig. Mit Henry ist eine echte Tierpersönlichkeit gestorben.“

Henrys dramatische Biografie 

Henry wurde zirka 1983 in Afrika geboren. Als in Menschenhand aufgezogener Wildfang sollte er in ein pharmazeutisches Versuchslabor nach Europa gebracht werden.

Tierschützer konnten das verhindern, und so kam Henry 1986 in den Heidelberger Zoo. Mit über 30 Jahren war Henry durchaus schon ein älterer Schimpanse. Auch wenn Schimpansen über 50 Jahre alt werden können, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei den männlichen Tieren nur bei knapp 40 Jahren. Die Weibchen werden meistens etwas älter. 

Als einziger männlicher Schimpanse war Henry Chef und Gefährte für seine Mitbewohnerinnen Susi, Heidi, Conny und Lulu. Vielen Zoobesuchern war Henry durch sein ausgeprägtes Imponiergehabe und die liebevolle bis stürmische Begrüßung von Stammbesuchern und Mitarbeitern bekannt. Und genau so werden wir ihn in Erinnerung behalten. 

Zoo Heidelberg/sag

Quelle: Heidelberg24

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